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Speyer

Speyer

Speyer ist eine kreisfreie Stadt in Rheinland-Pfalz, gelegen an der Mündung des Speyerbachs in den Rhein, 25 km südlich von Ludwigshafen/Mannheim.

Geschichte

Mannheim
- 10 v.Chr. Anlage des ersten römischen Militärlagers "Noviomagus" und Ansiedlung der Nemeter auf dem linken Rheinufer in der "Civitas Nemetum" (Archäologische Spuren weisen auf keltische Siedlungstätigkeit in der 2. Hälfte des vorchristlichen Jahrtausends hin).
- 346 Für Speyer wird ein Bischof erwähnt.
- 496/506 Früheste Nennung des Namens "Spira".
- 11. Jahrhundert. Eine Silbermünze aus Speyer gelangt bis auf die Färöer, wie der Münzfund von Sandur belegt.
- 1030 Der salische Kaiser Konrad II. legt den Grundstein zum Speyerer Dom.
- 4. Mai 1047 Kaiser Heinrich III. überführt den Leichnam des Heiligen Guido von Pomposa nach Speyer
- 1076 Kaiser Heinrich IV. bricht von Speyer, seiner Lieblingsstadt, zum Bußgang nach Canossa auf.
- 1294 Der Bischof verliert die meisten seiner früheren Rechte und die Stadt Speyer ist von nun an Freie Reichsstadt.
- 1527-1689 Sitz des Reichskammergerichts in Speyer.
- 1529 Auf dem Reichstag zu Speyer "protestieren" am 19. April die evangelischen Reichsstände gegen die reformationsfeindlichen Beschlüsse, heute spricht man von der Speyerer Protestation (das heißt gegen die Aufhebung des "Abschieds" von 1526).
- 1689 Die Stadt wird im Pfälzischen Erbfolgekrieg von französischen Truppen unter General Mélac fast ganz zerstört (Großer Brand in Speyer, erst 1698 beginnt der Wiederaufbau).
- 1792 Speyer wird von französischen Revolutionstruppen erobert und bleibt bis 1814 unter französischer Herrschaft. Es wird Sitz einer Unterpräfektur im Departement Donnersberg.
- 1816 Die Stadt wird Kreishauptstadt der Pfalz und ist Sitz der Regierung des Bayerischen Rheinkreises später Bayerische Pfalz (bis zum Ende des 2. Weltkrieges).
- 1893-1904 Bau der Gedächtniskirche zur Erinnerung an die Speyerer Protestation von 1529. 1529
- 1923 Autonome Regierung der Pfalz
- 1924 Attentat auf deren Präsidenten Franz Josef Heinz
- 1930 Am 27. Mai verlässt die französische Armee, am 24. Juni die Gendarmerie die Hauptstadt der Pfalz. Zum Domjubiläum (900 Jahre Grundsteinlegung) ist erstmals seit 1871 der Domnapf mit 1560 Litern Wein gefüllt. Seitdem wird der Brauch der einst bei Amtsantritt eines Speyerer Bischofs üblich war, zu besonderen Anlässen wiederholt.
- 1933 Bau der ersten festen Speyerer Rheinbrücke.
- 1938 Pogromnacht: Nationalsozialisten setzen die 1837 erbaute Synagoge in Brand. 1940 folgt die Deportation von über 50 Speyerer Juden; nur wenige überleben den Holocaust.
- 1945 Rheinbrücke durch deutsche Truppenteile gesprengt. Amerikanische Truppen besetzen die Stadt, kurz darauf von französischer Armee abgelöst. Im Zweiten Weltkrieg sind mindestens 1464 Speyerer gefallen, 263 bleiben vermisst.
- 1947 Gründung der Staatlichen Akademie für Verwaltungswissenschaften (heute: Deutsche Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer).
- 1956 Neue Rheinbrücke; Partnerschaft mit Spalding (Großbritannien), 1959 mit Chartres.
- 1957 Beginn der Domrestaurierung im Hinblick auf die 900-Jahrfeier seiner Weihe 1961; eine neue große Restaurierung läuft 1996 an.
- 1981 Die Unesco zeichnet den Speyerer Dom als Weltkulturerbe aus.
- 1987 Papst Johannes Paul II. besucht die Domstadt.
- 1989 Aufnahme der Städtepartnerschaften mit Ravenna (Italien) und Kursk (Russland).
- 1990 Speyer feiert sein 2.000jähriges Bestehen mit zahlreichen Ausstellungen, Konzerten und Aktionen. Die Präsidenten Bush (USA) und Gorbatschow (Sowjetunion) besuchen, wie andere Prominente vorher und nachher, Stadt und Dom auf Einladung von Kanzler Kohl.
- 2001Trauergottesdienst um Hannelore Kohl, die Ehefrau des Deutschen Bundeskanzlers a.D. Helmut Kohl, im Speyrer Dom.

Speyer heute

Mehr als 2000 Jahre verpflichten. Der Stadt Speyer ist es gelungen, die unverwechselbare Identität der Dom- und Kaiserstadt und des kulturellen Erbes zu bewahren. Weltoffenheit und geschäftiges Treiben prägen heute das Bild der Domstadt, einem Mittelzentrum im Rhein-Neckar-Dreieck mit rund 50.000 Einwohnern. Für die einen sind es die atmosphärische Altstadt oder die imposanten Kulturdenkmäler, für die anderen die Lebensqualität von Speyer, das Bummeln über den Wochenmarkt und die Einkaufsmeile in der Maximilianstrasse. Der hohe Freizeitwert resultiert aus der kulturellen Vielfalt, der kreativen Vitalität der in Speyer wirkenden Künstler und aus einem aktiven Vereinsleben. Allein 70 Sportvereine stehen Profi- wie Amateursportlern zur Auswahl. Speyer genießt auch als Schul- und Bildungszentrum der Pfalz einen überregionalen Ruf, der aus einem weitgefächerten Bildungsspektrum resultiert. Es reicht von allgemeinbildenden über weiterführende bis zu berufsbildenden Schulen. Darüber hinaus ist die Domstadt Sitz einer Bildungseinrichtung mit weltweitem Ruf, nämlich der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer, der einzigen post-universitären Ausbildungsstätte für den gesamten höheren Verwaltungsdienst in der Bundesrepublik Deutschland. Seit eh und je spielen in Speyer Kunst und Kultur eine besondere Rolle. Hervorragende künstlerische Leistungen finden hier immer ein aufgeschlossenes Publikum. Dem Oeuvre zweier bedeutender Söhne der Stadt sind die Dauerausstellungen in ihren jeweiligen Geburtshäusern gewidmet: Anselm Feuerbach (1829 - 1880) und Hans Purrmann (1880 - 1966), dem im übrigen auch ein bundesweit anerkannter Preis der Stadt Speyer für Bildende Kunst gewidmet ist. (Quelle: http://www.speyer.de/ )

Stadtrat

Sehenswürdigkeiten

1966] 1966] Zeitgenössische Bildende Kunst in Speyer
- Kunstverein Speyer
- Künstlerbund Speyer
- Städtische Galerie Speyer
- Historisches Museum der Pfalz Historische Bauwerke Bedeutendstes Bauwerk ist der Speyerer Dom (1981 ins UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen), das größte romanische Bauwerk Deutschlands. Der Dombau wurde 1030 unter Kaiser Konrad II. begonnen. Die 1041 geweihte Krypta ist die Grablege der Salier. Direkt gegenüber dem Dom liegt das "Altpörtel", das im Mittelalter das westliche Haupttor der Stadt darstellte. Die unteren Teile des Tores wurden zwischen 1230 und 1250 erbaut, das oberste Geschoß mit der Galerie und dem 20 m hohen Walmdach wurde zwischen 1512 und 1514 hinzugefügt.
Nach dem großen Stadtbrand wurde das Altpörtel 1708 mit einem neuen Schieferdach versehen. Im ersten Stockwerk befindet sich eine Dauerausstellung über die Geschichte der Speyerer Stadtbefestigung. Speyer besitzt im "Judenhof" die älteste deutsche Mikwe, ein rituelles, jüdisches Bad aus dem 12. Jahrhundert. Die Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts errichtete Gedächtniskirche erinnert an die Speyerer Protestation im Jahr 1529. Das Historische Museum der Pfalz verfügt über römische und mittelalterliche Ausstellungsstücke aus der Region, insbesondere Reste der alten Domausstattung und den in Schifferstadt gefundenen Goldenen Hut, einen mit kreisförmigen Ornamenten reich verzierten, aus Gold getriebenen Kultkegel. Attraktionen Unweit des Stadtzentrums befindet sich das Technikmuseum Speyer, das eine sehr große Anzahl von technischen Meisterleistungen insbesondere aus dem Fahrzeug- und Flugzeugbau zeigt. Eines der Ausstellungsstücke ist die weit sichtbare Boeing 747-230 "Schleswig-Holstein", die auf einem hohen Gerüst montiert wurde und begehbar ist. Dabei darf man ihr auch auf eine Tragfläche steigen und den schönen Ausblick genießen. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist das vor allem bei Schulklassen beliebte [http://www.sealifeeurope.com/de/speyer/home.htm "Sealife Center"] im Hafengebiet. Musik und Unterhaltung Das Musik- und Kulturzentrum Halle 101, Träger ist der Rockmusikerverein Speyer e.V. gegründet 1992 Für den Besucher der Stadt empfielt es sich, dass er die ehrenamtlich geführte Kultureinrichtung, die Halle 101 (www.halle-101.de), in sein Besuchsprogramm aufnimmt. Mit dem Ehrenamtspreis des Landes Rheinland-Pfalz 2003 ausgezeichnet, ist die Halle 101 der Gegenpol zu den klassischen Touristenadressen in Speyer. Konzerte,Partys, aber besonders Förderung des Musikernachwuchses bestimmen das Programm. Größen wie Saga, Manfred Mann, Nazareth, Sven Väth, Jadakiss, gaben sich dort die Ehre. Das Projekt Halle 101 gilt als eines der größten ehrenamtlichen Institutionen in ganz Deutschland.

Wirtschaft

Technikmuseum Speyer
- Elektroindustrie
- Flugzeugbau
- Maschinenbau
- Chemie
- Isolierstoffe
- Druckereien
- Tourismus Zahlreiche Verwaltungseinrichtungen, regional und überregional wichtige Behörden und Institutionen wie Landesrechnungshof, Landesbibliothek, Landesarchiv, evangelische Landeskirchenverwaltung, katholische Diözesanverwaltung, Deutsche Rentenversicherung Rheinland-Pfalz und die Landwirtschaftliche Sozialversicherung Rheinland-Pfalz haben in Speyer ihren Sitz.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger


- 1832 - Joseph von Stichaner, Regierungspräsident
- 1837 - Carl Albert Leopold Freiherr von Stengel, Regierungspräsident der Pfalz
- 1841 - Carl Theodor Fürst von Wrede, Regierungspräsident der Pfalz
- 1842 - Georg von Jäger, Pädagoge
- 1853 - Johann von Schraudolph, Künstler
- 1853 - Joseph Schwarzmann, Künstler
- 1864 - Anton Nickel, Jurist
- 1871 - Sigmund Heinrich Freiherr von Pfeufer, Regierungspräsident der Pfalz
- 1871 - Jakob Freiherr von Hartmann, General
- 1895 - Otto von Bismarck, Reichskanzler
- 1895 - Heinrich Hilgard, Mäzen
- 1909 - Adolf Ritter von Neuffer, Regierungspräsident der Pfalz
- 1909 - Dr. Ludwig Freiherr von Welser, Regierungspräsident der Pfalz
- 1909 - Dr.-Ing. Gabriel von Seidl, Architekt
- 1923 - Dr. William Scharsmith, amerikanischer Arzt
- 1933 - Adolf Hitler (aberkannt 1946)
- 1933 - Paul von Hindenburg, Generalfeldmarschall, Reichspräsident
- 1933 - Georg Ludwig Siebert (aberkannt 1946)
- 1947 - Prof. Dr. med. Friedrich Voelcker, Arzt
- 1950 - Hans Marsilius Purrmann, Künstler
- 2002 - Dr. Bernhard Vogel, Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz und Thüringen
- 2003 - Luise Herklotz, Politikerin (SPD), MdB, MdEP, MdL (Rheinland-Pfalz)

Söhne und Töchter der Stadt

Die folgende Übersicht enthält bedeutende in Speyer geborene Persönlichkeiten, chronologisch aufgelistet nach dem Geburtsjahr. Ob die Personen ihren späteren Wirkungskreis in Speyer hatten oder nicht, ist dabei unerheblich. Viele sind nach ihrer Geburt oder später von Speyer weggezogen und sind andernorts bekannt geworden. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
- 1808 - Georg Friedrich Kolb, Publizist und Politiker
- 1809 - Georg Friedrich Blaul, Pfarrer und Dichter
- 1829 - Anselm Feuerbach, Maler
- 1880 - Hans Purrmann, Maler
- 1953 - Eberhard Bosslet, Bildender Künstler
- 1954 - Dieter Mack, Komponist
- 1977 - Ralf Schmitt, Fußballprofi

Verkehr

Ralf Schmitt 18px Speyer ist hervorragend an das Autobahnnetz angeschlossen. Ludwigshafen, Mannheim und Karlsruhe sind in ca. 20 Minuten zu erreichen. Die Stadt liegt direkt südlich der Autobahn A 61 und östlich der autobahnähnlich ausgebauten B 9 nach Karlsruhe. Außerdem verläuft die B 39 nach Neustadt durch die Stadt. 18px Ab Speyer Hbf fahren Regionalbahnen halbstündlich über Germersheim in Richtung Karlsruhe und stündlich über Germersheim nach Bruchsal. Der alle zwei Stunden verkehrende Regionalexpress erreicht Karlsruhe in 45 und Mainz in 60 Minuten. 18px Seit der Einführung der S-Bahn RheinNeckar fahren die Linien S 3/4 ab Hauptbahnhof und über den im Bau befindlichen Haltepunkt Speyer-Nord/West in einem gemeinsamen Halbstundentakt in Richtung Mannheim, das in 25 Minuten erreicht wird. In Schifferstadt besteht Anschluss an die Linien S 1/2 nach Neustadt. Für 2006 ist die Verlängerung der S-Bahn über Speyer hinaus bis Germersheim geplant, dabei entsteht der neue S-Bahn-Halt Speyer-Süd. Speyer liegt am Rhein und besitzt einen Hafen für Mineralölprodukte und Anlegestellen für Passagierschiffe. Der klassische Hafen ist geschlossen und in einen Yachthafen umgewandelt worden. Der Flugplatz Speyer ist der größte der Region.

Städtepartnerschaften


- 25px Kursk, Russische Föderation
- 25px Spalding, Großbritannien
- 25px Chartres, Frankreich
- 25px Ravenna, Italien
- 25px Gnesen, Polen
- 25px Yavne, Israel

Weblinks


- http://www.speyer.de Speyer.de: Das Internet-Portal für Speyer
- http://www.museum.speyer.de Historisches Museum der Pfalz in Speyer
- [http://www.zum.de/Faecher/G/BW/Landeskunde/rhein/staedte/speyer/dom/domauss1.htm Landeskunde online: Dom zu Speyer]
- http://www.dhv-speyer.de Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer
- http://www.archaeologie-speyer.de Landesamt für Denkmalpflege Speyer
- http://www.feuerwehr-speyer.org Feuerwehr Speyer
- http://www.thw-speyer.de Techniches Hilfswerkt Ortsverband Speyer
- http://www.speyer.dlrg.de Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft Ortsgruppe Speyer
- http://www.speyer.de/de/kultur/kunst/kunstverein Kunstverein Speyer
- http://www.kuenstlerbund-speyer.de Künstlerhaus und Künstlerbund Speyer
- http://www.speyer.de/de/kultur/kunst/stadtgalerie Städtische Galerie
- http://museum.speyer.de/de/histmus Historisches Museum der Pfalz
Kategorie:Ort in Rheinland-Pfalz Kategorie:Vorderpfalz Kategorie:Reichsstadt

Stadt

Eine Stadt (von althochdt.: stat = Standort, Stelle; etymologisch eins mit Statt, Stätte; vgl. dagegen Staat) ist eine größere, zentralisierte, abgegrenzte Siedlung mit einer eigenen Verwaltungs- und Versorgungsstruktur im Schnittpunkt größerer Verkehrswege. Damit ist fast jede Stadt zugleich ein zentraler Ort. Städte sind - soziologisch gefasst - also vergleichsweise dicht und kopfreich besiedelte, fest umgrenzte Siedlungen (Gemeinden) mit vereinheitlichenden staatsrechtlichen bzw. kommunalrechtlichen Zügen wie zum Beispiel eigener Markthoheit, eigener Regierung, eigenem Kult und sozial stark differenzierter Einwohnerschaft. Das Letztere unterscheidet sie von Lagern (Arbeitslagern, Straflagern, Winterquartieren von Heeren u.ä.), das Erstere z.B. vom Dorf. In Deutschland existieren knapp 14.000 Städte und Gemeinden. Dorf]Dorf]Dorf]

Stadtformen

Stadtgrößen

Je nach Größe, Bedeutung oder Funktion einer Stadt unterscheidet man Landstädte, Kleinstädte, Mittelstädte, Großstädte, Millionenstädte, Weltstädte, Stadtregionen oder Ballungsräume, Trabantenstädte und Satellitenstädte. Während etwa in Dänemark die Untergrenze der Bevölkerungszahl bei einer städtischen Siedlung bei 200 Einwohnern liegt, sind es in Deutschland und Frankreich 2.000 und in Japan 50.000 Einwohner. Hinzu tritt der historische Stadtbegriff, der sich in Europa aus dem mittelalterlichen Stadtrecht herleitet und als wesentliche Merkmale das Marktrecht, das Recht auf Selbstverwaltung, die Freiheit der Stadtbürger, das Recht auf Besteuerung, der Gerichtsbarkeit, die Aufhebung der Leibeigenschaft, das Zollrecht, das Recht zur Einfriedung und Verteidigung sowie das Münzrecht enthielt. Städte, die das Stadtrecht erhalten haben, werden auch als Titularstädte bezeichnet. Auch heute noch ist das Überschreiten der Mindesteinwohnerzahl in den meisten Ländern nicht automatisch mit der Erhebung zur Stadt verbunden, sondern es Bedarf eines ausdrücklichen Beschlusses einer höherrangigen Gebietskörperschaft, in Deutschland und Österreich der des Bundeslandes. In Deutschland unterscheidet man rechtlich kreisfreie Städte, das sind solche, die keinem Landkreis angehören, von kreisangehörigen Städten. Die Stadt, in deren Sitz die Kreisverwaltung (Landratsamt) liegt, wird auch als Kreisstadt bezeichnet. In Nordrhein-Westfalen unterscheidet man bei den kreisangehörigen Städten noch die großen und mittleren kreisangehörigen Städte. In Österreich unterscheidet man zwischen Städten mit eigenem Statut und sonstigen Städten. Eine Stadt mit eigenem Statut ist meist auch Sitz der Bezirkshauptmannschaft des Umland-Bezirks, der auch in den meisten Fällen so heißt (z.B. Innsbruck Stadt und Innsbruck Land). Heute kann jede Stadt mit mehr als 20.000 Einwohner ein eigenes Statut anfordern In der Schweiz gelten Ortschaften nur dann als Stadt, wenn sie entweder mehr als 10 000 Einwohner haben oder wenn ihnen, was selten ist, im Mittelalter das Stadtrecht verliehen wurde. Eine der kleinsten Städte überhaupt befindet sich in Niederösterreich im Bezirk Hollabrunn an der Grenze zu Tschechien direkt an der Thaya - die Stadt Hardegg. Hardegg hat mit allen eingemeindeten Orten 2001 eine Einwohnerzahl von 1.490, die Stadt selber hat jedoch nur 78 Einwohner. In England unterscheidet man zwischen City und Town. Die Großstadt Stockport ist beispielsweise keine City sondern Town, wohingegen die Stadt Sunderland eine City ist. Der Verwaltungsbezirk Greater London ist keine City, aber innerhalb dieser Gebietskörperschaft gibt es die City of London und die City of Westminster. Ein Ort darf erst dann als City bezeichnet werden, wenn die Königin oder der König diese zu einer solchen ernennt. Die Geschlossenheit der Bebauung oder Besiedlungsdichte gewann international seit den 1990ern Bedeutung, global vor allem die größten Städte (Megacities, Global Cities, Stadtregionen) zu bestimmen, und zwar unabhängig von Verwaltungsgrenzen oder Definitionsproblemen. Städte weisen sowohl historisch als auch regional sehr unterschiedliche Entstehungszusammenhänge und Strukturen auf. So zeigen beispielsweise die gegenwärtigen Großstädte der früh industrialisierten Staaten andere Strukturen und Entwicklungsdynamiken als die sogenannten Megacities der Entwicklungs- und Schwellenländer. Die Entwicklung von Städten folgt dabei oft bestimmten Modellen.

Stadtnetz, Siedlungsstruktur

Weltweit gesehen bestehen nach Größe und Bedeutung abgestufte Städtenetze oder eine globale Siedlungsstruktur. Letztere meint die Struktur und Beziehungen aller Städte und sonstigen Siedlungen wie Dörfer untereiander, weniger innerhalb die innere Struktur einer Stadt oder sonstigen Siedlung. Zu Stadtnetz und Siedlungsstruktur gibt es beispielsweise die Untersuchung W. Christallers, 1933, die sogenannte [[Zentraler Ort|Zentrale-Orte]{{{

Rhein

Der Rhein (bündnerromanisch: Rein, französisch: Rhin und niederländisch: Rijn) ist eine der am stärksten befahrenen und bedeutendsten Wasserstraßen Europas. Er hat eine Gesamtlänge von ungefähr 1.320 km von der Quelle bis zur Mündung, davon 833 km schiffbar. Sein Einzugsgebiet beträgt 252.000 km².

Name

Der Name Rhein (beziehungsweise Rhen oder roain) ist keltischen Ursprungs und bedeutet in etwa fließen bzw. großes fließendes Wasser (vgl. altgriechisch rhein: „fließen“, spanisch río: „Fluss“). Die Römer nannten den Fluss Rhenus.

Schifffahrt

Römer]] Seit jener Zeit ist der Rhein bereits eine bedeutende Wasser- und Handelsstraße in Europa und heute für Schwergütertransporte, zum Beispiel Containerschiffe, der bevorzugte Transportweg. Mit der Rheinschiffahrtsakte vom 31. März 1831 (Mainzer Akte) wurde die Schifffahrt vereinfacht und mit der Mannheimer Akte vom 17. Oktober 1868 unter anderem von Gebühren und Abgaben freigestellt, die sich lediglich auf die Tatsache der Beschiffung gründen. Es wurde festgelegt, dass alle Signatarstaaten – und dazu zählten alle Rheinanrainer – dieselben Gesetze und dieselben Zulassungskriterien für Transportmittel anwenden, und dass die Befahrbarkeit des Rheins von Basel flussabwärts sichergestellt werden muss. Wer beispielsweise ein neues Elektrizitätswerk plant, muss eine kostenlose Umfahrungsmöglichkeit bereitstellen. Der Rhein ist heute auf Grund der baulichen Maßnahmen von Rheinfelden bis Rotterdam durchgängig schiffbar.

Rheinstrom-Kilometrierung

Die Rheinstrom-Kilometrierung, nach der sich die Schifffahrt sowie alle Behörden richten, beginnt mit einem Nullpunkt auf der Mitte der Rheinbrücke in Konstanz, an der der Rhein den Bodensee verlässt (Bei seiner Passage durch die Stadt Konstanz wird der kurze Rheinabschnitt zwischen dem Bodensee und Untersee der Seerhein genannt). Bis zu seiner Mündung in die Nordsee bei Hoek van Holland (NL) beträgt die Länge des Rheins 1.320,8 km.
An beiden Ufern sind auf großen Tafeln die Rheinstrom-Kilometer angeschlagen. Auch in den nachfolgenden Abschnittsüberschriften sind die Rheinstrom-Kilometer angegeben.

Flusslauf

Hoek van Holland Hoek van Holland Hoek van Holland Seine beiden Hauptquellflüsse, der Vorderrhein und der Hinterrhein entspringen im Westen des Kantons Graubünden in den zentralen Schweizer Alpen, der Vorderrhein beim Oberalppass (Surselva), der Hinterrhein am Rheinwaldhorn. Insgesamt tragen 13 Quellflüsse den Namen Rhein in ihrem Namen. Nach der Vereinigung bei Reichenau fließt er nordwärts als Alpenrhein und mündet westlich von Hard in den Bodensee. Die Rheinstrecke bei Konstanz, die die Bodenseeteile Obersee und Untersee verbindet, wird als Seerhein bezeichnet. Vom Ausgang des Untersees bei Stein am Rhein bis Basel trägt er die Bezeichnung Hochrhein, weiter bis Bingen Oberrhein. Danach geht er in den Mittelrhein und ab Bonn in den Niederrhein über. Kurz hinter der deutsch-niederländischen Grenze beginnt das große Rheindelta. Hier gabelt sich der Rhein in zwei Hauptflussarme, die sich vor Rotterdam wieder vereinigen, um nach Durchfließen des Hafens von Rotterdam bei Hoek van Holland in die Nordsee zu münden. Bis zum Tertiär floss der Rhein ab Basel im Bett der Saône und Rhône ins Mittelmeer, da ihm durch den Isteiner Klotz der Weg in Richtung Norden versperrt war.

Vorder-, Hinter- und Alpenrhein

Von der Quelle bis zum Bodensee Isteiner Klotz] Isteiner Klotz Isteiner Klotz Der Vorderrhein entsteht aus mehreren Quellflüssen nahe dem Oberalppass im Gotthard-Massiv. Der Lag da Toma ist die Quelle des Vorderrheins und gilt unter den verschiedenen Quellflüssen als offizielle Rheinquelle. Erste Stadt am Vorderrhein ist Ilanz. Der Hinterrhein entspringt dem Paradiesgletscher am Rheinwaldhorn in der Nähe des San Bernardino-Passes. Bei Reichenau vereinigen sie sich zum Alpenrhein. Dieser beschreibt bei Chur einen markanten Knick nach Norden und bildet dort streckenweise, d. h. auf ca. 25 Kilometern, die Grenze zu Liechtenstein. Seit der Kanalisierung und Begradigung seines Wasserlaufs mündet er als „Neuer Rhein“ bei Hard in Österreich in den Bodensee. Der ursprüngliche „Alte Rhein“ mündet auch heute noch an der schweiz-österreichischen Grenze bei Altenrhein. Dieser alte Rhein ist aus Richtung Bodensee etwa zwei Kilometer schiffbar bis etwa in Höhe des Schweizer Ortes Rheineck. Das Stück Land zwischen den beiden Rheinmündungen, das die 3 österreichischen Ortschaften Gaißau, Höchst und Fußach umfasst, wird als Rheindelta bezeichnet und ist ein Naturschutz- und Vogelschutzgebiet. Die Rheinregulierung mit dem oberen Rheindurchstich bei Diepoldsau und dem unteren Rheindurchstich bei Fußach wurde durchgeführt, um die fortwährenden Überschwemmungen in Kombination mit starken Sedimentierungen im westlichen Rheindelta zu verringern. Inzwischen steht fest, dass der Rhein trotzdem sehr große Mengen an Ablagerungen in den Bodensee hineinträgt und in Folge dessen ein permanenter Kiesabbau mit Schwimmbaggern nötig ist. Rheindelta] Im Bodensee selbst vermischt sich das kalte, meist graue Gebirgswasser des Neuen Rheins nur wenig mit dem eher warmen, grünlichen Wasser des Sees. Der Strom fließt also ein gewisses Stück oberflächlich im freien Wasser, bevor er abrupt in die Tiefen des Sees abtaucht, um dann vor der Insel Lindau entlang des nördlichen Seeufers bis etwa Hagnau am Bodensee und weiter nach Konstanz abzubiegen.

Hochrhein

Vom Bodensee bis Basel, km 0–150 Nach dem Verlassen des Bodensee-Obersees an der Engstelle der Rheinbrücke in Konstanz fließt er zunächst mit 30 cm Höhenunterschied als Seerhein in den Untersee, bis er bei Stein am Rhein wieder zu einem Fluss wird und einige Kilometer weiter westlich von Schaffhausen in Neuhausen den Rheinfall hinabstürzt. Hier stößt er auf sein altes, voreiszeitliches Flussbett. Ab dem Verlassen des Bodensees wird er – etwa seit dem frühen 20. Jahrhundert – Hochrhein genannt. Der Überlinger See wird vom Rhein nicht durchflossen. Von Schaffhausen fließt er als Hochrhein weiter zuerst noch Richtung Süden, mit einer malerischen Schlinge am Städtchen und Kloster Rheinau vorbei, bis er am Tösseck (Einmündung der Töss) in Richtung Westen dreht und bald darauf zum Grenzfluss zwischen der Schweiz und Deutschland wird. Bei Koblenz, nahe Waldshut mündet von Süden her die Aare als erster größerer Nebenfluss in den Rhein. Erwähnenswert ist dabei, dass die Aare mit einem durchschnittlichen Abfluss von 557 m³/s der wasserreichere Fluss von beiden ist (Rhein: 439 m³/s).

Oberrhein

Von Basel bis Bingen, km 150–530 Nebenfluss]] Im sogenannten Rheinknie in Basel ändert der Rhein seine Richtung von Ost-West nach Norden. Als Oberrhein wird er Grenzfluss zwischen Deutschland und Frankreich. Seit dem Tertiär fließt der Rhein von hier aus den Oberrheingraben entlang. Zwischen Basel und Iffezheim ist der Rhein kanalisiert und mit 10 Schleusen aufgestaut. Speziell zwischen Basel und Breisach führt das alte Flussbett des Rheins kaum Wasser. Die Wassermassen werden parallel dazu im Rheinseitenkanal (Grand Canal d'Alsace) geführt und dort zur Energiegewinnung in Wasserkraftwerken und für den Schiffsverkehr verwendet. Die Kanalisation hat jedoch auch ökologische Folgenund Nachteile, da der Grundwasserspiegel, in Abhängigkeit zum Fluss, sinkt. Weiterhin kommt es zu einer Verlandung des Flussbettes, was wiederum Folgen für die Flora und Fauna der Flussaue hat. Für die nächsten 200 bis 300 Kilometer erstreckt sich das Rheinbett in der oberrheinischen Tiefebene, einem rund 40 Kilometer breiten Tal zwischen Schwarzwald und Vogesen beziehungsweise Pfälzerwald und Kraichgau/Odenwald. Dieser Teil wurde ab 1817 durch Johann Gottfried Tulla im Zuge der Rheinbegradigung von einem immer wieder in der Rheinniederung mäandrierenden Schlingenfluss in ein gerades, von Dämmen flankiertes Flussbett gezwungen. Bei Straßburg münden der Rhein-Marne-Kanal und der Rhein-Rhône-Kanal in den Rhein. Von Lauterburg bis Mannheim bildet der Rhein die Grenze zwischen Baden-Württemberg (rechtsrheinisch) und Rheinland-Pfalz (linksrheinisch). Bei Mannheim mündet der von Südosten kommende Neckar als zweiter großer Nebenfluss und Hessen folgt Baden-Württemberg auf der rechten Rheinseite. Gegenüber von Mainz mündet der Main in den Rhein, der von dort für einen kurzen Abschnitt, ebenfalls Rheinknie genannt, seine Richtung nach Westen ändert und anschließend bei Bingen an der Nahemündung nach Nordwesten dreht. Nahe]]

Mittelrhein

Von Bingen bis Bonn, km 530–660 Von dort durchfließt der Mittelrhein in einem steilen, engen Tal den südlichen Teil des Rheinischen Schiefergebirges. Linksrheinisch erstreckt sich der Hunsrück, rechtsrheinisch der Taunus.
Taunus]] Dieser Abschnitt ist der touristisch bekannteste Teil des Rheins, der von Bingen/Rüdesheim bis Koblenz Weltkulturerbe ist.
Die bekanntesten touristischen Veranstaltungen in den Monaten Mai, Juli, August und September sind die Feuerwerke Rhein in Flammen. Bei Kaub liegt malerisch mitten im Rhein die Burg Pfalzgrafenstein. Einige Kilometer weiter flussabwärts umfließt der Rhein den sagenumwobenen Loreley-Felsen, bis er sich bei Boppard durch den Bopparder Hamm, eine imposante Rheinschleife windet. Von Osten nimmt er nun die Lahn und am Deutschen Eck in Koblenz von Südwesten die Mosel auf. Linksrheinisch erstreckt sich die Eifel, aus der bei Sinzig die Ahr und rechtsrheinisch der Westerwald, aus dem unterhalb von Neuwied die Wied in den Rhein mündet. Zu den bekanntesten Burgen des Mittelrheins gehören Burg Lahneck, die Marksburg und die feindlichen Brüder Liebenstein und Sterrenberg. Sterrenberg

Niederrhein

Von Bonn bis Hoek van Holland, km 660–1.033 Sterrenberg An der südlichen Stadtgrenze von Bonn und der Grenze zwischen Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen weitet sich das enge Mittelrheintal zur Kölner oder Niederrheinischen Bucht, die bereits zur norddeutschen Tiefebene zählt. Nördlich von Bonn mündet die Sieg in den Rhein, der von hier ab wie die ihn umgebende Region Niederrhein genannt wird. Niederrhein Wichtigste Hafenstädte in diesem Stromabschnitt sind Köln, Düsseldorf, Neuss und Duisburg mit Duisport, Europas größtem Binnenhafen und international bedeutendem Logistikstandort an der Mündung der Ruhr und des Rhein-Herne-Kanals. 30 km flussabwärts mündet in Wesel die zweite Ost-West-Schifffahrtsverbindung, der parallel zur Lippe verlaufende Wesel-Datteln-Kanal in den Rhein und nach 40 km spannt sich in Emmerich die längste Hängebrücke Deutschlands über den an dieser Stelle mehr als 700 Meter breiten Strom.

Rheindelta

Nach weiteren 15 Kilometern, drei Kilometer hinter der deutsch-niederländischen Grenze bei Millingen aan de Rijn, beginnt das große Delta des Rheins. Hier teilt sich der Rhein in zwei Hauptarme, die sich vor Rotterdam wieder vereinigen. Rotterdam Der nördliche Rheinarm ist der Pannerdens Kanaal (dt. Pannerdenscher Kanal), von dem kurz vor Arnhem die IJssel abzweigt. Sie fließt über Deventer und Zwolle nach Norden und mündet bei Kampen ins IJsselmeer. Von der Abzweigung der IJssel an heißt der nördliche Rheinarm Nederrijn und im weiteren Verlauf Lek.
Bis etwa 900 n. Chr., als der Lek zum Hauptstrom wurde, bildeten der Kromme Rijn und der Oude Rijn den eigentlichen Flusslauf. Der südliche Rheinarm ist der Bijlands Kanaal, der in die Waal übergeht, die im Unterlauf die Namen Boven Merwede, Beneden Merwede und Noord trägt, bis er sich wenige Kilometer vor Rotterdam in Krimpen aan de Lek mit dem nördlichen Arm vereinigt. Gemeinsam durchfließen sie als Nieuwe Maas und danach als Scheur den Hafen Rotterdam und münden über den Nieuwe Waterweg bei Hoek van Holland in die Nordsee. Dort strömen 2.330 m³ Wasser pro Sekunde ins Meer.

Nebenflüsse des Rheins

Nordsee

Brücken über den Rhein

Nordsee Der Rhein wird in seinem Verlauf von etwa 100 Brücken überquert. Zu folgenden Brücken existieren eigene Artikel:

Ökologie

Nach den Angaben des Umweltbundesamts nimmt die Schadstoffbelastung des Rheins seit 1960 kontinuierlich ab. Dies ist einerseits auf die systematische Abwasserreinigung durch den Bau von Kläranlagen zurückzuführen und andererseits auf die Tatsache, dass die Industrie immer weniger mit Chemikalien und Schwermetallen belastete Abwässer in den Rhein einleitet. Heute leben wieder etwa 40 Fischarten im Rhein. Trotz der deutlichen Reduzierung der Gewässerbelastung durch Haushalts- und Industrieabwässer transportiert der Rhein jährlich noch immer beträchtliche Mengen an Schwermetallen und Chemikalien wie Pestizide in Richtung Nordsee. So brannte am 1. November 1986 eine Lagerhalle der Firma Sandoz an der Schweizerhalle bei Basel am Rhein. Die mit dem Löschwasser in den Rhein gelangten Chemikalien vernichteten praktisch das gesamte tierische und pflanzliche Leben im Rhein. Es benötigte eines jahrelangen Prozesses, bis der Rhein sich wieder erholt hatte. Viele andere den Rhein belastende Giftstoffe, zum Beispiel Pestizide und Rückstände von Medikamenten, sind in der Tabelle noch nicht berücksichtigt. Medikamenten

Rhein-Hochwasser


- Mai 1999 (Hochrhein/Oberrhein)
- Januar 1995 (Mittelrhein/Niederrhein)
- Mai 1994 (Hochrhein/Oberrhein)
- Dezember 1993 (Mittelrhein/Niederrhein)
- Dezember 1991 (Oberrhein)
- Februar 1990 (Oberrhein)
- März 1988 (Rhein gesamt)
- Juni 1987
- Mai 1983
- April 1983
- Februar 1980 (Oberrhein)
- Mai 1978 (Oberrhein)
- Dezember 1882

Siehe auch


- Die Rheinfähren
- Rheinbegradigung
- Pegel Köln
- Rheinland
- Flüsse in Deutschland
- Europäische Flüsse
- Die längsten Flüsse der Erde
- Liste der Nebenflüsse des Rheins

Literatur


- Herausgeber Gertrude Cepl-Kaufmann, Antje Johanning: Mythos Rhein. Kulturgeschichte eines Stromes. ISBN 3-896-78465-X
- Herausgeber Hans Chr. Hoffmann, Dietmar Keller, Karin Thomas: Der Rhein – Unser Weltkulturerbe. ISBN 3-832-17323-4
- Manfred Fenzl: Der Rhein. Schaffhausen - Nordsee und zum IJsselmeer. Delius Klasing ISBN 3-89225-466-4

Weblinks


- [http://www.iksr.org Internationale Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR)]
- [http://www.chr-khr.org Internationale Kommission für die Hydrologie des Rheingebietes (KHR)]
- http://www.wissen.swr.de/sf/begleit/bg0011/gm01.htm
- [http://www.wissen.swr.de/sf/begleit/bg0011/gm02.htm SWR Wissen: Geomorphologie – Der Rhein]
- [http://www.planet-wissen.de/pw/Artikel,,,,,,,A5700176B4284972E0340003BA087C6D,,,,,,,,,,,,,,,.html Wissen über den Rhein bei Planet-Wissen.de]
- [http://umverka.de/hefte/heft103/rheinbruecke.html Im Artikel: Tabelle der Rheinbrücken 2003]
- [http://www.rhein-wandern.de Wanderwege am Rhein] Kategorie:Fluss in Deutschland Kategorie:Fluss in den Niederlanden Kategorie:Fluss in Österreich Kategorie:Fluss in Vorarlberg Kategorie:Fluss in der Schweiz Kategorie:Fluss in Frankreich Kategorie:Fluss in Baden-Württemberg Kategorie:Fluss in Hessen Kategorie:Fluss in Nordrhein-Westfalen Kategorie:Fluss in Rheinland-Pfalz Kategorie:Rheinland Kategorie:Fluss in Liechtenstein Kategorie:Sankt Gallen (Kanton) als:Rhein ja:ライン川 ko:라인 강 simple:Rhine River

Ludwigshafen

Ludwigshafen am Rhein ist die nach Mainz zweitgrößte Stadt von Rheinland-Pfalz. Ludwigshafen ist eine kreisfreie Stadt und Verwaltungssitz des Rhein-Pfalz-Kreises (bis 2003 Landkreis Ludwigshafen). Sie ging aus der ehemaligen Mannheimer Rheinschanze hervor, liegt am linken Rheinufer gegenüber der baden-württembergischen Stadt Mannheim und ist vor allem bekannt durch die BASF, die hier ihren Sitz hat. Als eines der fünf Oberzentren des Landes Rheinland-Pfalz bildet Ludwigshafen gemeinsam mit seiner baden-württembergischen Nachbarstadt Mannheim den Kern der Europäischen Metropolregion Rhein-Neckar-Dreieck. Weitere nähergelegene Großstädte sind Heidelberg (etwa 25 km südöstlich), Karlsruhe (etwa 50 km südlich) und Mainz (etwa 60 km nördlich). Die Einwohnerzahl der Stadt Ludwigshafen am Rhein überschritt um das Jahr 1925 die Grenze von 100.000, wodurch sie innerhalb eines Jahrhunderts seit ihrer Gründung im Jahr 1853 zur Großstadt wurde.

Geographie

Ludwigshafen liegt in den Auen am linken Rheinufer des Oberrheingrabens, gegenüber der Mündung des Neckars in den Rhein.

Nachbargemeinden

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Ludwigshafen, sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Osten genannt: Mannheim (kreisfreie Stadt in Baden-Württemberg), Altrip, Neuhofen, Limburgerhof, Mutterstadt sowie Fußgönheim und Maxdorf (Verbandsgemeinde Maxdorf) (alle zum Rhein-Pfalz-Kreis gehörig) und Frankenthal (Pfalz) (kreisfreie Stadt).

Stadtgliederung

kreisfreie Stadt kreisfreie Stadt kreisfreie Stadt] Das Stadtgebiet von Ludwigshafen ist gemäß § 2 der Hauptsatzung der Stadt Ludwigshafen in 10 Ortsteile gegliedert. In jedem Ortsteil gibt es einen aus 7 bis 15 Mitgliedern bestehenden Ortsbeirat und einen Ortsvorsteher. Die Ortsbeiräte sind zu wichtigen, den Ortsteil betreffenden Angelegenheiten zu hören. Die endgültige Entscheidung über eine Maßnahme obliegt dann jedoch dem Gemeinderat der Gesamtstadt Ludwigshafen am Rhein. Die Ortsteile sind zum Teil in weitere Stadtteile beziehungsweise statistische Bezirke untergliedert. Diese Einteilung dient lediglich statistischen Zwecken.

Ortsteile mit ihren zugehörigen Stadtteilen beziehungsweise Bezirken


- Südliche Innenstadt
  - Mitte
  - Süd
- Nördliche Innenstadt
  - Nord
  - Hemshof
  - West
- Friesenheim
  - Roßlache
- Oppau
  - Edigheim
  - Pfingstweide
- Gartenstadt
  - Hochfeld
  - Niederfeld
  - Ernst-Reuter-Siedlung
- Mundenheim
- Oggersheim
  - Melm
  - Notwende
- Rheingönheim
- Maudach
- Ruchheim

Geschichte

Ruchheim Der Raum Ludwigshafen ist bereits seit sehr früher Zeit besiedelt. Im Bereich des Ortsteils Rheingönheim existierte das Römerkastell Rufiniana. Durch die Gemarkung der Ortsteile Maudach und Oggersheim führte die wichtige Römerstraße von Speyer nach Worms. 1607 gründet Kurfürst Friedrich IV. von der Pfalz am Westufer des Rheins die Mannheimer Rheinschanze als Brückenkopf der Festung Mannheim. Sie wird nach der Neugründung der Stadt Mannheim 1720 weiter ausgebaut. Die Festung wird zwischen 1799 und 1804 von Frankreich geschleift. 1804 1811 entsteht an dieser Stelle ein privater Schiffslandeplatz am Rhein. Nach dem Wiener Kongress 1815 kommt die westlich des Rheins gelegene Pfalz zu Bayern. Das Gebiet der späteren Stadt Ludwigshafen gehört somit zunächst zum Distrikt beziehungsweise Kanton Mutterstadt des Landkommissariats Speyer im Rheinkreis. Ab 1820 entsteht auf dem Gelände ein privates Handelshaus, das 1843 vom bayerischen Staat erworben wird. Dieser benennt es zu Ehren von König Ludwig I. von Bayern in Ludwigshafen um und unterstützt die rasche Aufsiedelung als Gegenpol zur badischen Stadt Mannheim. Neun Jahre später wird die aufstrebende Siedlung zu einer selbständigen Gemeinde innerhalb des Landkommissariats Speyer, heute einem Landkreis vergleichbar, erklärt, die mit Wirkung vom 14. April 1853 formell errichtet wird. Ihre Gemarkungsfläche beträgt 366 ha, die sie wie folgt erhält: 240 ha von der Gemeinde Friesenheim und 126 ha von der Gemeinde Mundenheim. Beide Orte werden später eingemeindet. 1852 verlieh König Maximilian II. Ludwigshafen die Rechte einer Gemeinde: 1852 :"Seine Majestät der König haben die Bildung einer eigenen politischen Gemeinde Ludwigshafen, bestehend aus den Ansiedlungen zu Ludwigshafen, den Hemshöfen, dem Ganter- und Rohrlachhofe, so dann der Gräfenau, ferner die Bannabteilung zwischen den Gemeinden Friesenheim, Mundenheim und Ludwigshafen allergnädigst zu genehmigen geruht." Am 8. November 1859 wird die Gemeinde Ludwigshafen zur Stadt erhoben und bildet ab 1860 einen eigenen Distrikt innerhalb des Landkommissariats Speyer. Am 8. Mai 1865 wird die Konzession zur Ansiedelung der Firma BASF erteilt. Diese Firma war kurz zuvor als "Badische Anilin- und Sodafabrik" errichtet worden, hatte aber vom Mannheimer Gemeinderat kein Gelände zugebilligt bekommen, weshalb die "badische" Firma nach Ludwigshafen in die Pfalz übersiedelte. Aus ihr wird später ein weltweit operierender Konzern, der das Gesicht der Stadt und deren Geschichte bis heute nachhaltig prägt. 1882 erhält die Stadt zur Unterscheidung von gleichnamigen anderen Orten den Namenszusatz "am Rhein" und 1886 wird das bisherige Landkommissariat Speyer in ein Bezirksamt umgewandelt und gleichzeitig geteilt. Damit wird Ludwigshafen Sitz eines eigenen Bezirksamtes, aus dem später der Landkreis Ludwighafen (heute Rhein-Pfalz-Kreis) hervorgeht. 1891 wird die nördlich der Stadt gelegene Gemeinde Friesenheim eingegliedert. Es folgen bis 1974 weitere Eingemeindungen. 1920 wird Ludwigshafen kreisunmittelbar, das heißt es scheidet aus dem Landkreis Ludwigshafen aus, bleibt aber zunächst noch unter der Finanzhoheit des Landkreises. Der Bürgermeister erhält den Titel Oberbürgermeister. 1925 wird Ludwigshafen Großstadt. Im Zweiten Weltkrieg wird Ludwigshafen zusammen mit Mannheim fast vollkommen durch Luftangriffe zerstört. Man baute die Stadt im neuen Stil wieder auf. Im Zuge der rheinland-pfälzischen Gebietsreform wird 1974 die Gemeinde Ruchheim eingegliedert. Damit erreicht das Stadtgebiet seine heutige Ausdehnung.

Eingemeindungen

1974] Ehemals selbständige Städte und Gemeinden, die in die Stadt Ludwigshafen am Rhein eingegliedert wurden. Bei Gründung der Gemeinde Ludwigshafen 1853 umfasste das Gemeindegebiet lediglich 366 ha.

Einwohnerentwicklung

1974 Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. ¹ Volkszählungsergebnis

Religionen

Das Gebiet der Stadt Ludwigshafen gehörte zur Pfalz und war damit überwiegend ein evangelisches Gebiet. Doch zogen schon kurz nach Gründung der Gemeinde auch römisch-katholische Bewohner zu, so dass beide Konfessionen relativ ausgewogen vertreten waren. Die evangelischen Bewohner gehörten anfangs zu den Kirchengemeinden Oggersheim beziehungsweise Frankenthal (Pfalz), bevor sie 1862 ihre erste eigenständige Kirchengemeinde erhielten. 1913 wurde das evangelische Dekanat Ludwigshafen innerhalb der Evangelischen Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche) gegründet, zu dem heute alle evangelischen Kirchengemeinden der Stadt gehören, es sei den sie sind Glieder einer Freikirche. Die römisch-katholischen Bewohner gehörten anfangs zu den Pfarreien Friesenheim, Mundenheim und Oppau, bevor sie 1857 ihre erste eigenständige Pfarrei erhielten. Um 1913 entstand das katholische Stadtdekanat Ludwigshafen innerhalb der Diözese Speyer, zu der heute alle katholischen Pfarrgemeinden der Stadt gehören. Durch Einwanderer kamen in den letzten 10 - 20 Jahren auch andere Religionen hinzu.

Politik

Diözese Speyer

Stadtoberhäupter und Stadtrat

An der Spitze der Gemeinde (beziehungsweise Stadt) Ludwigshafen stand seit Gründung der Kommune 1853 ein ehrenamtlicher, ab 1896 ein hauptamtlicher Bürgermeister, der ab 1920 den Titel Oberbürgermeister erhielt.

Gemeinde- und Stadtoberhäupter


- 1853 - 1862: Heinrich Wilhelm Lichtenberger
- 1863 - 1868: Carl Huss
- 1868 - 1872: Joseph Hoffmann
- 1872 - 1889: Georg Kutterer
- 1890 - 1891: Wendelin Hoffmann jun.
- 1891 - 1896: Carl Grünzweig
- 1896 - 1920: Friedrich Krafft
- 1920 - 1930: Christian Weiss
- 1931 - 1937: Fritz Ecarius
- 1937 - 1941: Erich Stolleis
- 1941 - 1942: Franz Schubert, kommissarisch
- 1942 - 1943: Ludwig Holzer, kommissarisch
- 1943 - 1945: Hans Horn, kommissarisch
- 1945: Otto Stabel, kommissarisch
- 1945: Hanns Hoffmann (SPD)
- 1945 - 1955: Valentin Bauer (SPD)
- 1955 - 1957: Werner Bockelmann (SPD)
- 1957 - 1965: Hans Klüber (SPD)
- 1965 - 1993: Werner Ludwig (SPD)
- 1993 - 2001: Wolfgang Schulte (SPD)
- 2002 - : Eva Lohse (CDU) Bei den Stadtratswahlen vom 13. Juni 2004 ergab sich folgendes Ergebnis: #CDU 42,9% (-0,0) - 26 Sitze (=) #SPD 32,6% (-8,6) - 20 Sitze (-5) #REP 8,8% (+3,5) - 5 Sitze (+3) #Bündnis 90/Die Grünen 6,0% (+1,7) - 4 Sitze (+1) #FWG 5,5% (+1,5) - 3 Sitze (=) #FDP 4,1% (+1,7) - 2 Sitze (+2) Die Fraktionen von CDU und SPD arbeiten seit 2001 im Rat zusammen, haben allerdings keine offizielle Koalition gebildet.

Wappen

Koalition Das Wappen der Stadt Ludwigshafen zeigt in Rot einen gesenkten goldenen Anker. Die Stadtfarben sind Rot-Gelb-Rot. Der Anker als Symbol der Schifffahrt soll die Stadt am Rheinhafen versinnbildlichen. Das heutige Wappen wurde am 14. September 1937 vom Reichsstatthalter in Bayern genehmigt. Der Anker war auch im 1. Wappen der Stadt aus dem Jahre 1853 abgebildet. Mit der Eingemeindung von Nachbarorten veränderte sich auch das Wappen und zwar 1895 und erneut 1900. Die damaligen Wappen zeigten einen vierteiligen Wappenschild mit Anker, Rauten und Spaten beziehungsweise Anker, Rauten, Spaten und Schlüssel. 1937 reduzierte man die Wappenbilder auf den Anker allein. Die Stadtfarben, die sich üblicherweise von den Wappenfarben ableiten wurde erst 1895 offiziell genehmigt.

Städtepartnerschaften

Ludwigshafen unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:
- Pasadena (USA), seit 1948
- Lorient (Frankreich), seit 1963
- Havering (Vereinigtes Königreich), seit 1971
- Sumqayıt (Aserbaidschan), seit 1987
- Dessau (Sachsen-Anhalt) seit 1988
- Antwerpen (Belgien), seit 1999

Wirtschaft und Infrastruktur

Chemische Industrie

1999 In Ludwigshafen befindet sich der Stammsitz der BASF, die hier den größten zusammenhängenden Chemiestandort der Welt - gegliedert in mehr als 300 Einzelbetriebe - betreibt. Im Umfeld der BASF und durch Ausgründungen haben sich weitere Chemieunternehmen wie z. B. die Abbott GmbH und die Raschig GmbH angesiedelt.

Ansässige Unternehmen


- Abbott GmbH & Co.KG
- Berkel Pfälzische Spritfabrik GmbH & Co.KG Alkoholrafinerie
- BK Giulini Chemie GmbH & Co. OHG
- Franz Kehl Betriebs-GmbH
- G & H MONTAGE GmbH
- Glas - Mayer GmbH & Co. KG
- ISD - Industrie Service für Datenverarbeitung GmbH
- J. Engelsmann AG
- Kamb Elektrotechnik GmbH
- Keipp elektro-bau-technik GmbH
- Lang & Peitler Automation GmbH
- Die Medien-Union (Rheinpfalz)
- MD Medicus Ges. f. medizinische Serviceleistungen mbH
- Pfalzwerke AG
- PLANEX Planen, Zelte, Hallen GmbH
- Privatbrauerei Gebr. Mayer
- Radio RPR GmbH & Co. KG
- Raschig GmbH
- Reckitt Benckiser
- Saint Gobain G & H Isover AG
- SHE Informationstechnologie AG
- Sterling SIHI GmbH
- Technische Werke Ludwigshafen AG
- VR BANK eG, Ludwigshafen

Verkehr

18px Durch das nördliche Stadtgebiet führt die Bundesautobahn 6 Saarbrücken-Nürnberg. Im Westen der Stadt führt die Bundesautobahn 61 Speyer-Koblenz vorbei. Ferner beginnen hier die A 65 in Richtung Neustadt an der Weinstraße und die A 650 in Richtung Bad Dürkheim. Folgende Bundesstraßen führen durch das Stadtgebiet: von Süden nach Norden die B 9, in Richtung Westen die B 37 nach Bad Dürkheim und in Richtung Süden die B 44. 18px Dem Hauptbahnhof, 1967 als "modernster Bahnhof Europas" eingeweiht, macht seit Dezember 2003 der S-Bahnhof Ludwigshafen-Mitte Konkurrenz. Außerdem gibt es Stadtteilbahnhöfe in Oggersheim, Mundenheim und Rheingönheim sowie einen Werksbahnhof auf dem Gelände der BASF. 18px Seit 14. Dezember 2003 erschließt die S-Bahn Rhein-Neckar den gesamten Rhein-Neckar-Raum mit Linien bis in die Westpfalz, den Odenwald und nach Südhessen führt. 18px Den öffentlichen Personennahverkehr versorgen mehrere Straßenbahnlinien der Verkehrsbetriebe Ludwigshafen (VBL), der Rhein-Haardtbahn (RHB) der MVV-Verkehr sowie Buslinien mehrerer Verkehrsbetriebe. Alle öffentlichen Verkehrsmittel sind zu einheitlichen Preisen innerhalb des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar (VRN) zu benutzen.

Medien

Ludwigshafen ist Sitz von Radio RPR, dem ältesten privaten Rundfunksender Südwestdeutschlands. Zudem betrieb hier der SWR ein Studio. Als Tageszeitung erscheint die Hauptausgabe der Rheinpfalz, einer Regionalzeitung mit zahlreichen Lokalausgaben in der ganzen Pfalz. In Ludwigshafen startete am 1. Januar 1984 mit dem Kabelpilotprojekt Ludwigshafen das Privatfernsehen und somit das duale Rundfunksystem in Deutschland. Aus einem Kellerstudio nahm der Sender PKS seinen Sendebetrieb auf, aus dem ein Jahr später SAT.1 wurde.

Bildung

SAT.1 In Ludwigshafen gibt es zwei Fachhochschulen:
- Die Fachhochschule Ludwigshafen - Hochschule für Wirtschaft mit Ostasieninstitut. Sie ist eine Einrichtung des Bundeslandes Rheinland-Pfalz und bildete bis 2004 Diplom-Betriebswirte/innen aus. Seit 2004 wurde auf Bachelor und Master umgestellt.
- Die Evangelische Fachhochschule Ludwigshafen - Hochschule für Sozial- und Gesundheitswesen. Sie ist eine Einrichtung der Evangelischen Kirche der Pfalz und bildet zum/zur Diplom-Sozialarbeiterin/pädagogin, Diplom Pflegepädagogen/in oder Diplom-Pflegewirt/in aus. Die nächstgelegene Universität ist die Universität Mannheim auf der gegenüberliegenden Rheinseite.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater und Orchester

Universität Mannheim
- Theater im Pfalzbau (ohne eigenes Ensemble)
- Studiobühne TiP
- Prinzregenten-Theater am Hemshof
- Theater Hemshof-Schachtel
- Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz - Das Orchester wurde 1919 in Ludwigshafen gegründet. Es wirkte unter anderem bei Uraufführungen von Werken von Werner Egk, Giselher Klebe und Wolfgang Rihm mit.

Museen

Wolfgang Rihm]
- Bürgermeister-Ludwig-Reichert-Haus (Kunstverein)
- Ernst Bloch-Zentrum Ausstellung über Ernst Bloch (Bloch-Archiv) und Wechselausstellungen
- Heimatmuseum in Friesenheim (Kulturgeschichte)
- Karl-Otto-Braun-Museum in Oppau (Kulturgeschichte)
- Schillerhaus in Oggersheim (Friedrich Schiller-Erstdrucke)
- Stadtmuseum Ludwigshafen (Stadtgeschichte)
- Wilhelm-Hack-Museum (Gondorfer Fund, Mittelalter, Klassische Moderne und Graphisches Kabinett)

Bauwerke

Wilhelm-Hack-Museum
- BASF-Hochhaus "Friedrich-Engelhorn-Hochhaus"
- Fernmeldeturm in Stahlbetonbauweise, Höhe: 138 Meter (Geographische Koordinaten: 8°25'25" östliche Länge, 49°28'28" nördliche Breite)
- Kaufhaus am Berliner Platz (Tortenschachtel, ein rundes Gebäude mit integrierter Straßenbahnhaltestelle)
- Faktor Haus am Berliner Platz (ein halbrundes Büro- und Geschäftsgebäude)
- Hauptbahnhof, einst der modernste Europas, mit Verkehr auf 4 Etagen
- Rathaus (Wahrzeichen der Stadt)
- Wallfahrtskirche Mariae Himmelfahrt in Oggersheim, bedeutendstes Baudenkmal im Stadtgebiet
- Wilhelm-Hack-Museum mit einer großflächigen Fassadenverkleidung von Joan Miró
- Ostasieninstitut
- Südweststadion ehemals Austragungsort der Bundesligaspiele von Waldhof Mannheim

Kunst im öffentlichen Raum

Waldhof Mannheim]
- "Eisläuferin" von Giacomo Manzù, 1957
- "Pfalzsäule" von Blasius Spreng, 1968
- "Raumsäule 22/1968" von Erich Hauser, 1968
- "Miro-Wand" am Wilhelm-Hack-Museum: Dieses Kunstwerk Joan Mirós misst 10 mal 55 Meter und ist das größte vom Künstler realisierte Werk. Es wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Keramiker Joan Gardy Artigas realisiert und 1979 anlässlich der Eröffnung des Museums an der Südwestfassade installiert.
- "Endlose Treppe (Monument für Ernst Bloch)" von Max Bill, 1991
- "Lutherbrunnen" von Gernot und Barbara Rumpf, 1992
- "Geteilte Kugel" von Friedrich Becker, 1992
- "Deux lignes indéterminées" (Zwei unbestimmte Linien) von Bernar Venets, 1993
- "Ring des Seyns" von Kazuo Katase, 1998
- "Conversation" von George Rickey, 1999

Sonstige Sehenswürdigkeiten


- Ebertpark
- Maudacher Bruch
- Parkinsel

Regelmäßige Veranstaltungen


- Februar: Fasnachtsumzug (jährlich im Wechsel mit Mannheim)
- Juni/Juli: Festival des deutschen Films
- Juli: Parkfest (Ebertpark)
- Juli/August: Kultursommer Rheinland-Pfalz (Straßentheater)
- Oktober: Friesenheimer Kerwe
- Oktober: Oktoberfest (gegenüber Südweststadion)
- November/Dezember: Weihnachtsmarkt

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

die Liste ist unvollständig
- 1884 Carl Clemm (1836-1899), Direktor und Vorstandsmitglied der BASF; die Ehrenbürgerwürde wurde ihm vom Friesenheimer Gemeinderat verliehen und später von Ludwigshafen übernommen
- 1892 August Clemm (1839-1910), Direktor und Aufsichtsratsmitglied der BASF
- 1960 Carl Wurster (1900-1974), Aufsichtsratsvorsitzender der BASF
- 1970 Ernst Bloch, Philosoph
- 1983 Herbert Müller, deutscher Politiker (SPD), MdL (Rheinland-Pfalz)
- 1985 Günther Janson, Bürgermeister
- 1993 Werner Ludwig, Oberbürgermeister
- Monsignore Erich Ramstetter
- Friedhelm Borggrefe, Dekan
- Friedrich Wilhelm Wagner (1894-1971), deutscher Politiker (SPD), MdR, MdB, Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts
- 2005 Helmut Kohl, deutscher Politiker (CDU), MdB, MdL (Rheinland-Pfalz), Bundeskanzler, rheinland-pfälzischer Ministerpräsident Ministerpräsident

Söhne und Töchter der Stadt


- 1874, 17. Oktober, Ludwig Siebert, † 1. November 1942 in Stock/Chiemsee, Ministerpräsident von Bayern 1933-1942
- 1869, 23. Oktober, Robert Lauterborn, † 11. September 1952 in Freiburg, Hydrobiologe, Zoologe, Botaniker und Wissenschaftshistoriker
- 1885, 8. Juli, Ernst Bloch, † 4. August 1977 in Tübingen, Philosoph und Schriftsteller
- 1886, Ernst A. Lehmann, † 7. Mai 1937 in Lakehurst, Luftschiffkapitän und Zeppelinbauer
- 1893, 15. Juli , William Dieterle, † 8. Dezember 1972 in Ottobrunn, Filmregisseur und Schauspieler
- 1902, Senta Geißler, † 2000, Malerin
- 1929, 12. November, Waldemar Schreckenberger, Staatssekretär und Chef des Bundeskanzleramts 1982-1984
- 1929, 16. Dezember, Kurt Böckmann, Innenminister von Rheinland-Pfalz 1976-1987
- 1930, 28. Januar, Kurt Biedenkopf, Ministerpräsident von Sachsen 1990-2002
- 1930, 3. April im Ortsteil Friesenheim, Helmut Kohl, Bundeskanzler 1982-1998, Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz 1969-1976
- 1935, 8. März, Gerd Forster, Schriftsteller
- Sigi Schwab, Gitarrist und Komponist
- 1953, 6. Januar, Manfred Kaltz, Fußballspieler
- 1960, Volker Bengl, Tenor
- 1963, 7. Mai, Tara Gee, Sängerin (Fang nochmals von vorne an)

Literatur


- Kathrin Bräuer: Ludwigshafen. Ein Bildband in Farbe. Fotos von Johannes Hahn. Wartberg, Gudensberg-Gleichen 2000 ISBN 3-86134-593-5
- Siegfried Fauck: Geschichte der Stadt Ludwigshafen am Rhein in Daten. 2. A. Stadtarchiv, Ludwigshafen 1989 ISBN 3-924667-14-4
- Städtebibliographie Ludwigshafen am Rhein. Band 1 = Erscheinungen bis 1990. Jürgen Nürnberger, Ludwigshafen 1993 ISBN 3-929153-03-3
- Städtebibliographie Ludwigshafen am Rhein. Band 2 = Erscheinungen 1991-1995 und Nachträge. Jürgen Nürnberger, Ludwigshafen 1998 ISBN 3-929153-06-8
- Städtebibliographie Ludwigshafen am Rhein. Band 3 = Erscheinungen 1996-2000 und Nachträge. Jürgen Nürnberger, Ludwigshafen 2004 ISBN 3-929153-09-2 [bisher 9284 Literaturnachweise]
- Städtebibliographie Ludwigshafen am Rhein. Band 4 = Erscheinungen 2001-2005 und Nachträge. Jürgen Nürnberger, Ludwigshafen [in Vorbereitung Feb 2006, erscheint periodisch alle 5 Jahre]
- Städtebuch Rheinland-Pfalz und Saarland. Band IV 3. Teilband aus Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte. Stuttgart 1964

Siehe auch


- Portal:Ludwigshafen, Nahverkehr in Ludwigshafen am Rhein
-
Kategorie:Ort in Rheinland-Pfalz Kategorie:Ludwigshafen am Rhein Kategorie:Vorderpfalz ja:ルートヴィッヒスハーフェン

Mannheim

Die Universitätsstadt Mannheim ist mit gut 320.000 Einwohnern nach Stuttgart die zweitgrößte Stadt Baden-Württembergs. Die ehemalige Residenzstadt der historischen Kurpfalz bildet auch heute das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Europäischen Metropolregion Rhein-Neckar-Dreieck. Von seiner rheinland-pfälzischen Nachbarstadt Ludwigshafen am Rhein ist Mannheim nur durch den Rhein getrennt. Seit 1900 Großstadt, ist Mannheim heute noch bedeutende Industriestadt und wichtiger Verkehrsknotenpunkt zwischen Frankfurt und Stuttgart, unter anderem mit dem zweitgrößten Rangierbahnhof Deutschlands und einem der bedeutendsten Binnenhäfen Europas. Viele wichtige Erfindungen stammen aus Mannheim: Hier baute Karl Drais 1817 das erste Laufrad, 1886 rollte das erste Automobil von Carl Benz über die Straßen, 1921 folgte der erste Traktor. In den letzten Jahren ist die sehr aktive Musikszene der Stadt überregional bekannt geworden. Eine thematische Sammlung der Artikel rund um die Stadt findet sich im Portal Mannheim.

Geografie

Mannheim liegt im nördlichen Oberrheingebiet am Mündungsdreieck von Rhein und Neckar. Einige Stadtteile liegen rechts des Neckars. Die Stadt liegt in der Europäischen Metropolregion Rhein-Neckar-Dreieck, einem 2,35 Millionen Einwohner zählenden Verdichtungsraum, der neben Teilen Südhessens und der rheinland-pfälzischen Vorderpfalz, in Baden-Württemberg die beiden Stadtkreise Mannheim und Heidelberg sowie die westlichen und südlichen Gemeinden des Rhein-Neckar-Kreises umfasst (siehe auch: Portal:Rhein-Neckar-Dreieck) Innerhalb der Region Rhein-Neckar-Odenwald bildet Mannheim neben Heidelberg ein Oberzentrum, von denen für ganz Baden-Württemberg nach dem Landesentwicklungsplan 2002 insgesamt 14 ausgewiesen sind. Das Oberzentrum Mannheim übernimmt für die Gemeinden Edingen-Neckarhausen, Heddesheim, Ilvesheim und Ladenburg die Funktion eines Mittelbereichs. Ferner gibt es Verflechtungen mit Gemeinden in Hessen und Rheinland-Pfalz und den dortigen Mittelbereichen. Nächstgrößere Städte sind Frankfurt am Main, etwa 70 km nördlich, und Stuttgart, etwa 95 km südöstlich.

Stadtgliederung

Das Stadtgebiet von Mannheim ist gemäß § 22 der Hauptsatzung der Stadt Mannheim in 6 innere und 11 äußere Stadtbezirke gegliedert: Innenstadt/Jungbusch, Neckarstadt-West, Neckarstadt-Ost/Wohlgelegen, Schwetzingerstadt/Oststadt, Lindenhof, Sandhofen, Schönau, Waldhof, Neuostheim/Neuhermsheim, Seckenheim, Friedrichsfeld, Käfertal, Vogelstang, Wallstadt, Feudenheim, Neckarau und Rheinau In jedem der 17 Stadtbezirke gibt es einen Bezirksbeirat, der aus 12 im Stadtbezirk wohnenden Bürgern besteht. Die Bezirksbeiräte sind zu wichtigen, den Stadtbezirk betreffenden Angelegenheiten zu hören. Die endgültige Entscheidung über eine Maßnahme obliegt dann jedoch dem Rat der Stadt Mannheim. Die 17 Stadtbezirke sind in Stadtteile beziehungsweise statistische Bezirke untergliedert. Siehe hierzu Liste der Stadtbezirke und Stadtteile von Mannheim. Liste der Stadtbezirke und Stadtteile von Mannheim

Innenstadt: Die „Quadrate“

Siehe auch den separaten Artikel: Mannheimer Quadrate Die hufeisenförmige Innenstadt Mannheims zwischen Rhein und Neckar ist gitterförmig in rechtwinklingen Häuserblöcken angelegt, man nennt dies die „Mannheimer Quadrate“. Die Planung dieses einzigartigen Straßennetzes geht auf die Planungen des Kurfürsten Friedrich IV. von der Pfalz um 1600 zurück, sie ist bis heute erhalten geblieben. Die Innenstadt wird von zwei Hauptachsen durchzogen. Die auch als „Breite Straße“ bekannte Kurpfalzstraße verläuft vom Schloss bis zum Neckartor. Auf die Haupteinkaufsstraße, die „Planken“, trifft sie im Paradeplatz. Die Parallelstraßen der beiden Hauptachsen tragen in aller Regel keinen Namen, statt dessen werden die dazwischenliegenden Quadrate aus einer Kombination von Buchstabe und Zahl benannt.

Nachbargemeinden

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Mannheim. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt: Lampertheim und Viernheim (beide Kreis Bergstraße in Hessen), Heddesheim, Ilvesheim, Edingen-Neckarhausen, Heidelberg, Plankstadt, Schwetzingen, Brühl (Baden) (alle mit Ausnahme der kreisfreien Stadt Heidelberg im Rhein-Neckar-Kreis in Baden-Württemberg) sowie Altrip, Ludwigshafen, Frankenthal (Pfalz) und Bobenheim-Roxheim (alle mit Ausnahme der kreisfreien Städte Ludwigshafen und Frankenthal im Rhein-Pfalz-Kreis in Rheinland-Pfalz).

Klima

Rhein-Pfalz-Kreis Aufgrund der durch Pfälzerwald und Odenwald geschützten Lage im Oberrheingraben herrscht in Mannheim ein sehr mildes Klima vor. Der wärmste Monat ist der Juli mit durchschnittlich 19,9°C, der kälteste der Januar mit 1,8°C. Temperaturen über 30°C sind im Hochsommer keine Seltenheit. Der Spitzenwert wurde am 8. August 2003 mit 39,0°C gemessen (DWD, eine private Wetterstation in Mannheim-Seckenheim kam am gleichen Tag auf 40,1°C). Im Laufe eines Jahres fallen durchschnittlich 668 mm Niederschlag. Der Spitzenmonat ist wiederum der Juli. Begünstigt von Rhein und Neckar kann es insbesondere im Herbst zu Nebelbänken kommen. Die beiden Flüsse sorgen auch für eine überdurchschnittliche Luftfeuchtigkeit, die besonders im Hochsommer zu drückender Schwüle führen kann.

Geschichte

Eine ausführlichere Darstellung findet sich unter Geschichte Mannheims.

Die Anfänge

Das Dorf Mannenheim (Heim des Manno) wird im Jahre 766 erstmals im Kloster Lorsch urkundlich erwähnt. Lange Jahre ein kleines unbedeutendes Fischerdorf fiel Mannheim 1284 an den Pfalzgrafen bei Rhein aus dem Hause Wittelsbach. Durch den Sieg in der Schlacht bei Seckenheim 1462 über das Heer seiner verbündeten Gegner, des Grafen von Württemberg, des Markgrafen von Baden und des Bischofs von Metz, begründet Kurfürst Friedrich von der Pfalz "der Siegreiche" die pfälzische Vormachtstellung am mittleren Oberrhein. 1566 zählt Mannheim mit etwa 700 Einwohnern zu den größten Dörfern des Oberamts Heidelberg. Heidelberg im Jahr 1620]]

Entstehung einer Stadt

1607 erhält Mannheim die Stadtprivilegien, nachdem Kurfürst Friedrich IV. von der Pfalz den Grundstein zum Bau der Festung Friedrichsburg gelegt hatte. Die damalige Planung eines gitterförmigen Straßennetzes für die mit der Festung verbundene Bürgerstadt Mannheim ist bis heute erhalten geblieben, auf sie ist die Bezeichnung Quadratestadt zurückzuführen. Erstmals 1622 während des Dreißigjährigen Krieges (1618 - 1648) unter Tilly zerstört, fällt Mannheim 1689 den französischen Truppen im Pfälzischen Erbfolgekrieg erneut zum Opfer, wird aber wieder aufgebaut.

Kultureller und politischer Aufstieg der Stadt

1720 verlegt Kurfürst Karl Philipp seinen Hof von Heidelberg nach Mannheim und beginnt den Bau des Mannheimer Schlosses (1760 gemeinsam mit der Jesuitenkirche vollendet). Mannheim wird Residenzstadt der Kurpfalz, es beginnt eine kurze aber glanzvolle Prachtzeit der mittlerweile 25.000 Einwohner zählenden Stadt. Der kurpfälzische Hof fördert Kunst und Musik, Wissenschaft und Handel. Goethe, Schiller und Lessing weilen in Mannheim ebenso wie Mozart. Mit dem Verlust der Residenz 1778 beginnt ein wirtschaftlicher und kultureller Aderlass. 1795 erneut von den Franzosen besetzt und daraufhin von österreichischen Truppen zurückerobert, verliert Mannheim 1803 seine bedeutende politische Stellung: Die Kurpfalz wird im Zuge des Reichsdeputationshauptschlusses aufgelöst und fällt samt Mannheim an Baden. Baden

Der erneute wirtschaftliche Aufschwung

1817 wird in Mannheim mit der Draisine das erste Zweirad getestet. Geprägt vom wirtschaftlichen Aufstieg des Bürgertums beginnt eine weitere Blütezeit Mannheims. 1840 wird der Rheinhafen, sowie die erste badische Eisenbahnlinie von Mannheim nach Heidelberg eröffnet. Mannheim ist ein Mittelpunkt der politischen und revolutionären Bewegung (Märzrevolution) von 1848. 1865 gründete Friedrich Engelhorn die Badische Anilin- und Soda-Fabrik (BASF), die dann allerdings später nach Ludwigshafen verlegt wurde. Aus der Farbenfabrik wird das bis heute größte Chemieunternehmen der Welt. 1886 lässt Carl Benz sein "Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb" patentieren. Nach dem Ersten Weltkrieg stellt die Heinrich Lanz AG mit dem "Bulldog" den erste Traktor vor, in Mannheim hat somit neben dem Fahrrad und dem Auto auch die motorisierte Landwirtschaft ihren Ursprung. 1922 wurde das Großkraftwerk Mannheim in Betrieb genommen. Neben den Wasserkraftwerken am Neckar konnte nun auch die Energieversorgung sicher gestellt werden. Die Stadt zählt um 1930 gemeinsam mit Ludwigshafen, das sich aus der alten Mannheimer Rheinschanze entwickelte, 385.000 Einwohner.

Vom Dritten Reich bis heute

Während des Dritten Reichs wurden fast 2.000 Mannheimer Juden deportiert, die Stadt im Zweiten Weltkrieg durch pausenlosen Luftangriffe fast völlig zerstört und 1945 von US-Truppen besetzt. Nur mühsam setzt der Wiederaufbau der Stadt ein. Schloss und Wasserturm werden wiederaufgebaut, das Nationaltheater an neuer Stelle errichtet. Die Wohnungsnot führt zur Erschließung zahlreicher neuer Wohngebiete. 1967 wird Mannheim Universitätsstadt, 1975 bildet die Bundesgartenschau einen Glanzpunkt in Luisen- und Herzogenriedpark. Eine Reihe baulicher Maßnahmen wird umgesetzt: der Fernmeldeturm und eine zweite Rheinbrücke wird gebaut, die "Planken" werden zur Fußgängerzone, der neue Rosengarten wird eingeweiht, der Aerobus schwebt durch Mannheim. Auch in den 1980er und 1990er Jahren werden eine Reihe von Großprojekten verwirklicht: Planetarium, Kunsthallenerweiterung, neues Reiß-Museum, Stadthaus, neues Maimarktgelände, Synagoge, Moschee, Landesmuseum für Technik und Arbeit, Carl-Benz-Stadion, Fahrlachtunnel. Wirtschaftlich prägten in der jüngeren Vergangenheit die Abnahme der industriellen Arbeitsplätze Mannheim. Die Stadt versucht mit der Ausweisung von Gewerbegebieten und der Ansiedlung von Dienstleistungsunternehmen entgegenzuwirken. Paradebeispiel ist der Bau des Victoria-Hochhaus 2001, eines der höchsten Gebäude der Stadt. Pünktlich zum 400. Stadtjubiläum werden seit 2000 einige städtebaulichen Aktivitäten umgesetzt: SAP-Arena, mit Anschluss an den neuen Stadtbahnring Ost, der gleichzeitig auch die Besucher des Maimarktes ans Ziel bringen soll, Neugestaltung der "Breiten Straße" (Kurpfalz-straße) und des Kurpfalzkreisels, komplette Umgestaltung des Alten Messplatzes(Stadtbahn fährt nicht mehr diagonal über den Platz, sondern um den Platz.), Stadtbahnneubaustrecke Schafweide (an der Neckaruferbebauung Nord).

Eingemeindungen

Ehemals selbständige Gemeinden beziehungsweise Gemarkungen, die in die Stadt Mannheim eingegliedert wurden. Vor der ersten Eingemeindung umfasste das Stadtgebiet lediglich 2.384 Hektar.

Einwohnerentwicklung

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg lebten im 1. Quartal 2005 insgesamt 307.583 Einwohner in Mannheim. Davon waren 151.175 (49,15 Prozent) männlich und 156.408 (50,85 Prozent) weiblich. Der Anteil von Einwohnern anderer Nationalitäten lag bei 22,5 Prozent. Die Arbeitslosenquote lag im August 2005 bei 12,6 Prozent und damit um 2,3 Prozentpunkte höher als im August des Vorjahres. Im Jahr 2004 waren von den damals insgesamt 158.021 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten 34,6 Prozent im produzierenden Gewerbe, 22,8 Prozent in Handel, Gastgewerbe und Verkehr und 42,2 Prozent im sonstigen Dienstleistungssektor tätig. Zwischen 1993 und 2004 hat sich der Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung von 15,85 auf 18,2 Prozent erhöht. Im gleichen Zeitraum hat sich der Anteil der 18- bis 65-Jährigen um rund 2,5 Prozentpunkte reduziert. Tabelle zur demografischen Entwicklung (Entwicklung der Gesamtbevölkerung und der Anteil der unterschiedlichen Altersgruppen von 1993 bis 2004): Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg Die folgenden historischen Einwohnerzahlen variieren nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1870 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. SAP-Arena ¹ Volkszählungsergebnis Ausländer (Stand Jan. 2001)

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