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Romanik

Romanik

Der Begriff Romanik (romanischer Stil, früher auch byzantinischer Stil, Rundbogenstil, vorgotischer Stil, lombardischer Stil) beschreibt eine kunstgeschichtliche Epoche von etwa 1000 bis 1200, vielerorts werden jedoch romanische Stilprinzipien bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts beibehalten. Die romanische Kunst ist überall in Europa sowie in Westasien und Nordafrika nachzuweisen.

Stilprinzipien

Typisch für die romanische Baukunst sind Rundbögen, dicke, festungsartige Mauern (besonders im Westwerk) mit kleinen Fenstern sowie Würfelkapitelle auf den Säulen. In frühromanischer Zeit finden sich flache Kassettendecken, später dann Kreuzgratgewölbe. Der romanische Kirchenbau wird bestimmt durch die Einführung der Überwölbung großer Raumweiten. Die Skulpturen und Malereien zeigen oftmals drastische Motive. Der Romanik voraus gingen die vorromanischen Epochen der merowingischen, karolingischen und ottonischen Kunst, deren Baudenkmäler noch gedrungener und archaischer als die der Romanik sind, sich in ihren Elementen jedoch sehr ähneln. Es sind jedoch nur sehr wenige Bauwerke aus diesen frühen Zeiten auf uns gekommen, so dass generelle Aussagen nur unter Vorbehalt möglich sind; eine Ausnahme bildet beispielsweise das Aachener Münster. Der Übergang von der Vorromanik zur Romanik wird für Frankreich um 1000, für Deutschland um 1020/30 (Hildesheimer Michaeliskirche ab 1010, Dom zu Speyer ab 1025, Klosterkirche Limburg a.d. Haardt ab 1025) angesetzt. In Polen hingegen mit der Krönung von Kasimir I. dem Erneuerer im Jahre 1038. Die Romanik in Deutschland lässt sich in Früh-, Hoch- und Spätromanik einteilen.

Stilphasen

Kasimir I.

Frühromanik (10241080)

Die vorhandenen ökonomischen und technischen Voraussetzungen usw. sowie weltweite Anregungen ermöglichten enorme Leistungen in der Baukunst. Die größte Kirche war die Abtei von Cluny. Sie bestand aus fünfschiffigen, gewölbten Basiliken, zwei Ostquerhäusern und einem Chor mit Umgang und Kapellenkranz. Die größte Kirche der salischen Kaiser war der Dom zu Speyer, der Höhepunkt der Frühromanik; der Dom diente zugleich als Grablege der Kaiser. Sie bestand aus einem Mittelschiffgewölbe, aus der ältesten durchgehend mit Kreuzgewölbe überdeckten Basilika und aus der größten Krypta. Zur Frühromanik kann man aber auch schon den Mainzer Dom zählen, der zwar schon 975 begonnen wurde, jedoch als erster großer Kirchenbau jenseits der Alpen gilt. Seine Maße dienten Domen wie Speyer und Worms als Vorbild. Zudem brannte der Dom schon 1009 größtenteils ab und musste im Wesentlichen neu errichtet werden.

Hochromanik (1080-1190)

In der Hochromanik spielte Bauschmuck eine große Rolle. Hinzu kamen mehr und mehr freistehende figürliche Bildwerke, die oft aus Holz (Triumphkreuze, Madonnenfiguren, Lettnerfiguren), aber auch aus Bronze (Braunschweiger Löwe, Wolframleuchter in Erfurt) gearbeitet wurden. Italienische Einflüsse sind wahrscheinlich, so zunächst wohl bei der Quedlinburger Stiftskirche mit ihrem vielfältigen bauplastischen Schmuck. Kennzeichen der Hochromanik ist auch die Einführung des Großgewölbebaus, der erstmals beim Speyerer Dom verwirklicht werden konnte, als dieser um 1100 umgebaut wurde. Eine bildnerische Prachtentfaltung ist danach z.B. bei der Klosterkirche in Königslutter festzustellen; in einem teilweise engen Zusammenhang stehen Bauten z.B. in Hildesheim (St. Godehard; Michaeliskirche, Langhaus und Kreuzgang), Goslar, Braunschweiger Dom, Magdeburg und Halberstadt. Braunschweiger Dom

Spätromanik (11901235)

Jede kleine Stadt besaß Kirchen mit kreuzförmigen, dreischiffigen Basiliken. Die Spätromanik zeichnet die Vielseitigkeit von Baukörpern und Innenräumen aus, die mit Zierfreude und den Einzelheiten gebaut wurden. Doppelturmfassaden entwickelten sich meist in Verbindung mit prächtig ausgebildeten Vierungstürmen weiter. Die Romanik wurde in Frankreich um 1140 (St. Denis), in England 1175 (Canterbury) und in Deutschland um 1235 (Elisabethkirche in Marburg, Liebfrauenkirche in Trier) durch die Gotik abgelöst.

Profanbauten

Aus der Romanik sind auch die ältesten Profanbauten erhalten (Wohnhäuser in Cluny, das Overstolzenhaus in der Rheingasse 8 in Köln, Dreikönigenhaus in Trier), ebenso Pfalzen und Burgen.

Herkunft des Begriffs

Die Bezeichnung romanesque wurde um 1820 von französischen Gelehrten für den Rundbogenstil eingeführt. Der Begriff wurde gewählt unter Hinweis auf die Verwandtschaft zur römischen Architektur, von der Rundbogen, Pfeiler, Säulen und Gewölbebau übernommen waren.

Neuromanik

Romanische Bauwerke (insbesondere Kirchen) wurden um 1850 gerne nachgebaut bzw. stilrein erneuert (Dom zu Speyer); dabei wurden oftmals originale Barockausstattungen beseitigt (z.B. St. Michael in Hildesheim). Diesen Baustil nennt man neuromanisch (siehe auch Historismus).

Bedeutende romanische Baudenkmäler

In Deutschland


- Die Michaeliskirche in Hildesheim (Übergang zur Romanik)
- Kaiserpfalz Goslar
- sog. Goslarer Dom (Domvorhalle; s. Kaiserpfalz Goslar)
- Teile des Mainzer Doms
- Teile des Magdeburger Doms
- Hundisburg in Sachsen-Anhalt
- St. Servatii, ehem. Stiftskirche in Quedlinburg
- Teile des Naumburger Doms in Naumburg (Saale)
- Teile der Schlosskirche (Dom) in Zeitz
- Der Dom zu Speyer
- Die Klosterruine Limburg an der Haardt bei Bad Dürkheim (Kloster zum heiligen Kreuz)
- Zwölf große romanische Kirchen in Köln zum Beispiel St. Maria im Kapitol, Groß St. Martin
- Der Dom zu Worms
- Der sog. Braunschweiger Dom
- Der sog. Dom zu Königslutter
- Das Kloster Loccum
- Die Abtei Maria Laach
- Der Bamberger Dom
- Das Quirinus-Münster Neuss
- Der St. Patrokli-Dom zu Soest
- Die Klosterkirche Lippoldsberg (http://www.klosterkirche.de/kirche/index.php)
- Die Allerheiligenkapelle im Domkreuzgang des Regensburger Doms
- Die Stiftskirche in Frose (http://www.stiftskirche-frose.de)
- Der Limburger Dom in Limburg a.d. Lahn
- Die Basilika Hl. Kreuz (Kloster Wechselburg) in Wechselburg (Sachsen)
- Beschreibung von 17 romanischen Dorfkirchen im nördlichen Waldecker Land mit Hintergrundinformationen (http://www.landkirchen-waldeck.de)

In Frankreich


- Aquitanien-Pyrenäen
  - Die Abtei Saint Pierre in Moissac (http://architecture.reli3.free.fr/moissac.htm)
- Auvergne (http://www.art-roman.net/auvergne/auvergne.htm)
  - Die Basilika St. Julien in Brioude (teilweise) (http://www.brioude.com/basilique.html)
  - Die Kirche Saint Austremoine in Issoire (http://www.art-roman.net/issoire/issoire.htm)
  - Das Kloster in Lavaudieu (http://perso.wanadoo.fr/revue.shakti/lavaud.htm http://www.art-roman.net/lavaudieu/lavaudieu.htm)
  - Die Kirche in Saint-Nectaire
  - Die Kirche in Saint-Saturnin
  - Die Kirche in Lanobre
  - Die Kirche Notre-Dame in Orcival
  - Die Kirche Notre-Dame du Port in Clermont-Ferrand (http://www.art-roman.net/ndport/ndport.htm)
  - Die Kirche in Ydes
- Burgund (http://www.art-roman.net/bourgogne/bourgogne.htm)
  - Die Kathedrale Saint-Lazare d'Autun
  - Saint-Martin-de-Chapaize
  - Die Kirche Notre-Dame in La Charité sur Loire (teilweise) (http://fsc.cluny.free.fr/sites/charite1.htm)
  - Die Abtei Cluny, ergraben, wertvolle Skulpturen sind erhalten.
  - Die Abtei von Fontenay
  - Die Kirche Sacré-Coeur in Paray-le-Monial
  - Die Kirche St. Patrice in St. Parize le Châtel (http://www.tu-dresden.de/sulcifra/romanik/04/index-parize.html)
  - Die Kirche Saint-Philibert in Tournus
  - Die Basilika Sainte-Marie-Madeleine in Vézelay (http://www.art-roman.net/vezelay/vezelay.htm)
- Loiretal
  - Die Kirche in Fontevrault (http://www.tu-dresden.de/sulcifra/romanik/fontevrault_%E9glise-08-02/t/index.html)
  - Die Kirche in St. Benoît-sur-Loire: (http://www.tu-dresden.de/sulcifra/romanik/st-benoit/st_benoit.html)
- Midi-Pyrenées
  - Das Zisterzienserkloster in Fontfroid
- Poitou-Charentes
  - Die Kirche Saint Pierre in Aulnay (http://www.tu-dresden.de/sulcifra/romanik/aulnay/index.html)

In Italien


- Der Dom zu Modena
- Basilika Sant’Abbondio in Como
- Der Dom von Pisa mit dem zugehörigen Baptisterium. Auch der dazugehörige schiefe Turm wurde während der Romanik begonnen.
- Die Basilika des heiligen Antonius in Padua
- Das Baptisterium von Parma
- Der normannische Dom von Cefalù Cefalù

In Österreich


- Der Dom zu Gurk
- Teile des Stift Heiligenkreuz
- Der Karner von St. Othmar in Mödling
- Die Ruprechtskirche in Wien
- Die Benidiktinerabtei in St. Paul im Lavanttal
- Die Stadtpfarrkirche in Friesach

In Polen


- Wawelkathedrale und Marienrotunde in Krakau
- Norbertanerinnenkloster in Krakau
- Die Andreaskirche in Krakau
- Benediktinerkloser in Tyniec bei Krakau
- Benediktinerkloser in Mogilno
- Dom in Plotzk
- Marienrotunde in Teschen
- Der zweite Dom in Gnesen
- Norbertanerkloster in Strzelno
- Kollegiate in Wiślica
- Zisterienserkloster in Wąchock Wąchock

In Schweden


- Der Dom zu Lund

In der Schweiz


- Das Basler Münster (teilweise)
- Das Fraumünster und das Grossmünster in Zürich (beide teilweise)
- Die Kathedrale in Chur
- Das Kloster Romainmôtier
- Die Abtei bzw. die Abteikirche in Payerne
- Schloss Chillon am Genfersee
- Die Kirche von Amsoldingen am Thunersee

In Spanien


- Bauten am Pilgerweg nach Santiago de Compostela.

Touristische Erschließung

Straße der Romanik

Die Straße der Romanik ist eine Ferienstraße, die seit 1993 in Sachsen-Anhalt besteht. Sie ist 1000 km lang und umfasst 72 Bauwerke wie Kirchen, Pfalzen, Burgen und Dome.

Straße der Piasten

Die Straße der Piasten ist eine Ferienstraße in Großpolen, Polen. Sie umfasst die vorromanischen, romanischen und frühgotischen Bauwerke, die in dem Kerngebiet der Polanen vom 10. bis zum 13. Jahrhundert entstanden sind.

Weblinks


- [http://www.romanikstrasse.de/ Straße der Romanik in Sachsen-Anhalt, touristische Ausrichtung mit Basisinformationen]
- [http://www.romanische-kirchen-koeln.de/ Besuch in den zwölf romanischen Kirchen Kölns]
- [http://www.tu-dresden.de/sulcifra/romanik/ Romanik in Frankreich]
- [http://www.romanica.de/ Schülerprojekt zur Romanik]
- [http://www.romanik.de/ Romanik im Landkreis Helmstedt, in Ostfalen und Europa]
- [http://www.semmler24.de/kirchen/ Romanische Dorfkirchen im nördlichen Waldecker Land]
- [http://www.ndrom.de/ Nebenstraßen der Romanik in der Altmark und im Havelwinkel] ! Kategorie:Kunststil Kategorie:Mittelalter ja:ロマネスク建築

1000

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- 15. März – Während des "Staatsakts von Gnesen", Errichtung des Erzbistums Gnesen mit den Bistümern Breslau, Krakau und Kolberg durch Kaiser Otto III.
- 30. April – Das Kloster Helmarshausen (Hessen) erhält vom Kaiser das Münzrecht.
- Island wird christlich.
- Leif Eriksson entdeckt Nordamerika (Vinland).
- Erste urkundliche Erwähnung von Oedingen.
- Erste urkundliche Erwähnung von Elspe.
- Erste urkundliche Erwähnung von Wasenweiler.
- Erste urkundliche Erwähnung von Vinnen.
- Poppon wird erster Bischof von Krakau.
- 31. Dezember – Ende des 1. Jahrtausends und des 10. Jahrhunderts.

Geboren


- Adelmann von Lüttich, belgischer Gelehrter

Gestorben


- 9. SeptemberOlav I. Tryggvasson, König von Norwegen (
- 963) ja:1000 ko:1000년 simple:Thousand

1200

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- Beginn der Arbeiten am Münster in Freiburg im Breisgau, Fertigstellung des Benediktinerklosters Maria Laach.
- Belegung Philipps II. von Frankreich mit dem Kirchenbann durch Papst Innozenz III.
- Um 1200: Verbreitung des Kompasses in Europa

Geboren


- 19. Januar - Zen-Meister Dōgen in Japan († 1253)
- 28. Oktober - Ludwig IV., Landgraf von Thüringen ab 1217 († 1227)

Gestorben


- 25. Oktober - Konrad I. von Wittelsbach, Erzbischof von Mainz, Kardinalbischof (
- um 1120-25)
- Joscelin III., Titulargraf von Edessa (
- um 1135) ko:1200년

Europa

Europa ist das westliche Fünftel der eurasischen Landmasse und wird von Europäern üblicherweise als eigenständiger Kontinent betrachtet, obwohl es eigentlich ein Subkontinent ist. Insgesamt hat Europa eine Fläche von 8,327 Millionen Quadratkilometern, was Europa nach Australien zum zweitkleinsten Kontinent macht. Dennoch besitzt Europa mit rund 730 Millionen Einwohnern die drittgrößte Bevölkerung aller Kontinente. Die Ausdehnung erstreckt sich von der Nordsee und dem Atlantischen Ozean im Westen bis zum Ural im Osten. Ural

Geographie

Europa hat eine Fläche von 8,327.000 km² und eine Küstenlänge von 37.200 km. Der nördlichste Punkt des Kontinents liegt bei ca. 71,2° n. Br. in Knivskjelodden, Norwegen, der südlichste Punkt in Tarifa im Süden Spaniens. Damit beträgt die Nord-Süd Ausdehnung ca. 3.800 Kilometer. Von Ost nach West erstreckt sich die Landmasse Europas vom Uralgebirge in Russland bis zur Atlantikküste Portugals, was ca. 6.000 Kilometer West-Ost Ausdehnung bedeutet. Insgesamt ist Europa stark zergliedert. Es beinhaltet einige größere Halbinseln, wie die Iberische Halbinsel, die Apenninhalbinsel, die Skandinavische Halbinsel und die Balkanhalbinsel, sowie viele weitere, kleinere Halbinseln wie Bretagne und Jütland. Außerdem gibt es noch eine Vielzahl von Inseln, die größten sind die Britischen Inseln, Island, Sardinien und Sizilien. Sizilien Im Norden grenzt Europa an einzelne Randmeere des Nordpolarmeeres wie die Barentssee und das Europäische Nordmeer. Obwohl sich die Nebenmeere Nord- und Ostsee streng genommen innerhalb des Kontinents befinden, wird die Nordsee auch als seewärtige Grenze angesehen. Im Südosten grenzt Europa an das Kaspische Meer, im Süden an das Schwarze Meer und an das Mittelmeer, und im Westen an den Atlantischen Ozean. Der höchste Punkt des Kontinents liegt je nach Definition der "Grenzen" Europas entweder im nördlichen Kaukasus in Russland (Elbrus (5.642 Meter)) oder aber in den Alpen zwischen Frankreich und Italien (Montblanc (4.808 Meter)). Der niedrigste Punkt Europas liegt mit 28 Metern unter dem Meeresspiegel an der Nordküste des Kaspischen Meeres. Siehe auch: Mittelpunkt Europas

Innereurasische Grenze

Das Ural-Gebirge, der Ural-Fluss, das Kaspische Meer, die Manytschniederung nördlich des Kaukasus, das Schwarze Meer sowie Bosporus, Marmarameer und Dardanellen bilden unter anderem die Grenze zwischen Europa und Asien. Siehe auch: Innereurasische Grenze

Untergliederung


- Nordeuropa
  - Nordwesteuropa
  - Nordosteuropa
- Mitteleuropa
  - Ostmitteleuropa
- Osteuropa
- Südeuropa
  - Südosteuropa
- Westeuropa

Flüsse

Westeuropa Die längsten Flüsse Europas (über 1.000 km) sind: #Wolga (3.531 km) #Donau (2.850 km) #Ural (2.428 km) (an der "innereurasischen" Grenze) #Dnjepr (2.200 km) #Don (1.870 km) #Petschora (1.809 km) #Kama (1.805 km) #Oka (1.500 km) #Belaja (1.430 km) #Dnjestr (1.352 km) #Rhein (1.320 km) #Wjatka (1.314 km) #Elbe (1.165 km) #Desna (1.130 km) #Weichsel (1.047 km) #Düna (1.020 km) #Loire (1.020 km) #Choper (1.010 km) #Tajo (1.007 km) Siehe auch: Liste europäischer Flüsse, Die längsten Flüsse der Erde

Berge

Die höchsten Berge in Europa sind: #Elbrus (5.642 m), Russland, Kaukasus (umstritten, weil innereurasische Grenze unterschiedlich festgelegt ist) #Dykh Tau (5.203 m), Russland, Kaukasus (umstritten) #Rustaveli (5.201 m), Georgien, Kaukasus (umstritten) #Koshtan Tau (5.150 m), Russland, Kaukasus (umstritten) #Pushkin (5.100 m), Russland, Kaukasus (umstritten) #Shkhara (5.068 m), Russland/Georgien, Kaukasus (umstritten) #Kazbek (5.047 m), Russland/Georgien, Kaukasus (umstritten) #Mizhirgi (5.025 m), Russland, Kaukasus (umstritten) #Katyn (4.974 m), Russland, Kaukasus (umstritten) #Shota Rustaveli (4.960 m), Russland, Kaukasus (umstritten) #Borovikovs topp (4.888 m), Russland, Kaukasus (umstritten) #Mont Blanc (4.808 m; mit Eiskappe), Grenze Frankreich-Italien, Alpen #Dufourspitze (4.634 m; Monte-Rosa-Massiv), Grenze Schweiz-Italien, Alpen #Dom (4.545 m), Schweiz, Alpen #Weisshorn (4.505 m), Schweiz, Alpen #Lyskamm (4.480 m), Grenze Schweiz-Italien, Alpen #Matterhorn (4.478 m), Grenze Schweiz-Italien, Alpen #Dent Blanche (4.357 m), Schweiz, Alpen #Finsteraarhorn (4.274 m), Schweiz, Alpen #Zinalrothorn (4.221 m), Schweiz, Alpen #Alphubel (4.206 m), Schweiz, Alpen #Rimpfischhorn (4.199 m), Schweiz, Alpen #Aletschhorn (4.192 m), Schweiz, Alpen #Dent d'Hérens (4.171 m), Grenze Schweiz-Italien, Alpen #Breithorn (4.164 m), Grenze Schweiz-Italien, Alpen #Jungfrau (4.158 m), Schweiz, Alpen #Mönch (4.107 m), Schweiz, Alpen #Ecrins (4.101 m), Frankreich, Alpen #Schreckhorn (4.078 m), Schweiz, Alpen #Gran Paradiso (4.061 m), Italien, Alpen #Großes Fiescherhorn (4.049 m), Schweiz, Alpen #Piz Bernina (4.049 m), Grenze Schweiz-Italien, Alpen #Weissmies (4.023 m), Grenze Schweiz-Italien, Alpen #Ortler (3.905), Italien, Alpen Die bekanntesten Vulkane in Europa sind:
- Ätna (italien. Etna) (veränderlich um 3.370-3.400 m), Sizilien, Italien
- Hvannadalshnjúkur (2.119 m, unter dem Vatnajökull), höchster Berg auf Island
- Grímsvötn (1.725 m; unter dem Vatnajökull), Island
- Herðubreið (1.682 m, unter dem Vatnajökull), Island
- Vesuv(io) (ca. 1.200 m), Italien
- Stromboli (ca. 926 m), vulkanische Insel, Italien
- Santorini (Σαντορίνη) (575 m), vulkanische Insel, Griechenland

Klima

Der Kontinent liegt hauptsächlich in den gemäßigten Breiten. Das Klima ist in Europa im Vergleich mit Gebieten gleicher geographischer Breite in anderen Erdteilen wegen des Einflusses des relativ warmen Golfstroms milder. Die durchschnittliche Jahrestemperatur von Neapel beträgt beispielsweise 16 °C, während das auf nahezu gleicher Breite liegende New York 12 °C erreicht. Schwankungen der Temperatur innerhalb eines Jahres sind in den größten Teilen des Erdteils relativ gering. Kühlen Winter stehen milde Sommer gegenüber. Nur in Gebieten, die weit vom Meer, also auch von dessen klimatisch ausgleichenden Einfluss entfernt liegen, sind die Temperaturunterschiede in verschiedenen Jahreszeiten stärker. In größten Teilen Osteuropas ist das Klima durch das Fehlen des Meeres in unmittelbarer Nähe vorwiegend kontinental geprägt. Kalte Winter und heiße Sommer sind in diesen Regionen vorherrschend. Durch die Erdrotation und der damit verbundenen ablenkenden Kraft kommen Winde hauptsächlich aus westlicher Richtung. Da in den Küstengebieten Westeuropas deswegen Winde vornehmlich vom Atlantischen Ozean wehen, kommt es fast ganzjährig zu Regen. In Ost-und Mitteleuropa ist die Niederschlagsmenge dagegen vergleichsweise gering, da wiederum der Einfluss des Meeres auf diese Regionen zu gering ausfällt. Hochgebirge können die Niederschlagsmenge ebenfalls stark beeinflussen. So ist der mittlere Jahresniederschlag nördlich der Alpen deutlich geringer als südlich. Die Alpen wirken in diesem Fall als Barriere, durch den es nur wenige Regenfronten schaffen durchzudringen. In Gebieten nahe des Mittelmeers herrscht überwiegend mediterranes Klima, das heißt trockene und heiße Sommer, während es im Winter mild und feucht ist. Im Sommer gibt es vorwiegend Winde aus nördlicher Richtung, im Winter bringen westliche Winde aus Richtung des Atlantischen Ozeans dagegen häufigen Niederschlag mit. Im Norden Europas herrscht arktisches Klima, im Südosten an der Wolga dagegen Kontinentalklima mit heißen Sommern und geringem Niederschlag.

Bevölkerung

Europa hat mit ca. 730 Millionen Einwohnern nach Asien und Afrika die drittgrößte Bevölkerungszahl aller Kontinente und gehört zu den dichter besiedelten Teilen der Erde. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte beträgt 66/km². Vor allem in West-, Mittel- und Südeuropa ist die Bevölkerungsdichte relativ hoch, während sie weiter nach Norden und Osten stark abnimmt.

Sprachen

Mehr als 90 Prozent der Einwohner Europas sprechen indogermanische Sprachen. Am weitesten verbreitet sind slawische, germanische und romanische Sprachen. Auch Griechisch, Albanisch, die baltischen und keltischen Sprachen, sowie das Romani zählen zu den indogermanischen Sprachen. Die uralischen Sprachen stellen die zweitgrößte Sprachfamilie Europas dar. Sie unterteilen sich weiter in die samojedischen Sprachen, die von einigen wenigen Tausend im Menschen im äußersten Nordosten Europas gesprochen werden, und in die finno-ugrischen Sprachen. Hierzu zählen vor allem Finnisch, Ungarisch, Estnisch als Amtssprachen, ferner die in Lappland gesprochenen samischen Sprachen und einige Minderheitensprachen, vor allem in Russland. Im europäischen Teil der Türkei ist mit Türkisch eine altaische Sprache Amts- und Titularsprache. Andere Turksprachen sind als Minderheitensprachen in Ost- und Südosteuropa verbreitet, so etwa das Gagausische und das Tatarische. Mit Kalmückisch wird am Ostrand des Kontinents auch eine Sprache des mongolischen Zweigs der Altaisprachen in Europa gesprochen. Mit Maltesisch ist auf der Insel Malta zudem eine Sprache des semitischen Zweigs der afroasiatischen Sprachen Amtssprache. Die in Spanien und Frankreich gesprochene baskische Sprache wird keiner größeren Sprachfamilie zugerechnet, ihr Ursprung konnte durch die moderne Sprachwissenschaft nicht rekonstruiert werden und ist nach wie vor unbekannt. Darüber hinaus werden heute in Europa zahlreiche weitere Sprachen aus anderen Sprachfamilien gesprochen, die durch Einwanderer in jüngerer Zeit hierher gelangt sind. Am gebräuchlichsten in Europa ist das lateinische Alphabet, gefolgt von dem kyrillischen Alphabet (in Russland, Weißrussland, der Ukraine, Bulgarien, Serbien, Mazedonien und Teilen Montenegros) und dem griechischen Alphabet. Siehe auch: Liste von Sprachen in Europa, Minderheitensprachen in der Europäischen Union, Amtssprachen der Europäischen Union

Religionen

Ca. 75% der Europäer sind Christen (vor allem katholisch, protestantisch, orthodox). 7 % sind Muslime (vor allem in Südosteuropa sowie Einwanderer aus islamischen Ländern in England, Frankreich, Deutschland, Italien), außerdem gibt es Juden sowie eine größere Zahl von in jüngerer Zeit aus anderen Teilen der Welt nach Europa gekommener oder neu entstandenener Religionen. Ca. 18 % der Europäer sind konfessionslos, besonders in den Städten und den ehemals kommunistischen Ländern im Osten, zum Teil aber auch in Deutschland. Das Christentum erreichte Europa erstmals im 1. Jahrhundert nach Chr. Der Islam breitete sich im 8. Jahrhundert auf der Iberischen Halbinsel, wurde aber im Zuge der "Reconquista" vom 13. bis zum 15. Jahrhundert wieder verdrängt. Europäer verbreiteten das Christentum durch Einwanderung und Mission in Amerika, Australien und in geringerem Maße auch auf anderen Kontinenten (Teile Südostasiens, Afrikas und Ozeaniens). Heute ist Europa weitgehend säkularisiert.

Städte und Metropolen

Ozeanien Lissabon war eine der ersten kosmopolitischen Metropolen der Welt, da sie in Zeiten des Imperialismus Zentrum eines großen Kolonialreiches war. Noch 1950 befanden sich vier Städte der heutigen Europäischen Union unter den zwanzig größten der Welt, seitdem wachsen die europäischen Städte kaum noch, verlieren teilweise an Einwohnerzahlen. Diese vier größten EU-Städte waren London auf dem zweiten Platz hinter New York, Paris auf dem vierten Platz hinter Tokio, Mailand und Neapel belegten noch Platz 13 bzw. 19. Doch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts holten die Städte der restlichen Welt, besonders die der Entwicklungsländer, z. B. Mexiko-Stadt, Manila oder São Paulo, bei den Einwohnerzahlen auf und führen jetzt die Tabelle der Welt an. Problematisch beim Vergleich der Metropolen ist die in Deutschland übliche Abgrenzung anhand der Gemeindegrenzen, da andere Staaten dies in ihren Statistiken nicht tun (z.B. USA, Frankreich, Australien, Großbritannien). Daher fehlen in der unteren Auflistung der Metropolen polyzentrische Stadtregionen wie Rhein-Ruhr und Rhein-Main in Deutschland oder das oberschlesische Industriegebiet in Polen. Die europäischen Hauptstädte finden sich in der Liste der Hauptstädte der Welt. Entfernungen verschiedener europäischer Städte (Alle Messungen sind in Luftlinie angegeben):
- Amsterdam (NL) – Warschau (PL), ca. 1.100 km
- Helsinki (FIN) – Rom (I), ca. 2.200 km
- Belgrad (SCG) – Dublin (IRL), ca. 2.150 km
- Edinburgh (GB) – Hamburg (D), ca. 900 km
- Istanbul (TR) – Lissabon (P), ca. 3.200 km
- Sagres (P) – Ust Kara (RUS), ca. 5.580 km
- Wien (A) – Bratislava (SK), ca. 60 km

Kultur und Bildung

In allen Staaten Europas gibt es eine Schulpflicht oder mindestens eine Bildungspflicht, die oft vom 6. oder 7. bis zum 15. oder 16. Lebensjahr dauert. Die Grundschulzeit beträgt vier bis fünf Jahre in den meisten, sieben oder acht Jahre in den wenigsten Ländern. Danach folgt meist eine weiterführende Schule, die auch verschiedene Schultypen und -arten umfassen kann. Die Analphabetenrate ist in fast allen Ländern durch verschiedene Förderungen des Bildungssystems sehr niedrig. In vielen Ländern gibt es außerdem sehr renommierte Hochschulen und Universitäten, teilweise auch mit bestimmten fachlichen Schwerpunkten. Bildhauerei, Malerei, Literatur, Architektur und Musik haben in Europa eine lange Tradition. Viele Städte, wie beispielsweise Paris, Rom, Berlin und Moskau werden heute als kulturelle Zentren betrachtet. Außerdem besitzen viele Städte wichtige Theater, Museen, Orchester und weitere bedeutende Einrichtungen.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Europas Für den Menschen war Europa erst die dritte Wahl. Vor etwa 800.000 Jahren soll die Besiedlung durch den Homo antecessor begonnen haben, etwa eine halbe Million Jahre, nachdem Ostasien von Afrika aus besiedelt worden war. Während die Entwicklung des Homo sapiens in Afrika ablief, war Europa die Domäne von Homo heidelbergensis und Homo neanderthalensis. Trotz - oder vielleicht auch wegen - der widrigen Bedingungen durch die Eiszeit sollen diese Menschen vor etwa 100.000 Jahren angefangen haben, die Kultur der Altsteinzeit zu verfeinern. Mit der Jungsteinzeit und der Bronzezeit begann in Europa eine lange Geschichte großer kultureller und wirtschaftlicher Errungenschaften, zunächst im Mittelmeerraum, dann auch im Norden und Osten. Besonders die griechische Kultur, das Römische Reich und das Christentum hinterließen ihre Spuren bis heute. In der späteren Antike vereinigte das Römische Reich erstmals das gesamte südliche Europa zusammen mit den anderen Küstenländern des Mittelmeeres in einem Großreich. Im Römischen Reich konnte sich die neue Religion des Christentums schnell ausbreiten. Trotz aller Verfolgungen wurde das Christentum unter Kaiser Konstantin I. Staatsreligion und wirkt bis heute fort. Das Mittelalter war geprägt von der Konkurrenz zwischen dem neuen römischen Kaiser im Westen und dem alten römischen Kaiser in Byzanz, auf deren beiden Einflussspären die Spaltung in ein westliches und östliches Europa zurückgeht. Missionare verbreiteten das Christentum über Nord- und Osteuropa, so dass ganz Europa christlich wurde. Im westlichen Europa gab es Auseinandersetzungen zwischen von Kaiser und Papst um die Vorherrschaft. Die Reformation im 16. Jahrhundert spaltete die Kirche in einen katholischen und evangelischen Teil. Religionskriege waren die Folge. 1618 bis 1648 verwüstete der Dreißigjährige Krieg weite Teile Mitteleuropas. Seit dem 15. Jahrhundert bauten europäische Nationen (besonders Spanien, Portugal, Russland, die Niederlande, Frankreich und das Vereinigte Königreich) koloniale Imperien mit großen Besitztümern in Afrika, Amerika und Asien. Europa ist der Kontinent, der die anderen Erdteile am meisten beeinflusst hat (zum Beispiel durch christliche Missionierung, Kolonien, Sklavenhandel, Warenaustausch und Kultur). Im 18. Jahrhundert setzte die Bewegung der Aufklärung neue Akzente und forderte Toleranz, die Achtung der Menschenwürde, Gleichheit und Freiheit. 1789 kam durch die Französische Revolution zum ersten Mal das Bürgertum an die Macht. Im frühen 19. Jahrhundert musste sich halb Europa nach dem Willen des französischen Kaisers Napoleon richten, bis er 1812 in Russland ein Fiasko erlebte. Die Industrialisierung begann in Teilen Europas im 18. Jahrhundert und veränderte rasant den Alltag breiter Bevölkerungsschichten. Als Folge der Verarmung der Arbeiter entstand im 19. Jahrhundert die Kommunistische Bewegung. Daneben war das 19. Jahrhundert stark bestimmt vom Gedanken der Demokratie, vom Reaktionismus und vom Imperialismus. Sowohl der Erste Weltkrieg (1914 bis 1918) als auch der Zweite Weltkrieg (1939 bis 1945) brachen in Europa aus und richteten riesige Zerstörungen an. Nach dem Zweiten Weltkrieg und im Kalten Krieg war Europa in zwei große politisch-ökonomische Blöcke geteilt: pseudo-sozialistische Nationen in Osteuropa und kapitalistische Nationen in Westeuropa. Man sprach auch vom Eisernen Vorhang, der die Staaten Europas voneinander trennte. Erst Perestroika und Glasnost führten in der Sowjetunion Mitte der 1980er Jahre zu einem politischen Kurswechsel. 1989 brach der Ostblock auf, die Berliner Mauer fiel, und die Sowjetunion und der Warschauer Pakt lösten sich auf. Seit den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wachsen die Kulturen Europas verstärkt zusammen, was sich zum einen durch Institutionen wie die EU, aber auch durch die Bevölkerungs- und Wirtschaftsschwerpunkte zeigt (siehe auch Blaue Banane). Siehe auch: Wiege Europas, Alteuropa

Politik

Europäische politische Organisationen

In der Mitte des 20. Jahrhunderts wurde als erste gemeinsame europäische Institution der Europarat gegründet, der nach Ende des Ost-West-Konfliktes 47 Staaten umfasst. Ebenfalls von großer Bedeutung ist die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), die 1975 als Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbei in Europa (KSZE) damals blockübergreifend gegründet wurde, und der neben europäischen Ländern auch die USA und Kanada angehören. Wer im politischen Sinne von "Europa" spricht, meint aber meist die Europäische Union (EU) oder ihre Vorläufer: 1951 schlossen sich Belgien, die Niederlande, Luxemburg, Deutschland, Italien und Frankreich zur Montanunion bzw. EGKS (Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl) zusammen. Der Versuch, eine Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG) sowie eine Europäische Politische Gemeinschaft (EPG) zu gründen, scheiterte 1954 an der französischen Nationalversammlung. Daraufhin wurden 1957 mit den Römischen Verträgen die Europäische Atomgemeinschaft (Euratom) sowie die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) gegründet. Der Sammelbegriff Europäische Gemeinschaften (für EGKS, Euratom und EWG) wurde im alltäglichen Sprachgebrauch mehr und mehr durch den Singular Europäische Gemeinschaft verdrängt. Mit dem Maastrichter Vertrag wurde schließlich die die alten Gemeinschaften und Kooperationsformen überwölbende Europäische Union gegründet. Ein Großteil der Mitgliedsländer der ebenfalls in den 50er Jahren gegründeten EFTA (European Free Trade Association) ist mittlerweile in die EG/EU übergetreten - die verbliebene EFTA ist ihr über den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) eng verbunden. Nach der Erweiterung der EU um Polen, Tschechien, Ungarn, die Slowakei, Estland, Lettland, Litauen, Slowenien, Malta und Zypern im Jahre 2004 zählt diese 25 Mitglieder. Siehe auch: Europäisches Parlament, NATO, Europawahl, Politische Architektur Europas

Staaten in Europa

Politische Architektur Europas
- Albanien
- Andorra
- Belgien
- Bosnien und Herzegowina
- Bulgarien
- Dänemark (einschließlich der autonomen Färöer; das ebenfalls autonome Grönland ist geografisch Teil Nordamerikas)
- Deutschland
- Estland
- Finnland (mit den staatliche Besonderheiten aufweisenden Ålandinseln)
- Frankreich (mit Ausnahme der überseeischen Territorien in Nord- und Südamerika, Afrika, Ozeanien)
- Griechenland (einschließlich der souveränen Mönchsrepublik Athos)
- Großbritannien und Nordirland (einschließlich der direkt der Krone unterstehenden Insel Man und der Kanalinseln sowie des Überseegebietes Gibraltar)
- Irland
- Island (liegt geografisch auf dem mittelatlantischen Rücken)
- Italien
- Kroatien
- Lettland
- Liechtenstein
- Litauen
- Luxemburg
- Malta
- Mazedonien
- Moldawien
- Monaco
- Niederlande
- Norwegen
- Österreich
- Polen
- Portugal (mit Ausnahme des näher an Nordafrika liegenden Madeira und der auf dem mittelatlantischen Rücken liegenden Azoren)
- Rumänien
- Russland (ein Viertel der Landmasse in Europa, dies ist das historische Kernland Russlands mit 75 % seiner Bevölkerung)
- San Marino
- Schweden
- Schweiz
- Serbien und Montenegro (Staatenbund aus Serbien und Montenegro)
- Slowakei
- Slowenien
- Spanien (mit Ausnahme der spanischen Plazas de soberanía und der Kanarischen Inseln in Nordafrika)
- Tschechien
- Ukraine
- Ungarn
- Vatikanstadt
- Weißrussland Siehe auch: Liste europäischer Nachbarstaaten

Folgende Staaten liegen mit weniger als 5% ihrer Landfläche in Europa


- Kasachstan (nur ein sehr kleiner Teil der Landfläche liegt in Europa, der Rest in Asien; bei Sportveranstaltungen wird Kasachstan gelegentlich Europa zugerechnet)
- Türkei (nur 3% der Fläche liegt geographisch in Europa, der Rest in Asien; bei Kulturveranstaltungen wird die Türkei Europa zugeordnet (in allen internationalen Sportveranstaltungen, Eurovision Song Contest u.a.); sie ist Mitglied des Europarats und hat eine Zollunion mit der EU, ist Beitrittskandidat der EU und in allen anderen europäischen Gremien vertreten)

Weitere Staaten, die gelegentlich zu Europa gerechnet werden

Aus historischen, kulturellen oder politischen Gründen werden gelegentlich auch folgende Staaten zu Europa gerechnet:
- Armenien (geschichtlich eng mit Europa verbunden, christliche Bevölkerung mit indogermanischer Sprache, Territorium liegt geographisch in Asien, Mitglied des Europarates)
- Aserbaidschan (liegt geographisch in Asien; bei Sportveranstaltungen wird es Europa zugerechnet; Mitglied des Europarates)
- Georgien (geschichtlich eng mit Europa verbunden, christliche Bevölkerung, Territorium liegt geographisch in Asien; Mitglied des Europarates)
- Israel (liegt geographisch in Asien; bei Kulturveranstaltungen wird Israel oft Europa zugeordnet (Fußball-Europameisterschaft, Eurovision Song Contest).)
- Zypern (Insel im östlichen Mittelmeer, die geographisch zu Asien gezählt wird; geschichtlich eng mit Europa verbunden, seit Mai 2004 Mitglied der EU)

Abhängige Gebiete in Europa


- Åland (autonome Inselgruppe und Provinz vor Finnland)
- Berg Athos (autonome Mönchsrepublik unter Oberhoheit Griechenlands)
- Färöer (autonome Region innerhalb Dänemarks)
- Gibraltar (Überseeterritorium des Vereinigten Königreiches)
- Isle of Man (untersteht direkt der britischen Krone)
- Oblast Kaliningrad (Teil Russlands, Exklave zwischen Polen und Litauen)
- Kanalinseln (unterstehen direkt der britischen Krone)

Von europäischen Staaten abhängige Gebiete auf anderen Kontinenten


- Alborán, vulkanische spanische Mittelmeerinsel, unbewohnt, unter Naturschutz, zwischen Andalusien und Nordafrika
- Anguilla, eine britische Insel in der Karibik (Mittelamerika)
- Die Niederländischen Antillen (De Nederlandse Antillen: Bonaire, Curaçao, Saba, Sint Eustatius (Statia), Sint Maarten) gehört zu den Niederlanden, jedoch nicht zur EU, in der Karibik (Mittelamerika)
- Aruba, intern autonomer Landesteil der Niederlande in der Karibik (Mittelamerika)
- Die Azoren, portugiesische Inselgruppe zwischen Europa und Nordamerika im Atlantik
- Bermuda, britisches Überseegebiet, Inselgruppe östlich North Carolinas im Atlantik
- Britisches Antarktis-Territorium (British Antarctic Territory) ein völkerrechtlich nicht anerkannter Teil des Südpols wird von Großbritannien beansprucht: die Antarktische Halbinsel, die Südlichen Orkneyinseln, die Südlichen Shetlandinseln, einen Festlandsektor bis zum Pol (Antarktis)
- Britische Jungferninseln (the British Virgin Islands) in der Karibik (Mittelamerika)
- Das Britische Territorium im Indischen Ozean (British Indian Ocean Territory) britisches Überseegebiet, die Kronkolonie Tschagos-Archipel (Flottenstützpunkt), sechs weitgehend unbewohnte Atolle im Indischen Ozean
- Ceuta, autonom verwaltete Exklave Spaniens, Nordmarokko, 21 km vor Gibraltar (Nordafrika)
- La Islas Chafarinas, unbewohnter spanischer Archipel, 4 km vor der Küste Ostmarokkos (Nordafrika)
- Clipperton-Insel oder Passionsinsel (Île Clipperton, Île de la Passion) unbewohntes französisches Atoll südwestlich von Mexiko (Pazifik)
- Îles éparses (Les Îles éparses de l'océan Indien) unselbständige und weitgehend unbewohnte zu Frankreich gehörige Inseln und Atolle um Madagaskar und im Indischen Ozean
- Falklandinseln, britisches Überseegebiet, östlich Feuerland im südlichen Atlantik (Südamerika)
- Guadeloupe, Überseedépartement Frankreichs, Inselgruppe in der Karibik (Mittelamerika)
- Französisch-Guayana (Guyane française) Überseedépartement Frankreichs in Südamerika
- Grönland (Grønland) autonomes Gebiet Dänemarks (jedoch nicht Teil der EU) in Nordamerika
- Die Kaimaninseln (Cayman Islands) britisches Überseegebiet in der Karibik (Mittelamerika)
- Die Kanarischen Inseln gehören zu Spanien und liegen westlich von Nord-Afrika
- Madeira, autonome Provinz Portugals, Archipel aus mehreren bewohnten und unbewohnten kleinen und der Hauptinsel Madeira ca. 600 km westlich vor Marokkos im Atlantik
- Martinique, Überseedépartement Frankreichs in der Karibik (Mittelamerika)
- Mayotte, französisches Überseeterritorium am Rande der Komoren zwischen Madagaskar und Ostafrika
- Melilla, autonom verwaltete Exklave Spaniens in Ostmarokko (Nordafrika)
- Montserrat, britisches Überseegebiet in der Karibik (Mittelamerika)
- Neukaledonien (Nouvelle-Calédonie) französische Überseegemeinschaft mit besonderem Status, Inselgruppe nahe Vanuatu vor der Nordküste Australiens
- Isla Perejil, winzige zwischen Spanien und Marokko umstrittene Felseninsel 200 m vor der Mittelmeerküste Marokkos (Nordafrika)
- Pitcairninseln (Pitcairn Islands Group) britische Kronkolonie, weit verteilt und isoliert gelegene Gruppe von vier Inseln, davon eine bewohnt, im südöstlichen Pazifik
- Französisch-Polynesien (Polynésie Française) französisches Überseedépartement (Südlicher Pazifik)
- Réunion (La Île de la Réunion) gehört zu Frankreich, liegt im Indischen Ozean östlich vor Madagaskar
- St. Helena (the Crown Colony of Saint Helena and Dependencies) britische Kronkolonie, relativ zentral zwischen Afrika (Angola) und Südamerika im Südatlantik gelegen
- Saint-Martin (Sint Maarten) karibische Insel mit einem französischen Teil (Saint-Martin) und einen niederländischen Teil (Sint Maarten) (Mittelamerika)
- St. Pierre und Miquelon, mehrere kleine unselbständige französische Inseln östlich vom kanadischen Neufundland (Nordamerika)
- Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln, britisches Überseegebiet, meist unbewohnte Inselgruppe im Südatlantik
- Französische Süd- und Antarktisgebiete (Terres australes et antarctiques françaises) ein völkerrechtlich nicht anerkannter Teil des Südpols und einige Inseln und Inselgruppen im Indischen Ozean südöstlich von Afrika
- Turks- und Caicosinseln, britisches Überseegebiet, Gruppe aus acht Inseln am westlichen Rande der Karibik zum Atlantik
- Peñón de Vélez de la Gomera, spanische Halbinsel an der marokkanischen Mittelmeerküste (Nordafrika)
- Wallis und Futuna (Territoire des Iles Wallis et Futuna) französisches Überseeterritorium nordöstlich von Fidschi (Südlicher Pazifik)

Wirtschaft

Im 19. Jahrhundert war Europa durch die in England beginnende und auf den ganzen Kontinent übergreifende Industrielle Revolution konkurrenzlos die führende Wirtschaftskraft. Später brachten verschiedene internationale Einrichtungen und Organisationen, wie die EFTA (Europäische Freihandelszone) und die Europäische Union einen Wachstumsschub, der in vielen Teilen Europas bis in die 70er und teilweise in die 80er anhielt. Die Versorgung der Bevölkerung Europas konnte durch die Verringerung von Handelsbeschränkungen ebenfalls weiter ausgebaut werden. Seit dem 1. Januar 1999, gilt in 12 Staaten der EU der Maastricht-Vertrag, mit dem alle 12 Länder eine Währungsunion bilden und somit ihre jeweiligen Landeswährungen abschafften und den Euro, zunächst noch als bargeldloses Zahlmittel einführten. Heute ist Europa ein wohlhabender Kontinent mit großen Industriemetropolen, gewinnbringender Landwirtschaft und einem boomenden

Westasien

Vorderasien besteht aus dem südwestlichen Teil des
Kontinents Asien und wird begrenzt im Westen durch das Mittelmeer und das Rote Meer, im Norden durch das Schwarze Meer, den Kaukasus und das Kaspische Meer, im Osten durch den Indus und die Randgebirge des Iran und im Süden durch den Indischen Ozean. Über den Sinai ist Vorderasien mit Afrika verbunden, Dardanellen, Marmarameer und Bosporus bilden eine nur schmale Trennung von Europa. Es umfasst die asiatische Türkei mit Anatolien, das Kaukasusgebiet, Belutschistan, Iran und Afghanistan (wird mitunter zu Zentralasien oder Südasien gezählt) sowie die Halbinsel Arabien. Dazu zählt die Tiefebene des Euphrat und des Tigris. Die politische Gliederung ist:
- Afghanistan
- Armenien
- Aserbaidschan
- Bahrain
- Georgien
- Irak
- Iran
- Israel
- Jemen (außer Sokotra)
- Jordanien
- Katar
- Kuwait
- Libanon
- Oman
- Pakistan (nur der Südwesten, der größte Teil gehört zu Südasien)
- Palästinensische Autonomiegebiete
- Saudi-Arabien
- Syrien
- Türkei (außer europäischem Teil)
- Vereinigte Arabische Emirate
- Zypern

Siehe auch


- Nordasien, Zentralasien, Südasien, Ostasien, Südostasien

Literatur


- Charles Burney, David M. Lang: Die Bergvölker Vorderasiens. Armenien und Kaukasus von der Vorzeit bis zum Mongolensturm. Zürich 1973, ISBN 3-463-13690-2 Kategorie:Region

Baukunst

Einen umfassenden Einstieg in die Thematik der Architektur und des Bauens bietet auch das Portal:Architektur und Bauwesen.

Begriff

Etymologie

Das Wort Architektur ist zusammengesetzt aus den griech. Wörtern αρχη [arché] (= Anfang, Ursprung, Grundlage, das Erste) und τεχνη [techné] = Kunst, Handwerk. Es ließe sich daher wörtlich mit „Erstes Handwerk“ oder „Erste Kunst“ übersetzen. Die ursprüngliche Verwendung des Wortes Architektur bezieht sich auf die Tätigkeit und das Wissen des Architekten: altgriechisch architéktos = Oberster Handwerker (Zimmermann), Baukünstler, Baumeister. Die Definition dessen, was „Architektur“ heute ist, hängt demnach vom Berufsfeld des Architekten ab. Der Begriff hat sich im Laufe der Geschichte immer wieder gewandelt und ist in ganzen Tiefe nur historisch fassbar. Die Vieldeutigkeit des Wortes Architektur ist vor allem geprägt durch den zweiten Wortteil [techné] und die architektur-theoretischen Interpretationen darüber: Er kann verstanden werden als Kunst, Technik oder Tektonik. Alles dies sind Aspekte, die Architektur gleichermassen und in jeder Hinsicht umfassen und als Begriff mitbeschreiben und sie deutlich zur Bautechnik abgrenzen. Zur Unterscheidung der Definition von Architektur in qualitativer Hinsicht siehe den folgenden Abschnitt "Genauere Definition und Theoriebildung". Die übertragenen Bedeutungen des Wortes Architektur können aus der „tektonischen“ Interpretation abgeleitet werden. Mit Architektur kann die strukturell organisierte Beziehung von materiellen wie ideellen Teilen oder Modulen beschrieben werden(z.B. in einer Wand (Organisation/Struktur) bestehend aus Mauersteinen (Modul) nach dem Prinzip von Tragen und Lasten (Beziehung)). Dabei wird allerdings das gestaltprägende Element, das in der Regel durch das Wort Architektur mitgemeint ist, vernachlässigt.

Allgemeine Definition

Während Architektur über Jahrhunderte im allerweitesten Sinne als Bauen jeglicher Art verstanden wurde (daher der Begriff Baukunst), wird inzwischen Architektur schon viel öfter über seinen Raum schaffenden Charakter definiert (Raumkunst). Architektur besteht aus diesem Blickwinkel in der Dualität von Raum und Hülle. Architektur schafft eine Grenze zwischen außen und innen. Architektur generiert durch diese Grenze bzw. Hülle einen Raum zum Aufenthalt und Tätigwerden von Menschen, sowie zur Aufbewahrung seiner Dinge, geschützt vor den unerwünschten Einflüssen der Außenwelt (vergleiche Kleidung).

Genauere Definition und Theoriebildung

Die genaue Definition von Architektur ist insbesondere seit Beginn des 20. Jahrhunderts umstritten. Entsprechend werden die meisten Definitionsversuche nur im Kontext bestimmter Debatten um Inhalt, Aufgabe und Bedeutung der Architektur verständlich, wobei auch das jeweilige zeitgenössische Bauen mit seinen ästhetischen, technischen, ökonomischen und politischen Implikationen zu berücksichtigen ist. Ähnlich wie beim Begriff des Kunstwerkes scheint es beim Architekturbegriff nicht möglich, sich auf die bloße Beschreibung eines Wortes oder einer Sache zu beschränken. Jede differenziertere Begriffsbestimmung erweist sich bei näherer Betrachtung als ein Ringen um Definitionshoheit und Geltungsmacht (siehe hierzu die Schriften des französischen Philosophen Michel Foucault). In diesem Fall darüber, wie Etwas beschaffen sein soll, damit es als „Architektur“ bezeichnet werden darf oder kann - – besonders wenn es sich durch festzulegende Codierungen um Dinge von „erhöhtem“ Wert handeln soll. Aufgrund des so implizierten normativen Aspektes bleibt jede inhaltliche Bestimmung von Architektur kontrovers und ist im Kern ideologisch geprägt. Jeder (inhaltliche) Definitionsversuch - soweit er eine Reflexion enthält - ist bereits Architekturtheorie. Ein einflussreicher (und stark ideologisch gefärbter) Diskurs darüber, was Architektur eigentlich sei, was Aufgabe des Architekten zu sein habe, ist die Unterscheidung von „Architektur“ und „bloßen Bauen“. Diese Gegenüberstellung soll Architektur anhand einer besonderen gestalterischen Qualität vom einfach nur Nützlichen oder Notdürftigen unterschieden und führt zur Frage, ob und wodurch sie sich auszeichne oder gar zur Baukunst werde (siehe dazu auch Ästhetik). Dabei hat sich die herrschende Auffassung dessen, was bei Entwurf und Herstellung eines Bauwerkes die konstitutiv architektonische Leistung sei und damit das Bauwerk über das rein Zweckhafte hinaus erhebe, im Laufe des vergangenen Jahrhunderts deutlich gewandelt: Bis Ende des 19. Jahrhundert war es vor allem die Verwendung bestimmter überlieferter Bauformen - der sogenannte Stil - mit meist reichen ornamentalen Ausschmückungen, in denen sich der künstlerische Rang als Mehrwert und Schönheit eines Bauwerkes in bewusster Opposition zu einer Sphäre purer Pragmatik] manifestierte. Hingegen wurde mit dem sog. [[Funktionalismus]] des 20. Jahrhunderts ein Begriff von Architektur vorherrschend, der auf den ersten Blick nur zweckhaft bedingte Gebäude (auch Ingenieurkonstruktionen) als Architektur verstanden wissen wollte. Dabei wurden die konstruktiven, [[proportionsgebenden und raumbildenden Aspekte des Bauens zum eigentlichen gestalterischen Thema von Architektur erklärt. Mitunter hat man auch die geringfügigsten gestalterischen Interventionen im Rahmen funktionalistischer Planungen in den Rang einer (bau-)künstlerischen Leistung erhoben. Zugleich wurde mit zahlreichen Proklamationen zur „Modernität“, „Fortschrittlichkeit“ und dem „Ausdruck unserer Zeit“ eine symbolische Überhöhung oder Verklärung der funktionalistischen Architektur angestrebt. Nach mehreren Versuchen, diese Auffassung in der sog. Postmoderne und dem Dekonstruktivismus zu revidieren, lebte das funktionalistische Architekturverständnis wieder auf. Inzwischen kam die Frage nach dem Vorrang und der Bedeutung der Konstruktion in der Architektur im Verhältnis zu ihren formalkünstlerischen Aspekten zu erneuter Aktualität (siehe dazu: Technizismus, Architektur ohne Architekten).

Zitate zum Thema Architektur

Die folgenden Beispiele von Definitionsversuchen illustrieren die Kontroverse um die Bestimmung von Inhalt und Aufgabe der Architektur und zeigen zugleich wie aktuell die Frage bleibt, wann Bauen überhaupt als „Architektur“ anzusehen sei und was in Abgrenzung vom bloß Nützlichen und bloß Künstlerischem ihre eigentliche Qualität ausmacht: Architektur ohne Architekten Skizze von Leonardo da Vinci, 1485/90, Venedig, Galleria dell' Accademia]]
- Nach Vitruv (De Architectura) beruht Architektur auf drei Prinzipien: Stabilität (Firmitas), Nützlichkeit (Utilitas) und Schönheit (Venustas).
- Architektur ist Harmonie und Einklang aller Teile, die so erreicht wird, dass nichts weggenommen, zugefügt oder verändert werden könnte, ohne das Ganze zu zerstören. (Leon Battista Alberti 1452 in: De re aedificatoria)
- Dabei ist meist angenommen worden, dass ein Bauwerk erst anfange ein Kunstwerk zu werden, wenn es mehr tue als dem bloßen Bedürfnis zu genügen. (Hermann Muthesius 1908 über den Architekturbegriff des 19. Jahrhunderts in: Die Einheit der Architektur)
- Hermann Muthesius] Nur ein ganz kleiner Teil der Architektur gehört der Kunst an: Das Grabmal und das Denkmal. Alles andere, alles, was einem Zweck dient, ist aus dem Reiche der Kunst auszuschließen. Denn: Das Haus hat allen zu gefallen. Zum Unterschiede zum Kunstwerk, das niemandem zu gefallen hat. Das Kunstwerk ist eine Privatangelegenheit des Künstlers. Das Haus ist es nicht. Das Kunstwerk wird in die Welt gesetzt, ohne dass ein Bedürfnis dafür vorhanden wäre. Das Haus deckt ein Bedürfnis. Das Kunstwerk ist niemandem verantwortlich. Das Haus einem jedem. Das Kunstwerk will die Menschen aus ihrer Bequemlichkeit reißen. Das Haus hat der Bequemlichkeit zu dienen. Das Kunstwerk ist revolutionär, das Haus konservativ. Das Kunstwerk weist der Menschheit neue Wege und denkt an die Zukunft. Das Haus denkt an die Gegenwart. (Adolf Loos 1910 in dem Essay "Architektur")
- Architektur ist das kunstvolle, korrekte und großartige Spiel der unter dem Licht versammelten Baukörper. Unsere Augen sind geschaffen, die Formen unter dem Licht zusehen: Lichter und Schatten enthüllen die Formen. Die Würfel, Kegel, Kugel, Zylinder oder die Pyramiden sind die großen primären Formen, die das Licht klar offenbart; ihr Bild erscheint uns rein und greifbar, eindeutig. Deshalb sind sie schöne Formen, die allerschönsten. Darüber ist sich jeder einig, das Kind, der Wilde und der Metaphysiker. Hier liegen die Grundbedingungen der bildenden Kunst. (Le Corbusier 1922 in: Vers une architecture.)
- Das Schlagwort «das Zweckmäßige ist auch schön» ist nur zur Hälfte wahr. Wann nennen wir ein menschliches [Gesicht]] schön? Die Teile eines jeden Gesichts dienen einem Zweck, aber nur wenn sie vollkommen sind in Form, Farbe und wohlausgewogener Harmonie, verdient das Gesicht den Ehrentitel „schön“. Das gleiche gilt für die Architektur. Nur vollkommene Harmonie in der technischen Zweck-Funktion sowohl wie in den Proportionen der Formen kann Schönheit hervorbringen. Und das macht unsere Aufgabe so vielseitig und kompliziert. (Walter Gropius 1955 in: Architektur)
- Architektur hat mit Kunst nichts zu tun, ist reine Gedankenarbeit. Architektur entsteht heute nach ökonomischen, konstruktiven und funktionellen Gesetzmäßigkeiten. Wir stehen im harten Kampf mit der Wirklichkeit. Und wenn dann noch etwas Ähnliches wie das, was man mit dem Attribut Kunst bezeichnet dazukommt, dann kann man in seinem Leben von einem unwahrscheinlichen Glück sprechen. (Egon Eiermann in: Grosse Architekten HäuserBuch-Verlag)
- Architektur ist Wissen um die Technik, Empfänglichkeit gegenüber der künstlerischen Seite der Angelegenheit. (Arne Jacobsen)
- Architektur und Städtebau sind weder kultureller Luxus noch entbehrliche Dekoration. Vielmehr erwächst aus diesen grundlegenden Bausteinen einer Stadt lebenswerte Umwelt und städtische Identität. (Aus der Zielsetzung des Wiesbadener Architekturzentrum)
- Architektur ist, unabhängig davon, wie profan oder anspruchsvoll der Zweck ist, dem sie dient, letztlich die Gesamtheit der durch Menschenhand veränderten Umwelt und damit eine kulturelle Leistung der Menschen (Meinhard von Gerkan 1982 in: Die Verantwortung des Architekten)
- Mit diesem Märchenglauben an die magischen Kräfte der Architektur, Herz und Seele des Menschen, ja die gesamte Gesellschaft zu revolutionieren, beginnt im 20. Jahrhundert die Geschichte der Überfrachtung der Architektur mit Erlösungsfantasien des Fortschritts. Seither geht es nicht mehr ums Bauen, sondern um das Schaffen von Symbolen. Auch nicht mehr darum zu erforschen, wie eine Stadt tatsächlich funktioniert, wie mit welcher Art von Architektur und Typologie welcher urbanistische Eingriff präzise durchgeführt werden kann. Wichtiger wird, mit möglichst spektakulären Bildern der Gesellschaft Heilserwartungen eines freundlicheren und gefälligeren Lebens zu verkaufen. (Fritz Neumeyer 1994 in: Die Architekturkontroverse in Berlin.)
- Die Baukunst ist auch eine Kunst. [..] Verglichen mit zeitgenössischer Musik oder Malerei hat Architektur ein viel größeres Potential, normale Leute abzuholen, weil etwas einfach sehr gut funktioniert, etwas praktisch ist und schön. (Peter Zumthor)
- Unser Alltag wird zu einem wesentlichen Teil durch die Architektur bestimmt, die uns Tag für Tag umgibt. [..] Die Architektur schafft den notwendigen baulichen Rahmen, in dem wir uns bewegen. Ohne Architektur wäre die menschliche Gesellschaft nicht denkbar. (Jürgen Tietz 1998 in: Geschichte der Architektur des 20. Jahrhunderts.) Mehr Zitate zum Thema Architektur findet man [http://de.wikiquote.org/wiki/Architektur im Wikiquote unter dem Stichwort Architektur]. Es bleibt festzustellen, dass die Aufgabe und Verantwortung des Architekten auch ist, Haltungen und ein Wertesystem zu entwickeln (oder zu übernehmen) und sie als Maßstab zu nützen, um die von ihm angestrebten Qualitäten zu verwirklichen. - Dass die Bewertungen der jeweiligen Werke der Architekten meist kontrovers ausfallen, ist unvermeidlich, da es sich nicht nur um einen Wettbewerb von Talent und Kompetenz handelt, sondern auch um die Gültigkeit der individuellen Wertesysteme, die architektonische Qualität gewährleisten sollen. Allerdings bleibt durch die Varianz der Architekturauffassungen auch der Formenreichtum in der Architektur gegeben.

Geschichte

Die Geschichte der Architektur ist so alt wie die Menschheitsgeschichte und mit dieser als kulturelles Element eng verwoben. Einen Überblick der einzelnen Entwicklungsschritte findet man unter den Stichworten Architekturgeschichte beziehungsweise Baustil.

Bedeutung

Der moderne Mensch ist ununterbrochen von Gebäuden und Architektur umgeben. Sie kann Stimmung und Psyche positiv wie negativ beeinflussen. Auch auf die physische Gesundheit kann sie Einfluss haben. Architektur hat also für jeden Menschen eine sehr konkrete Bedeutung und bestimmt das alltägliche Leben viel stärker als Musik, Literatur oder Malerei. Die Qualität des Lebensumfeldes sollte der Gesellschaft daher ein wichtiges Anliegen sein. Nur ein Teil aller Bauwerke und Gebäude ist von Architekten geplant. In wirtschaftlich wenig entwickelten Gebieten wird der überwiegende Teil in Eigenbauweise oder durch Handwerker ohne viel Planung errichtet. In den Industrienationen herrscht die standardisierte Produktion von Gebäuden vor. Architekten spielen im gesamten Bauwesen oft nur eine Nebenrolle und werden vor Allem bei komplexen Planungen oder repräsentativen Bauwerken hinzugezogen. Daraus resultiert auch die weit verbreitete Meinung, Architektur bezöge sich nur auf besondere Gebäude und sei vom "profanen" Bauen zu differenzieren. Die negativen Folgen dieser Abgrenzung zwischen Architektur und Bauen sind in allen modernen Städten sichtbar. In Deutschland versucht die Initiative Architektur und Baukultur, das Bewusstsein für die hohe Bedeutung der Architektur zu stärken. In Deutschland ist die gute Architektur bisher nicht gesetzlich als Staatsziel oder Kulturgut anerkannt, während zum Beispiel Frankreich schon seit 1977 und Finnland seit 1998 eine dementsprechende Gesetzgebung haben.

Einflüsse

Architektur manifestiert sich immer in einem einzelnen Gebäude. Dessen Gestalt wird insbesondere beeinflusst durch klimatische, technische, topologische und wirtschaftliche Randparameter. Daneben haben aber auch rechtliche, religiöse und politische Gegebenheiten massiven Einfluss auf die Architektur. Vor allem die repräsentative Architektur ist daher der sichtbare Ausdruck einer Gesellschaftform. (Bsp.: Schloss Versailles als Ausdruck des Absolutismus). Die Architektur ist somit ein wesentlicher Teil der kulturellen Identität einer Gesellschaft.

Wichtige Themen

Bestimmte Themen beschäftigen die Architekten immer wieder, unabhängig von Stil und Epoche. Diese Themen sind bei jedem Entwurf, der ja immer ein Unikat ist, neu zu bedenken. Da Architektur die einzige praktische Kunst ist, die neben dem ästhetischen Wert auch einen Gebrauchswert hat, steht sie immer im Spannungsfeld von Kunst und Funktion.

Raum

Die Definition, Dimensionierung, Disposition, Fügung und formale Gestaltung von Räumen ist die wichtigste Aufgabe der Architektur. siehe dazu: Raum (Architektur)

Funktion

Das gute Funktionieren eines Gebäudes ist oberstes Ziel eines Entwurfes. Das betrifft sowohl die Funktionsabläufe als auch das technische Funktionieren der Gebäudehülle. Doch reicht es nicht, den Begriff "Funktion" auf die technischen Ablaeufe zu reduzieren, vielmehr gehoeren auch aesthethische und nicht-technische Prozesse in den Bereich der "Funktionen", die ein Bauwerk zu erfuellen het.

Gestaltung

Die Gestalt des Gebäudes, also sein Grundriss, seine Form und Kubatur, das alles sind Aspekte, die sich nicht allein von der Funktion ableiten lassen. Ein Entwurf laesst sich nicht anhand aller Randparameter "generieren". Dazu kommt immer die Komponente der ästhetischen und formalen Gestaltung. Wie sollen die Fassaden aussehen? Welche Farben und Materialien werden verwendet. Das alles liegt im Ermessensspielraum der Gestalter (und damit sowohl des Architekten aber auch des Bauherren).

Beziehung zur Umgebung

Das idealisierte Leitbild der Architektur ist der Entwurf eines Bauwerkes, das mit der Umgebung in vielschichtiger Art und Weise in Verbindung steht. Die Beziehung wird zum Beispiel durch Formgebung, Farbgestaltung und Materialauswahl hergestellt.

Ideelle Bedeutung

Jedes Gebäude macht durch seine Gestalt eine Aussage zu seiner Funktion oder Bestimmung. Die Französische Nationalbibliothek zum Beispiel hat die Form von vier aufgeklappten Büchern und signalisiert somit ihre Funktion nach außen. Im äußersten Fall erreicht der Architekt durch sein Werk eine Akzeptanz bei der Bevölkerung, das in diesem ein Symbol seiner Werte und Lebenseinstellung sieht. Beispiele sind der Eiffelturm in Paris (als Sinnbild für die Stadt) oder die Twintowers in New York, die als Symbol des Kapitalismus und der westlichen Kultur zerstört wurden.

Architektur in der Praxis

Neben der Architektur, die sich mit einzelnen Gebäuden beschaeftigt sind weitere Bereiche, die heute unter architektonischen Gesichtspunkten betrachtet werden Innenarchitektur, Stadtplanung und Landschaftsarchitektur.

Fachgebiete


- Hochbau: Wohnungsbau, Gewerbebau, Sonderbauten wie Theater, Krankenhäuser und Schulen
- Landschaftsarchitektur
- Innenarchitektur
- Städtebau
- Messebau

Berührungspunkte

"Laien"

Das Thema Architektur wird in Deutschland nur selten in der breiten Öffentlichkeit diskutiert. Während andere Künste wie zum Beispiel Musik, Design und Mode für viele Menschen durchaus ein Gesprächsthema sind, wird die Debatte über zeitgenössische Architektur oft den Fachleuten überlassen. Die Verantwortung für die gebaute Umwelt liegt aber nicht allein in der Verantwortung der Architekten. Ihr Einfluss wird oft überschätzt. Im Wesentlichen ist es der jeweilige Bauherr, der die Richtung vorgibt. Er wählt den Architekten, der natürlich seine eigenen Ideen und Standpunkte hat (denn sonst wäre er handlungsunfähig), aus und macht die Vorgaben.

Musik

Architekt Musik und Architektur gehören seit langer Zeit zum menschlichen Kulturgut. In der griechischen und römischen Antike waren sie viel enger miteinander verknüpft als dies heute der Fall ist. Die Proportionslehre in der Architektur (vor allem der Renaissance) bezieht sich auf die Harmonielehre in der Musik. Architekten, Musiker und Philosophen haben in den Jahrhunderten nicht nur immer wieder Verbindungen zwischen den beiden Künsten gesucht und auch geschaffen, sondern sich auch wechselseitig neue Impulse gegeben. Der Philosoph Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling sagte im Jahre 1859: Architektur ist erstarrte Musik. In ähnlicher Weise ist bei Arthur Schopenhauer zu lesen: Architektur ist gefrorene Musik. Neben den Wechselbeziehungen und Abhängigkeiten auf der geistigen Ebene gibt es auch pragmatische Berührungspunkte der beiden Künste. Musiker waren zu jeder Zeit abhängig von den Räumen, die ihnen zur Verfügung standen. Die Eigenschaften eines Aufführungsraumes sind wichtig für die klangliche "Gestalt" der Musik. Beispiele für die starke Wechselbeziehung:
- Musik wird zu Architektur: An der Fassade des Palazzo Rucellai in Florenz hat Leon Battista Alberti Intervallverhältnisse zu einem kunstvollen Proportionsgefüge verknüpft. Steven Holl übertrug ein „Stretto“ von Béla Bartók in die Architektur.
- Architektur wird zu Musik: Guilleaume Dufay (1400-1474) komponierte seine Motette Nuper rosarum flores zur Einweihung des von Brunelleschi vollendeten Florentiner Domes.
- Musik im Einklang mit der Architektur: Der griechische Komponist und Architekt Iannis Xenakis entwarf für die Weltausstellung 1958 in Brüssel den Philips-Pavillon. Der Pavillon war die architektonische Umsetzung seines Orchesterwerkes Metastaseis.
- Architektur als Klangkörper für Musik: Der Architekt Renzo Piano und der Komponist Luigi Nono präsentierten gemeinsam mit dem Toningenieur Peter Haller das Projekt „Il Prometeo“. Dazu wurde in einer venezianischen Renaissance-Kirche ein hölzerner Klangkörper eingebaut, der Auditorium und Musikinstrument zugleich war. Weblinks:
- [http://hausbrei