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1030

1030

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- Norwegen: Olav II. Haraldsson verhilft dem Christentum zum Durchbruch.
- Baubeginn des Doms in Speyer
- Erste urkundliche Erwähnung von Weiskirchen und Wattrelos.

Geboren


- Stanislaus von Krakau, polnischer Nationalheiliger († 1079)

Gestorben


- Olav II. Haraldsson, König von Norwegen (
- 995) ko:1030년

Kategorie:1030

ko:분류:1030년

Speyer

Speyer ist eine kreisfreie Stadt in Rheinland-Pfalz, gelegen an der Mündung des Speyerbachs in den Rhein, 25 km südlich von Ludwigshafen/Mannheim.

Geschichte

Mannheim
- 10 v.Chr. Anlage des ersten römischen Militärlagers "Noviomagus" und Ansiedlung der Nemeter auf dem linken Rheinufer in der "Civitas Nemetum" (Archäologische Spuren weisen auf keltische Siedlungstätigkeit in der 2. Hälfte des vorchristlichen Jahrtausends hin).
- 346 Für Speyer wird ein Bischof erwähnt.
- 496/506 Früheste Nennung des Namens "Spira".
- 11. Jahrhundert. Eine Silbermünze aus Speyer gelangt bis auf die Färöer, wie der Münzfund von Sandur belegt.
- 1030 Der salische Kaiser Konrad II. legt den Grundstein zum Speyerer Dom.
- 4. Mai 1047 Kaiser Heinrich III. überführt den Leichnam des Heiligen Guido von Pomposa nach Speyer
- 1076 Kaiser Heinrich IV. bricht von Speyer, seiner Lieblingsstadt, zum Bußgang nach Canossa auf.
- 1294 Der Bischof verliert die meisten seiner früheren Rechte und die Stadt Speyer ist von nun an Freie Reichsstadt.
- 1527-1689 Sitz des Reichskammergerichts in Speyer.
- 1529 Auf dem Reichstag zu Speyer "protestieren" am 19. April die evangelischen Reichsstände gegen die reformationsfeindlichen Beschlüsse, heute spricht man von der Speyerer Protestation (das heißt gegen die Aufhebung des "Abschieds" von 1526).
- 1689 Die Stadt wird im Pfälzischen Erbfolgekrieg von französischen Truppen unter General Mélac fast ganz zerstört (Großer Brand in Speyer, erst 1698 beginnt der Wiederaufbau).
- 1792 Speyer wird von französischen Revolutionstruppen erobert und bleibt bis 1814 unter französischer Herrschaft. Es wird Sitz einer Unterpräfektur im Departement Donnersberg.
- 1816 Die Stadt wird Kreishauptstadt der Pfalz und ist Sitz der Regierung des Bayerischen Rheinkreises später Bayerische Pfalz (bis zum Ende des 2. Weltkrieges).
- 1893-1904 Bau der Gedächtniskirche zur Erinnerung an die Speyerer Protestation von 1529. 1529
- 1923 Autonome Regierung der Pfalz
- 1924 Attentat auf deren Präsidenten Franz Josef Heinz
- 1930 Am 27. Mai verlässt die französische Armee, am 24. Juni die Gendarmerie die Hauptstadt der Pfalz. Zum Domjubiläum (900 Jahre Grundsteinlegung) ist erstmals seit 1871 der Domnapf mit 1560 Litern Wein gefüllt. Seitdem wird der Brauch der einst bei Amtsantritt eines Speyerer Bischofs üblich war, zu besonderen Anlässen wiederholt.
- 1933 Bau der ersten festen Speyerer Rheinbrücke.
- 1938 Pogromnacht: Nationalsozialisten setzen die 1837 erbaute Synagoge in Brand. 1940 folgt die Deportation von über 50 Speyerer Juden; nur wenige überleben den Holocaust.
- 1945 Rheinbrücke durch deutsche Truppenteile gesprengt. Amerikanische Truppen besetzen die Stadt, kurz darauf von französischer Armee abgelöst. Im Zweiten Weltkrieg sind mindestens 1464 Speyerer gefallen, 263 bleiben vermisst.
- 1947 Gründung der Staatlichen Akademie für Verwaltungswissenschaften (heute: Deutsche Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer).
- 1956 Neue Rheinbrücke; Partnerschaft mit Spalding (Großbritannien), 1959 mit Chartres.
- 1957 Beginn der Domrestaurierung im Hinblick auf die 900-Jahrfeier seiner Weihe 1961; eine neue große Restaurierung läuft 1996 an.
- 1981 Die Unesco zeichnet den Speyerer Dom als Weltkulturerbe aus.
- 1987 Papst Johannes Paul II. besucht die Domstadt.
- 1989 Aufnahme der Städtepartnerschaften mit Ravenna (Italien) und Kursk (Russland).
- 1990 Speyer feiert sein 2.000jähriges Bestehen mit zahlreichen Ausstellungen, Konzerten und Aktionen. Die Präsidenten Bush (USA) und Gorbatschow (Sowjetunion) besuchen, wie andere Prominente vorher und nachher, Stadt und Dom auf Einladung von Kanzler Kohl.
- 2001Trauergottesdienst um Hannelore Kohl, die Ehefrau des Deutschen Bundeskanzlers a.D. Helmut Kohl, im Speyrer Dom.

Speyer heute

Mehr als 2000 Jahre verpflichten. Der Stadt Speyer ist es gelungen, die unverwechselbare Identität der Dom- und Kaiserstadt und des kulturellen Erbes zu bewahren. Weltoffenheit und geschäftiges Treiben prägen heute das Bild der Domstadt, einem Mittelzentrum im Rhein-Neckar-Dreieck mit rund 50.000 Einwohnern. Für die einen sind es die atmosphärische Altstadt oder die imposanten Kulturdenkmäler, für die anderen die Lebensqualität von Speyer, das Bummeln über den Wochenmarkt und die Einkaufsmeile in der Maximilianstrasse. Der hohe Freizeitwert resultiert aus der kulturellen Vielfalt, der kreativen Vitalität der in Speyer wirkenden Künstler und aus einem aktiven Vereinsleben. Allein 70 Sportvereine stehen Profi- wie Amateursportlern zur Auswahl. Speyer genießt auch als Schul- und Bildungszentrum der Pfalz einen überregionalen Ruf, der aus einem weitgefächerten Bildungsspektrum resultiert. Es reicht von allgemeinbildenden über weiterführende bis zu berufsbildenden Schulen. Darüber hinaus ist die Domstadt Sitz einer Bildungseinrichtung mit weltweitem Ruf, nämlich der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer, der einzigen post-universitären Ausbildungsstätte für den gesamten höheren Verwaltungsdienst in der Bundesrepublik Deutschland. Seit eh und je spielen in Speyer Kunst und Kultur eine besondere Rolle. Hervorragende künstlerische Leistungen finden hier immer ein aufgeschlossenes Publikum. Dem Oeuvre zweier bedeutender Söhne der Stadt sind die Dauerausstellungen in ihren jeweiligen Geburtshäusern gewidmet: Anselm Feuerbach (1829 - 1880) und Hans Purrmann (1880 - 1966), dem im übrigen auch ein bundesweit anerkannter Preis der Stadt Speyer für Bildende Kunst gewidmet ist. (Quelle: http://www.speyer.de/ )

Stadtrat

Sehenswürdigkeiten

1966] 1966] Zeitgenössische Bildende Kunst in Speyer
- Kunstverein Speyer
- Künstlerbund Speyer
- Städtische Galerie Speyer
- Historisches Museum der Pfalz Historische Bauwerke Bedeutendstes Bauwerk ist der Speyerer Dom (1981 ins UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen), das größte romanische Bauwerk Deutschlands. Der Dombau wurde 1030 unter Kaiser Konrad II. begonnen. Die 1041 geweihte Krypta ist die Grablege der Salier. Direkt gegenüber dem Dom liegt das "Altpörtel", das im Mittelalter das westliche Haupttor der Stadt darstellte. Die unteren Teile des Tores wurden zwischen 1230 und 1250 erbaut, das oberste Geschoß mit der Galerie und dem 20 m hohen Walmdach wurde zwischen 1512 und 1514 hinzugefügt.
Nach dem großen Stadtbrand wurde das Altpörtel 1708 mit einem neuen Schieferdach versehen. Im ersten Stockwerk befindet sich eine Dauerausstellung über die Geschichte der Speyerer Stadtbefestigung. Speyer besitzt im "Judenhof" die älteste deutsche Mikwe, ein rituelles, jüdisches Bad aus dem 12. Jahrhundert. Die Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts errichtete Gedächtniskirche erinnert an die Speyerer Protestation im Jahr 1529. Das Historische Museum der Pfalz verfügt über römische und mittelalterliche Ausstellungsstücke aus der Region, insbesondere Reste der alten Domausstattung und den in Schifferstadt gefundenen Goldenen Hut, einen mit kreisförmigen Ornamenten reich verzierten, aus Gold getriebenen Kultkegel. Attraktionen Unweit des Stadtzentrums befindet sich das Technikmuseum Speyer, das eine sehr große Anzahl von technischen Meisterleistungen insbesondere aus dem Fahrzeug- und Flugzeugbau zeigt. Eines der Ausstellungsstücke ist die weit sichtbare Boeing 747-230 "Schleswig-Holstein", die auf einem hohen Gerüst montiert wurde und begehbar ist. Dabei darf man ihr auch auf eine Tragfläche steigen und den schönen Ausblick genießen. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist das vor allem bei Schulklassen beliebte [http://www.sealifeeurope.com/de/speyer/home.htm "Sealife Center"] im Hafengebiet. Musik und Unterhaltung Das Musik- und Kulturzentrum Halle 101, Träger ist der Rockmusikerverein Speyer e.V. gegründet 1992 Für den Besucher der Stadt empfielt es sich, dass er die ehrenamtlich geführte Kultureinrichtung, die Halle 101 (www.halle-101.de), in sein Besuchsprogramm aufnimmt. Mit dem Ehrenamtspreis des Landes Rheinland-Pfalz 2003 ausgezeichnet, ist die Halle 101 der Gegenpol zu den klassischen Touristenadressen in Speyer. Konzerte,Partys, aber besonders Förderung des Musikernachwuchses bestimmen das Programm. Größen wie Saga, Manfred Mann, Nazareth, Sven Väth, Jadakiss, gaben sich dort die Ehre. Das Projekt Halle 101 gilt als eines der größten ehrenamtlichen Institutionen in ganz Deutschland.

Wirtschaft

Technikmuseum Speyer
- Elektroindustrie
- Flugzeugbau
- Maschinenbau
- Chemie
- Isolierstoffe
- Druckereien
- Tourismus Zahlreiche Verwaltungseinrichtungen, regional und überregional wichtige Behörden und Institutionen wie Landesrechnungshof, Landesbibliothek, Landesarchiv, evangelische Landeskirchenverwaltung, katholische Diözesanverwaltung, Deutsche Rentenversicherung Rheinland-Pfalz und die Landwirtschaftliche Sozialversicherung Rheinland-Pfalz haben in Speyer ihren Sitz.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger


- 1832 - Joseph von Stichaner, Regierungspräsident
- 1837 - Carl Albert Leopold Freiherr von Stengel, Regierungspräsident der Pfalz
- 1841 - Carl Theodor Fürst von Wrede, Regierungspräsident der Pfalz
- 1842 - Georg von Jäger, Pädagoge
- 1853 - Johann von Schraudolph, Künstler
- 1853 - Joseph Schwarzmann, Künstler
- 1864 - Anton Nickel, Jurist
- 1871 - Sigmund Heinrich Freiherr von Pfeufer, Regierungspräsident der Pfalz
- 1871 - Jakob Freiherr von Hartmann, General
- 1895 - Otto von Bismarck, Reichskanzler
- 1895 - Heinrich Hilgard, Mäzen
- 1909 - Adolf Ritter von Neuffer, Regierungspräsident der Pfalz
- 1909 - Dr. Ludwig Freiherr von Welser, Regierungspräsident der Pfalz
- 1909 - Dr.-Ing. Gabriel von Seidl, Architekt
- 1923 - Dr. William Scharsmith, amerikanischer Arzt
- 1933 - Adolf Hitler (aberkannt 1946)
- 1933 - Paul von Hindenburg, Generalfeldmarschall, Reichspräsident
- 1933 - Georg Ludwig Siebert (aberkannt 1946)
- 1947 - Prof. Dr. med. Friedrich Voelcker, Arzt
- 1950 - Hans Marsilius Purrmann, Künstler
- 2002 - Dr. Bernhard Vogel, Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz und Thüringen
- 2003 - Luise Herklotz, Politikerin (SPD), MdB, MdEP, MdL (Rheinland-Pfalz)

Söhne und Töchter der Stadt

Die folgende Übersicht enthält bedeutende in Speyer geborene Persönlichkeiten, chronologisch aufgelistet nach dem Geburtsjahr. Ob die Personen ihren späteren Wirkungskreis in Speyer hatten oder nicht, ist dabei unerheblich. Viele sind nach ihrer Geburt oder später von Speyer weggezogen und sind andernorts bekannt geworden. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
- 1808 - Georg Friedrich Kolb, Publizist und Politiker
- 1809 - Georg Friedrich Blaul, Pfarrer und Dichter
- 1829 - Anselm Feuerbach, Maler
- 1880 - Hans Purrmann, Maler
- 1953 - Eberhard Bosslet, Bildender Künstler
- 1954 - Dieter Mack, Komponist
- 1977 - Ralf Schmitt, Fußballprofi

Verkehr

Ralf Schmitt 18px Speyer ist hervorragend an das Autobahnnetz angeschlossen. Ludwigshafen, Mannheim und Karlsruhe sind in ca. 20 Minuten zu erreichen. Die Stadt liegt direkt südlich der Autobahn A 61 und östlich der autobahnähnlich ausgebauten B 9 nach Karlsruhe. Außerdem verläuft die B 39 nach Neustadt durch die Stadt. 18px Ab Speyer Hbf fahren Regionalbahnen halbstündlich über Germersheim in Richtung Karlsruhe und stündlich über Germersheim nach Bruchsal. Der alle zwei Stunden verkehrende Regionalexpress erreicht Karlsruhe in 45 und Mainz in 60 Minuten. 18px Seit der Einführung der S-Bahn RheinNeckar fahren die Linien S 3/4 ab Hauptbahnhof und über den im Bau befindlichen Haltepunkt Speyer-Nord/West in einem gemeinsamen Halbstundentakt in Richtung Mannheim, das in 25 Minuten erreicht wird. In Schifferstadt besteht Anschluss an die Linien S 1/2 nach Neustadt. Für 2006 ist die Verlängerung der S-Bahn über Speyer hinaus bis Germersheim geplant, dabei entsteht der neue S-Bahn-Halt Speyer-Süd. Speyer liegt am Rhein und besitzt einen Hafen für Mineralölprodukte und Anlegestellen für Passagierschiffe. Der klassische Hafen ist geschlossen und in einen Yachthafen umgewandelt worden. Der Flugplatz Speyer ist der größte der Region.

Städtepartnerschaften


- 25px Kursk, Russische Föderation
- 25px Spalding, Großbritannien
- 25px Chartres, Frankreich
- 25px Ravenna, Italien
- 25px Gnesen, Polen
- 25px Yavne, Israel

Weblinks


- http://www.speyer.de Speyer.de: Das Internet-Portal für Speyer
- http://www.museum.speyer.de Historisches Museum der Pfalz in Speyer
- [http://www.zum.de/Faecher/G/BW/Landeskunde/rhein/staedte/speyer/dom/domauss1.htm Landeskunde online: Dom zu Speyer]
- http://www.dhv-speyer.de Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer
- http://www.archaeologie-speyer.de Landesamt für Denkmalpflege Speyer
- http://www.feuerwehr-speyer.org Feuerwehr Speyer
- http://www.thw-speyer.de Techniches Hilfswerkt Ortsverband Speyer
- http://www.speyer.dlrg.de Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft Ortsgruppe Speyer
- http://www.speyer.de/de/kultur/kunst/kunstverein Kunstverein Speyer
- http://www.kuenstlerbund-speyer.de Künstlerhaus und Künstlerbund Speyer
- http://www.speyer.de/de/kultur/kunst/stadtgalerie Städtische Galerie
- http://museum.speyer.de/de/histmus Historisches Museum der Pfalz
Kategorie:Ort in Rheinland-Pfalz Kategorie:Vorderpfalz Kategorie:Reichsstadt

Wattrelos

Wattrelos ist eine Stadt in Nordfrankreich in der Nähe von Lille im Departement "Nord" an der Grenze zu Belgien. Stadtgebiet: 1362 Hektar. Einwohnerzahl: rund 43.000. Angrenzende Städte: in Frankreich Tourcoing, Roubaix und Leers, in Belgien Mouscron und Estaimpuis.

Partnerstädte in Deutschland

Eschweiler in Nordrhein-Westfalen (seit 1975) und Köthen in Sachsen-Anhalt. Es gibt in Wattrelos einen „Square d’Eschweiler“. In Eschweiler gibt es eine „Rue de Wattrelos“ an der Autobahnauffahrt an der A 4, und in Köthen gibt es einen „Wattrelos-Ring“ im Gewerbegebiet West.

Geschichte


- 1030 Der Name „Wattrelos“ wird urkundlich das erste Mal erwähnt.
- 1566 Massaker der „Gueux“ (flämische Kalvinisten), an welches bis heute das Fest „Fête des Berlouffes“ jedes zweite Wochenende im September erinnert.
- 1646 Pest in Wattrelos.
- 1777 Der „Rapport de Turgot“ über die Freiheit der Herstellung der Textilien.
- 1895 Grundsteinlegung zum Krankenhaus.
- 1911 Grundsteinlegung zum Rathaus.

Weblinks


- [http://www.ville-wattrelos.fr Offizielle Website der Stadt Wattrelos] Kategorie:Ort in Nord-Pas-de-Calais

Kategorie:Geboren 1030



Stanislaus von Krakau

Stanislaus von Krakau, auch Stanislaus von Szczepanów, polnisch Stanisław (
- um 1030 in Szczepanów bei Krakau; † 11. April 1079 in Krakau) war Bischof von Krakau (Krakow) in Polen und gilt als der polnische Nationalheilige.

Leben

Er entstammte einer polnischen Adelsfamilie und studierte in Gnesen und Paris. Im Jahre 1072 wurde er zum Bischof von Krakau ernannt. Als er den polnischen König Bolesław II. wegen dessen Untreue gegenüber seiner Ehefrau ermahnte, ignorierte dieser die Aufforderung und beschlagnahmte kirchliche Besitzgüter, so dass Stanislaus ihn exkommunizierte. Der Streit eskalierte, als Bolesław II. darauf das Todesurteil über den Bischof verhängte. Weil seine Ritter die Vollstreckung verweigerten, nahm sie der König persönlich vor. Am 11. April 1079 erschien Bolesław II. während der Messe in der Krakauer Michaeliskirche und erschlug den Bischof am Altar und zerstückelte ihn mit dem Schwert. Die Leichenteile ließ er auf freiem Feld verstreuen. Wegen dieser Gräueltat kam es zu einem Volksaufstand und Bolesław floh nach Ungarn, wo er auch verstarb. Stanislaus wurde 1253 von Papst Innozenz IV. heilig gesprochen.

Gedenktag


- Katholisch: 11. April (Nicht gebotener Gedenktag im Allgemeinen Römischen Kalender)
  - in Gnesen: Übertragung der Gebeine am 27. September In Bayern gilt eine Wetterregel:
- "Wenn sich naht St. Stanislaus, rolle die Kartoffeln aus".

Weblinks


- Kategorie:Mann Kategorie:Pole Kategorie:Römisch-katholischer Bischof (11. Jh.) Kategorie:Nationalheiliger Kategorie:Märtyrer Kategorie:Geboren 1030 Kategorie:Gestorben 1079

1079

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- Der Aufstieg der Staufer beginnt.

Geboren


- 8. August - Horikawa, 73. Kaiser von Japan († 1107)
- Pierre Abaelard, französischer Theologe und Philosoph († 1142)
- Dawud Kılıç Arslan ibn Süleiman ibn Kutalmisch, seldschukischer Sultan von Rum († 1107)
- Gampopa, Gründer der Kagyü-Schulrichtung des tibetischen Buddhismus (Vajrayana)

Gestorben


- 11. April - Stanislaus von Krakau, polnischer Nationalheiliger (
- 1030) ko:1079년

Olav II. Haraldsson

Olav II. Haraldsson (
- 995; † 29. Juli 1030) war norwegischer König von 1015 bis 1028 und wurde zu Lebzeiten der Dicke genannt.

Die Anfänge

Als Geburtsjahr wird allgemein 995 angenommen. Dies ist eine sehr unsichere Angabe. Möglichweise haben die Sagaverfasser die Übernahme der Königsmacht durch Olav Tryggvason im Jahre 995 mit der Geburt Olav Haraldssons verbunden. Immerhin nahm Olav 1007/1008 an einem Wikingerzug teil. Es ist davon auszugehen, dass er da älter als 12 Jahre war. Sein Vater war ein dänischer Unterkönig im Oslofjord mit Namen Harald Grenske, (der aus Grenland, einer Landschaft nördlich von Oslo). Seine Mutter hieß Åsta. Als Olav geboren wurde, war der Vater bereits tot. Åsta heiratete später Sigurd Syr, einen Kleinkönig aus Ringerike (heutige Provinz Buskerud), wo Olav aufwuchs. Åsta hatte mit Sigurd den Sohn Harald, der ebenfalls König wurde und Harald Hardråde genannt wurde. Im 12. Jahrhundert weisen ihn Sæmundur froði und Ari froði als Nachkommen von Harald Schönhaar aus. Dies geschieht jedoch zu einer Zeit, wo edle Abstammung für die Herrschaftslegitimation von besonderer Wichtigkeit war und außerdem ein Interesse der Verfasser darin bestand, eine dynastische Herrschaftskontinuität darzustellen. Die Auseinandersetzungen mit den dänischen Königen zur Abfassungszeit der Sagas legt dies nahe, so dass diese Abstammung zweifelhaft ist. Zunächst war Olav Wikinger in der Ostsee. Die Skalden nennen Kämpfe in Schweden und Finnland. 1009 schloss er sich dem großen Wikingerheer gegen England an. Geleitet wurde das Heer 3 Jahre lang von Torkjel Høye, der schon in der Schlacht bei Svolder dabeigewesen war. Die englischen Quellen berichten über ihn, aber nicht über Olav, so dass dieser keine hervorgehobene Stellung gehabt haben dürfte. Die Hofskalden nennen Olav, aber nicht Torkjel, was der Gattung "Lobdichtung" geschuldet ist. Olav war 1011 beim Zug gegen Canterbury dabei und als 1012 die Engländer 48.000 Pfund zahlten, damit die Wikinger den Heerzug abbrechen sollten. Olav erhielt einen nicht geringen Teil an diesem Danegeld. Danach wurde das Wikingerheer aufgelöst und Olav und Torkjel trennten sich. Torkjel begab sich in den Dienst Æthelreds. Olav zog nach Süden und heerte in Frankreich und Spanien. 1013 leitete der dänische König Svend Tveskæg einen neuen Heereszug nach England. Æthelred und seine Frau mussten nach Frankreich fliehen. Olav, der von seinem Heerzug im Süden zurückkam, begegnete ihnen in der Normandie und schloss sich Æthelred an. In Rouen wurde Olav getauft. 1014 starb Svend Tveskæg und Æthelred kehrte heim, aber Knut, der Sohn Svend Tveskægs, rüstete zum neuen Angriff auf England. Snorri berichtet nun, Olav habe an der Seite Æthelreds London angegriffen. Aber die Skaldenstrophen, die er dafür zitiert, beziehen sich aller Wahrscheinlichkeit nach auf den vergeblichen Kampf der Dänen um London im Jahre 1009, wo Olav auf der Seite der Dänen kämpfte. Aber er dürfte sicher im Dienste Æthelreds gestanden haben. Die Bemerkung der Skalden, Olav habe Æthelred Landstriche für Æthelred zurückerobert, haben die Sagaverfasser ausgeweitet, dass er ganz England für Æthelred zurückerobert habe. Dadurch ist die Saga-Chronologie durcheinander geraten: Die Sagas lassen Svend Tveskæg 1008 sterben, sechs Jahre vor seinem wirklichen Tod, Olavs Dienste für Æthelred beginnen damit zu früh und dauern zu lange. Dadurch lässt Snorri Olav zu einer Zeit für Æthelred gegen die Dänen kämpfen, als er in Wirklichkeit noch im dänischen Heer war. Dies hat Gründe, die weiter unten geschildert werden.

Der Aufstieg

1015, wahrscheinlich im Herbst, segelte er mit zwei bemannten Knorren nach Norwegen. Das Jahr ist ziemlich sicher, denn Sigvat Tordsson berichtet in seiner Erfidrápa, dass Olav 15 Jahre nach seiner Erhebung zum norwegischen König fiel. Die Sagas berichten weiter, dass Olav Håkon Jarl Eriksson dort zufällig getroffen habe. Dessen Mutter war Gyda, die Tochter Svend Tveskægs und damit die Schwester Knuts des Großen. Von einem Kampf zwischen den beiden wird von Sigvat, der sein Gedicht kurz nach der Begegnung verfasste, nichts berichtet. Ottar Svarte berichtet allerdings 7 Jahre nach der Begegnung, es sei Olav gelungen, Håkon mit seinem Schiff und seinen Männern gefangen zu nehmen. Er habe ihn aber gegen das Versprechen, nicht mehr gegen Olav zu kämpfen, freigelassen. Es ist möglich, dass sich zur Zeit der Abfassung von Ottars Gedicht die politische Situation bereits so geändert hatte, dass es in der Umgebung von Olav wichtig erschien, dass sich Håkon in der Gewalt Olavs befunden und seine Oberherrschaft anerkannt habe, und Olav gleichzeitig als großmütig zu zeigen. Die meisten Sagas behaupten, Håkon habe sich nach England begeben, die kleine Saga Ågrip, die älteste Qelle, dass Håkon die Herrschaft über die Suderøy-Inseln (bei den Färøern) erhalten habe und dort bis zu seinem Lebensende geblieben sei. Der erste Kampf Olavs, über den berichtet wird, ist die Schlacht bei Nesjar (Vestfold, heute der zu Larvik zählende Ort Brunlanes) gegen den Jarl Sven, Onkel Håkons väterlicherseits. Die Schlacht fand Palmsonntag statt. Wenn sie im ersten Frühjahr nach Olavs Rückkehr stattgefunden hat, dann war dies der 25. März 1016. Sven hatte wenig Bauern aus dem Inneren Trøndelags bei sich. Offenbar waren die aus dem äußeren Teil Trøndelags und aus Vestland nicht mitgezogen. Dagegen hatte Olav eine große Truppe. Sigvat, der bei der Schlacht dabei war, meint in seinem Preisgedicht Nesjavisur, das habe daran gelegen, dass Olav freigiebig, Sven aber geizig gewesen sei. Olav war aus England mit größeren Geldmitteln heimgekommen, später hat er sogar eigene Silbermünzen schlagen lassen (es wurden nur zwei davon 1924 gefunden). Sigvat nannte die Trønder Svens Leute, aber Olavs Männer kamen aus Oppland und Hedemark. Olav begann also mit seiner Macht im inneren Ostland. Entgegen der Sagatradition, nach der Olav freiwillig zum König erwählt worden sei und die, die ihn gewählt hätten, hätten später einen verräterischen Aufstand angezettelt, berichtet der Skalde Ottar in seinem Høfuðlausn ausführlich über die Kämpfe Olavs: : Du kämpftest mit den Königen Hedmarks und gabst ihnen, was sie verdienten. Alle flüchteten außer dem, der am weitesten im Norden saß und dem Du die Zunge herausschneiden ließest. Nun herrschst Du über die weiten Gebiete, die vorher fünf Könige innehatten, auch den Osten bis Eidskog. Kein König hatte vorher ein solches Reich. Ottar dichtete seinen Text kurz nach 1020 und gibt an, dass diese Kämpfe forðum, also vor langer Zeit stattgefunden hätten. Der Kampf fand also statt, bevor er König geworden war. Snorris Darstellungsabsicht des guten und gesetzestreuen Königs führte zu einer Umstellung des Ablaufs: Der Verfasser der Legendarischen Olavssaga lässt Olav sofort nach seiner Landung die Kleinkönige zusammenrufen und sie vor die Wahl stellen, entweder ihre Königswürde niederzulegen und seine Lehnsmänner zu werden, oder getötet zu werden. Die meisten hätten sich gebeugt. Nach diesem Verfasser wollte Olav das Christentum mit allen Mitteln zügig durchsetzen. Wenn man bedenkt, dass die Schlacht bei Nesjar sich im dänischen Einflussbereich abspielte und Olav früher in England unter dänischen Heerführern gekämpft hatte, ist eine Feindschaft zwischen ihm und dem dänischen König Knut, wie sie Fagrskinna und Snorri in seiner Olafssaga schildern, unwahrscheinlich. In beiden Quellen ist die Gegnerschaft zwischen Knut und Olav ein durchgängiges Motiv. Nach ihnen soll er sogar in England gegen die Dänen gekämpft haben. In der späteren Heimskringla lässt ihn Snorri dann auch auf dänischer Seite kämpfen, allerdings nur unbedeutend. Und weiterhin lässt er Olav nach dem auf 1008 fehldatierten Tod von Svend Tveskægs sofort und auf Dauer auf die englische, also dänenfeindliche Seite wechseln. Eine genaue Analyse der Quellen ergibt aber, dass Olav ein gutes Verhältnis zu Knut gehabt haben muss, ja dass es wohl eine Absprache zwischen Olav, Knut und Håkon gegeben hat, dass Olav Norwegen erhält und Håkon nach England geht. Die Überfahrt mit nur zwei Handelsschiffen und die friedliche Aussprache mit Håkon sprechen dafür. Eine solche Absprache zwischen Knut und Olav würde auch erklären, warum Sven 1016 so wenig Unterstützung für die Schlacht bei Nesjar fand. Was aus Sven geworden ist, sagen die Skalden nicht. Nach den Sagas ist er erst nach Schweden, dann nach Russland gegangen, wo er gestorben sei. Im Jahre 1024 hielt Olav zusammen mit seinem Bischof Grimkjell, ein Engländer und Neffe des Bischofs Sigvard, der unter Olaf Tryggvason Bischof in Norwegen gewesen war, eine Kirchenversammlung in Mostar ab, bei der er die Christianisierung des Landes durchsetzte und die Organisation der Kirche in Norwegen festlegte. Die Christianisierung war nach den archäologisch fassbaren Begräbnissitten bereits weit fortgeschritten. Auch sein späterer Gegner Erling Skjaldsson war bereits Christ, wie aus einem Gedenkstein hervorgeht, den ein Priester seinem Herrn Erling nach dessen Kampf mit Olav errichtete.

Der Niedergang

1016 wurde Knut König von England, aber er brauchte bis 1020, um sich endgültig in England durchzusetzen. In dieser Zeit der Bindung Knuts an England konnte sich Olav in Norwegen fest etablieren. Nach 1020 wurde Olav für den dänisch-englischen König allmählich zum Problem. Immerhin waren die vorherigen Könige Dänemarks Oberkönige in Norwegen gewesen. Es gibt eine Strophe von dem Skalden Sigvat, die den Konflikt in dieser Richtung andeutet. Er berichtet, dass der schottische König zu Knut kam und "seinen Kopf" brachte, d.h., er unterwarf sich als Lehnsmann. Sigvat fährt fort: "Aber Olav übergab seinen Kopf niemals irgendjemandem auf dieser Welt." Das klingt sehr danach, dass er dazu aufgefordert worden ist. Sigvat kam um 1025 aus Frankreich nach England, besuchte König Knut und erfuhr dort von dem sich zuspitzenden Konflikt, bevor er nach Norwegen zu Olav weiterreiste, wo er vorübergehend verdächtigt wurde, die Seiten gewechselt zu haben. Da war also der Konflikt bereits voll ausgebrochen. Olav wartete nun den Angriff Knuts nicht ab, sondern griff Dänemark 1025 oder 1026 in einem Präventivschlag in Sjælland an, während der schwedische König Anund Jakob, der Schwager Olavs, von Osten angriff. Denn ein übermächtiger König im Westen war für den schwedischen König eine Bedrohung. Knut kam von England mit seiner Flotte zum Limfjord, und es kam zu der Schlacht von Helgeå in Skåne, in der Knut siegte. Die Schlacht wird von vielen Quellen berichtet: Die Skalden Sigvat, Ottar und Tord Sjáreksson und die Angelsächsische Chronik berichten darüber. Im Zuge dieses Konfliktes knüpfte Knut viele Verbindungen zu den norwegischen Häuptlingen, vor allem zu Håkon Eiriksson und Erling Skjalgsson in Sola (bei Stavanger). Erling hatte vor der Schlacht Knut in England besucht, und 1027 kam es zum offenen Bruch zwischen ihm und Olav. Erling war zweifellos der mächtigste Mann in Norwegen nach dem König, wenn nicht gar genauso mächtig. Er kontrollierte nicht nur Rogaland, sondern auch große Teile von Vestland über verwandtschaftliche Verbindungen und großes persönliches Ansehen. Rogaland
Auch Olav knüpfte ein Beziehungsnetz. Aber seine Familienverbindungen waren lokal auf auf das innere Ostlandsgebiet begrenzt. Olav gelang es nicht, die mächtige Aristokratie der Westküste an sich zu binden, wie es Knut gelang, als er seine Schwester mit Erling Skjalgsson verheiratete. Stattdessen versuchte er, außerhalb dieser mächtigsten Kreise, die sich auf dem Kulminationspunkt ihrer Macht befanden, loyale Anhänger zu gewinnen, was die Aristokratie verärgert haben dürfte. Dies war aber nicht der Grund ihres entschlossenen Vorgehens gegen Olav. Snorri lässt den Konflikt in Norwegen mit einem Streit zwischen Olav und dem Jarl in Trøndelag Asbjørn Sigurdsson beginnen. Dieser habe das Verbot des Königs, Korn nach Nordnorwegen zu verkaufen, als es dort dringend benötigt wurde, missachtet. Der Konflikt habe dazu geführt, dass Asbjörn den königlichen Vogt auf Avaldsnes (bei Haugesund) erschlagen habe. Da Asbjørns Neffe Erling Skjalgssons war, wurde dieser in den Konflikt hineingezogen. Nach Snorri kam es aber da noch nicht zu einem Bruch zwischen Erling und Olav. Snorris Darstellung hat viele unplausible Elemente, aber es gibt keine anderen zeitgenössischen Quellen darüber. Fest steht jedenfalls, dass Erling in den 20er Jahren des 12. Jh. eine Position hatte, an der Olav nicht vorbeikam. 1027 kam es zum offenen Konflikt mit Erling, der mit einer Schlacht im Boknfjord endete, die Olav gewann, indem er Erling in eine Falle lockte. Die Schlacht soll zur Thomasmesse, also am 21. Dezember 1027 stattgefunden haben. Nach Snorri soll Aslak Fitjaskalle, einer der minderen loyalen Anhänger, die Olav gewonnen hatte, Erling getötet haben. Dies soll gegen den Willen Olavs geschehen sein, da Erling sich ergeben habe. Nach Sigvat hat Olav ihn selbst erschlagen. Danach scheint es zu einem allgemeinen Abfall von Olav gekommen zu sein, so dass er seine Macht über Norwegen einbüßte. Sigvat sagt ausdrücklich, dass Englands König ein großes Heer gegen Norwegen sammelte, Olav aber nur wenige Männer und kleine Schiffe hatte. Als Knut nach Norwegen kam, floh Olav von Sunnmøre nach Opland und Hedmark und weiter nach Osten über Schweden nach Russland und hielt sich in Nowgorod auf. Knut wurde auf allen Thingversammlungen im Lande als norwegischem König gehuldigt. Die Überlieferung führte den Niedergang Olavs darauf zurück, dass Knut mit großen Geldbeträgen die norwegischen Aristokraten gekauft habe. Damit wurde der Verrat an Olav begründet. Aber wahrscheinlicher ist es, dass neben dem Geld auch der Wunsch, Olav loszuwerden, eine Rolle spielte. Hinzukamen alte Loyalitäten zwischen den Ladejarlen und den dänischen Königen.

Das Ende

Knut hielt sich nicht lange in Norwegen auf, sondern kehrte alsbald nach England zurück, nachdem er seinen Neffen Håkon Jarl die Regierung Norwegens übertragen hatte. Dessen Vorfahren hatten bereits diese Würde unter Harald Blåtann und Svend Tveskæg inne gehabt. Aus unbekannten Gründen fuhr er nach England zu Knut, kam aber bei seiner Rückkehr auf der Nordsee um. Damit gab es in Norwegen keinen König und keinen Jarl. Dieses plötzliche Machtvakuum gedachte Olav auszunutzen. Er kehrte Anfang 1030 über Uppsala, wo er 400 Mann von seinem Schwager, König Anund Jakob mitbekam, nach Norwegen zurück, beließ aber seinen sechsjährigen Sohn Magnus in Nowgorod. Zunächst kam er nach Oppland, wo sich ihm sein Halbbruder Harald Sigurdsson anschloss. Die gut ausgebildete schwedische Abteilung war wohl die Kerntruppe seines Heeres. Aber das war zu wenig. Olav zog nach Trøndelag in das Verdal und folgte dem Tal zur Küste. Inzwischen sammelten die Gegner ihre Kräfte. In Stiklestad traf das Bauernheer auf den König. Den Vorschlag, bei der gewaltigen Übermacht des Bauernheeres Inner-Trøndelag niederzubrennen und so Panik im Bauernheer zu erzeugen, befolgte Olav nicht. So kam es am 29. Juli 1030 zur Schlacht von Stiklestad. Das Datum wurde in neuerer Zeit in Zweifel gezogen, weil die Skalden von einer Sonnenfinsternis am Tage der Schlacht berichten, die aber erst am 31. August stattfand. Aber man muss berücksichtigen, dass der Bericht erst 1040 abgefasst wurde und es sich nicht um eine astronomische Sonnenfinsternis gehandelt haben muss, sondern auch eine legendarische gewesen sein kann, da die Legendenbildung bereits eingesetzt hatte. Eine Nachbildung der biblischen Sonnenfinsternis bei Christi Tod ist durchaus plausibel. legendarische Nach den Berichten werden drei Personen mit seinem Tod in Verbindung gebracht: Torstein Knarreson hieb ihm oberhalb des Knies ins Bein, Tore Hund stieß mit dem Speer in seinen Leib und Kalv Arnesson hieb ihm seitlich in den Hals, was seinen Tod herbeiführte. Kalv Arnesson wird daher als der eigentliche Töter des Königs bezeichnet. Es hat viele unterschiedliche Erklärungsversuche für das Verhalten der Bauern aus Trøndelag gegeben, die aber allesamt nicht ganz befriedigen. Einigkeit besteht nur darüber, dass die zur Verfügung stehenden Quellen die wahren Gründe nicht wiedergeben, weder dass hier Heiden gegen das Christentum kämpften, noch dass hier von Knut gekaufte Bauern einen verbrecherischen Aufstand gegen ihren König verübten. Man hat Klassenkampfthesen bemüht, dass sich der König mit den Bauern gegen die Aristokratie verbündet habe. Wieso sich dann die Bauern gegen ihn gewandt haben sollen, ist nicht plausibel. Man hat auch einfach Rachegedanken der Bauern wegen früherer Feldzüge ders Königs in Trøndelag vermutet. Es gibt einen neueren Erklärungsversuch für das Vorgehen der Bauern aus Trøndelag, wobei spätere Verhältnisse herangezogen werden: Die Sagas nennen 16 trøndersche Grundherrschaften, die irgendwann in der Zeit zwischen Håkon dem Guten und Olav dem Heiligen Zentren des Widerstandes gegen das neue Königtum waren. Im Hochmittelalter waren 15 dieser Grundherrschaften königlicher Besitz. Das bedeutet, dass sie sich ein früherer König angeeignet haben muss. Harald Hårfagre hatte angeblich alles Land zu Königsgut erklärt, was sein Nachfolger rückgängig gemacht haben soll. Unter dessen Nachfolgern wurden Widerstände oft dadurch gebrochen, dass den Gegnern die wirtschaftliche Grundlage durch Konfiskation entzogen wurde. Im Frostathingslov, das in Trøndelag galt, befinden sich in einer Redaktion des 13. Jahrhunderts die ungewöhnlichen "Widerstandsparagrafen": : Kein Mann darf einen anderen Mann überfallen, weder der König noch ein anderer. Aber wenn dies der König tut, dann soll der Kriegspfeil (das zeichen zur Mobilmachung) ausgesendet werden. Der soll in alle acht Bezirke gesandt werden, und die Bauern sollen gegen den König ziehen und ihn töten, wenn sie können. Doch wenn der König davonkommt, dann darf er niemals mehr ins Land zurückkommen. Wer nicht gegen ihn ziehen will, muss drei Mark bezahlen, genauso der, der den Pfeil nicht weitergibt. Gleiche Vorschriften gibt es gegen Jarle und Lehnsmänner. Dieses Gesetz wurde erstmals im 11. Jahrhundert verschriftlicht. Es ist nicht genau bestimmbar, aus welcher Zeit diese Vorschrift stammt, aber alles deutet auf eine Zeit kurz vor oder zu Zeiten Olavs. Diese Bestimmung passt ziemlich genau auf die Vorgänge am Ende seiner Regierungszeit: Erst musste der König außer Landes gehen, und als er zurückkam, erschlugen ihn die Bauern aus Trøndelag. Dann aber kann man vermuten, dass Olav in früherer Zeit gegen die Widerstände in Trøndelag vorgegangen ist und dort die Ländereien der Gegner konfisziert hat. Denn man darf davon ausgehen, dass er für sein Vorgehen in Trøndelag nicht die Zustimmung des Things fand, so dass die Enteignung rechtswidrig erscheinen musste. Dies würde auch den wertenden Einschub Sigvats in sein Gedenkgedicht über Olav über die beiden Heere bei der Schlachtbeschreibung erklären: frýk hvorungi = "keiner von beiden ist zu tadeln". Bei einem Gedicht über seinen besten Freund muss das Verständnis für dessen Feinde auffallen. Was mit seinem Leichnahm geschah, ist nicht genau bekannt. Der Bauer Þorgils von Stiklestad und seine Söhne sollen ihn geborgen und später nach Nidaros gebracht haben (siehe:Nidarosdom).

Der Heilige

Als Märtyrer war Olav ein Heiliger in dem Moment, in dem er starb. Was Zeit beanspruchte, war, dass Gott diese Heiligkeit offenbarte und so das Volk überzeugt wurde. Es gibt keine Information darüber, wann und wie er ein Heiliger wurde. Sicher ist nur, dass es sehr rasch ging. Sigvats Erfidrápa von 1040 berichtet bereits von einer Olavsmesse, einem Heiligenschrein und von Wundern an seiner Leiche unmittelbar nach seinem Tod. Bei den Sagas kommt noch hinzu, dass seine Widersacher unmittelbar schon bei seinem Tod seine Heiligkeit erkannten. in den 60er Jahren des 11. Jh. gibt es in England bereits den liturgischen Text einer Olavsmesse im The Red Book of Darley aus dem Bistum Sherborne, welches bereits fast die gleichen Gebete beinhaltet, die später im Missale Nidarosiense von 1519 zu finden sind, und auch in einem Brevier, das von Bischof Leofric von Exeter seiner Kirche geschenkt worden war (The Leofric Collectar), in welchem Olav gedacht wird. Snorri gibt in seinem Bestreben, die Geschichte nach einem profanen und politischen Plan ablaufen zu lassen, als einziger der Heiligsprechung eine staatsrechtliche Form: Var þá biskups atkvæði og konungs samþykki og dómur allsherjar að Ólafur væri sannheilagur. (Da kamen des Bischofs Erklärung, des Königs (Svein) Zustimmung und des Volkes Entscheidung, dass König Olav heilig sei). Daraufhin wurde er in einen Schrein gelegt und dieser auf den Hochaltar der Klemenskirche in Nidaros gestellt. Das soll am 3. August geschene 1031 geschen sein. Damit legt er den Grundstein, für seine weitere Darstellung der religiös-politischen Entwicklung. Wenn er damit auch die richtige Linie gesehen hat, so dürfte seine Darstellung nicht den Tatsachen entsprechen. Zwar ist der Tag wohl richtig, denn sein Festtag knüpft an eben diese Translatio an. Aber dass König Svein diese Heiligsprechung für gut befunden haben sollte, erst recht nicht, dass der in Nidaros damals ansässige dänische Bischof Sigurd, der gegen Olav in Stiklestad gehetzt hatte, diese entwicklung gebilligt haben soll, ist nicht glaubwürdig, so dass sie eher nach Sveins Vertreibung 1034 oder 1035 anzusetzen ist. Das Interesse der Kirche lag allerdings in einer möglichst frühen Heiligsprechung. Auch das Volk dürfte dabei kaum eine Rolle gespielt haben. Der Heiligenkult ist für diese Zeit in Skandinavien nicht nachzuweisen. Es gibt aus der Missionszeit manche Runeninschriften mit Gebeten zu Gott für einen Toten, aber keine Fürbittgebete an Heilige. Olavs Bischof Grimkjel kam aber von England, wo es heilige Könige bereits gab. Diese gaben ihren Erben eine besondere Legitimität eines göttlich sanktionierten Königsheils, was dynastischen Bestrebungen entgegenkam. Das Grab Olavs wurde bald zur großen Pilgerstätte, von der bereits Adam v. Bremen für die 70er Jahre des 11. Jh. berichtet. Erst in den 90er Jaren des 19. Jh. bekam das Olavsfest neuen Aufschwung. Hier stand die religiöse Erneuerung im Vordergrund. Der Grundtvigianer Christopher Bruun wollte einen Gottesdienst in der Domkirche halten, was ihm der Dompropst abschlug. Daraufhin hielt Bjørnstjerne Bjørnson vor ca 6000 Menschen eine große Rede in Ilevållen. 1997 wurde zum 1000-Jahrsjubiläum am 29. Juli erstmalig ein ökumenischer Gottesdienst vom Bischof in Nidaros Finn Wagle mit Bischöfin Sofie Pedersen aus Grönland, dem Bischof Davis Tustin aus Grimsby (England), dem babtistischen Pastor Tor Rønneberg, der Pfingstler-Pastorin Marit Landrø, dem Metropoliten von Moskau Kyrill und Kardinal Cassidy aus Rom gefeiert. Seitdem finden die Olavstage jährlich Ende Juli statt.

Die literarische Gestalt

Die Gestalt Olavs ist hinter den Sagen und Legenden nur schwer fassbar. In den Legenden ist er der Repräsentant des Christentums, der die Trolle und Teufel vertrieb und Wunder vollbrachte. Viele Kirchen führen in ihrer Legende ihren Bau auf Olav zurück, oft in der Weise, dass er einen Troll dazu bewog. Für die Olavskirche auf Avaldsnes (Karmøy gegenüber Haugesund) wird die gleiche Geschichte erzählt, wie sie für den Dom von Lund berichtet wird und das Rumpelstilzchen-Motiv verwendet: Er schließt mit dem Troll Sigg einen Vertrag ab, dass dieser ihm die Kirche baue und, falls der König nicht bis zur Fertigstellung seinen Namen errate, erhalte der Troll das Leben des Königs. Der König belauscht zufällig die Frau des Trolls, erfährt den Naman und ruft den Troll beim Namen. Als der seinen Namen hörte und damit seinen Lohn verlor, stürzte er vornüber. Sein Kopf wurde zu dem Stein, der neben der Kirchenwand liegt. Auch jede Menge Aitologien werden an ihn geknüpft, so z.B. die das Aussehen besonderer Felsformationen. Auch Täler werden darauf zurückgeführt, dass er mit einem Schiff zwischen den Bergen über Land fuhr. Diese Legenden haben mit der historischen Gestalt nichts zu tun. Die mittelalterlichen Verfasser mussten sich entscheiden, ob sie über den Heiligen oder den König schrieben. Die Kirchlichen Schriftsteller beschrieben Olav natürlich als Heiligen, und sie waren die frühesten. Als später auch der historische König Gegenstand der Saga wurde, hatten deren Verfasser das Problem, die bereits vorhandenen Texte kritisch zu prüfen. Daraus entstanden verschiedene Olavsbilder und auch Geschehensabläufe. Die Frage, ob Olav in der Schlacht bei Stikklestad bewaffnet oder unbewaffnet war. Der älteste Bericht über den Tod Olavs findet sich in einem englischen Officium aus dem 11. Jh., in welchem neben den kirchlichen Festgebeten auch kleine Lesestücke eingestreut sind. Dort heißt es, Olav war waffenlos und statt eines gewöhnlichen Schwertes habe der des Glaubens Schild und Schwert getragen, wie es Paulus im Epheserbrief forderte. Das gleiche ist in jüngeren altnorwegischen religiösen Texten zu lesen. In einer anderen legendarischen Saga wird gesagt, er habe ein Schwert getragen, aber weder Helm noch Brünne. Als er verwundet worden sei, habe er das Schwert von sich geworfen und für seine Feinde gebetet. Man kann nicht davon ausgehen, dass die Verfasser tatsächlich meinten, der König sei unbewaffnet in seine größte Schlacht gezogen. Hier wird der Heilige geschildert, und die frommen Verfasser erzählten nicht das, was gewesen ist, sondern die hinter dem Geschehen geglaubte Wirklichkeit, sie legten ihm also die Attribute bei, die zu einem heiligen Märtyrer gehörten. Diese Stereotyp über nahm die um 1170 auf Latein verfasste Passio Olavi. der persönliche Freund Olavs, Sigvad skald beschrieb die Schlacht um 1040 in seinem Gedenkgedicht Erfidrápa, das im 12. Jh. verschriftlicht wurde. Darin wird geschildert, wie der König in seiner Brünne mit dem Schwert kämpft. Snorri, der den König und nicht den Heiligen schilderte, hat sich an ihn gehalten und die königliche Prachtrüstung beschrieben. Um 1030 begann die norwegische Kirche die Olavsmesse zu feiern. In dieser Messe wurde auch das Leben und Sterben Olavs geschildert, sowie die Wunder, die auf ihn zurückgeführt wurden, erwähnt. Sigvad skald erwähnt einige. Der Skald Einar Skúlason erwähnte 1150 in seinem Gedicht Geisli bereits 14 Wunder. Die "offizielle" Heiligenvita, die lateinische Passio Olavi, wendet in der gedruckten Ausgabe ca 7 Seiten auf die Lebensbeschreibung auf, aber um die 59 Seiten auf die Wunder. Die meisten Wunder haben Heilungen zum Gegenstand. Die vielen Olavsquellen im Lande sind Abbilder der Olavsquelle im Dom zu Drontheim. Manche Olavsquelle mag ursprünglich eine heidnische heilige Quelle gewesen sein. Die Saga befasste sich im Gegensatz zur Legende, mit dem irdischen König Olav. Seine Zeit als Wiking wurde ebenso berücksichtigt wie seine politischen Aktivitäten als König. Allerdings konnte auch der Sagaverfasser nicht ganz vom Status des Heiligen absehen. Die älteste weltliche Quelle über Olav waren die Anfang des 12. Jh geschriebenen kurzen Königschroniken. Die älteste zusammenhängende Saga war eine im Þingeyrarkloster in Island zwischen 1160 und 1180 niedergeschriebene Olavssaga, von der noch ganz kleine Fragmente erhalten sind, als Buchrücken für Rechnungsbücher für den Zeitraum 1638 bis 1641, entdeckt im norwegischen Reichsarchiv. Davon abgeleitet wird eine "Mittlere Saga", die vollständig verloren ist. Von ihr abgeleitet ist die älteste legendarische Saga, die um 1200 verfasst wurde und so genannt wird, weil in ihr die meiste mündliche Legendenüberlieferung verarbeitet worden ist. Ebenso wurde sie in der verloren gegangenen Lífssaga Óláfs hins helga von Styrme Káresson (um 1220) benutzt. Diese wiederum floss zusammen mit der legendarischen Saga in die Saga Óláfs konungs hins helga des Snorri Sturluson und in die Fagrskinna (ebenfalls um 1220). Diese beiden wurden wiederum 1230 in Snorris Heimskringla verarbeitet. Abgesehen von den zeitgenössischen Skaldendichtungen bietet die gesamte Überlieferung ein verzerrtes Bild von Olavs Gegnern. In den kirchlichen Quellen sind sie Feinde, Vertreter des Bösen, Teufelsdiener, Übeltäter und treulose Verräter. Das wussten auch die Sagaverfasser und vermieden solche Wortwahl. Adam von Bremen legt zwar auch Gewicht auf die Gegnerschaft zwischen Olav und Knut den Mächtigen, aber er schreibt auch über den Aufstand der norwegischen Häuptlinge, dass diese sich gegen Olav wandten, weil er deren Frauen wegen zauberei habe umbringen lassen. Dieser Gesichtspunkt ist eine historiserende Übernahme der kirchlichen Verteufelung von Olavs Gegnern. Noch weiter abgeschwächt findet sich dieser Zug in der Erklärung Snorris, Olavs Mörder, Tore Hund, habe sich Zaubermittel für 12 Männer verschafft, die sie praktisch unverwundbar machten. Bei der Schlachtbeschreibung lässt er dann Tore mit 11 Männern in der ersten Reihe gegen Olav kämpfen, ohne allerdings an dieser Stelle die Zaubermittel zu erwähnen. Snorri rechfertigt Olav nicht religiös, sondern politisch. In der lateinischen Biographie ist das Ziel Olavs bei seiner Heimkehr nach Norwegen beschrieben als Sorge für das Landes Zukunft. Er wolle durch Gesetze des Adels Willkür zähmen und die Schwachen vor deren Willkür schützen. Demgegenüber legt Snorri Olav nach seiner Heimkehr aus England eine programmatische Rede in den Mund, die gleichzeitig die Darstellungsleitlinie Snorris beinhaltet: : "... Ausländer herrschen über mein Eigentum, das früher mein Vater besaß und vor ihm mein Großvater und davor einer vor dem anderen meines Geschlechts und für das ich als gesetzlicher Erbe geboren wurde. Und nicht einmal damit sind sie zufrieden; denn sie haben allmählich alles genommen, was uns Verwandten gehörte, die wir von König Harald Hørfagre in gerader Linie abstammen. Manchen von uns haben sie einiges gelassen, anderen gar nichts. Nun möchte ich euch mitteilen, was ich seit langen bei mir erwogen habe, nämlich, dass ich Anspruch auf mein Vatererbe erheben will und dass ich weder den Dänenkönig noch den Schwedenkönig aufsuchen will und sie nicht um etwas bitten will, obgleich sie seit einiger Zeit zu ihrem Eigentum erklären, was Harald Hårfagre als sein Erbe hinterließ. Vielmehr will ich mein Erbe mit des Schwertes Spitze erobern und dazu meine Verwandtschaft und meiner Freunde und alle, die zu mir halten, um Unterstützung ersuchen. Und so denke ich diesen Anspruch geltend zu machen, dass nur zweierlei geschehen kann: Entweder werde ich wieder das ganze Reich erhalten und beherrschen, dass jene sich durch die Erschlagung meines Verwandten Olav Tryggvasons aneigneten, oder ich werde auf dem Erbe meines Geschlechtes fallen." Hier wird deutlich der religiöse Gesichtspunkt durch den nationalen und dynastischen Gesichtspunkt ersetzt. Eine weitere Leitlinie bringt Snorri seiner Darstellung ist die des "gerechten Königs", die er in der Entgegensetzung zweier Herschertraditionen in der Nachfolge Harald Hårfagres darstellt. Programmatisch kommt dieser Gesichtspunkt in der Rede Røreks, eines Kleinkönigs aus dem Osten, vor seinen Mitkönigen kurz vor der Wahl Olavs zu Konig von Norwegen zum Ausdruck. Dort warnt Rørek seine Mitkönige, Olav die Königsherrschaft zu übertragen, indem er ihnen vor Augen stellt, dass zwar Håkon der Gute durch eine vorsichtige rechtsgebundene Herrschaftsausübung in Ordnung gewesen sei, aber Harald Hårfagre, Erik Blodøks und die Erikssöhne, sobald sie Alleinherrscher geworden seien, zu unerträglichen Tyrannen mutiert seien. Und das sei auch bei Olav zu erwarten. Snorri lässt nun Olav eine vorsichtige Regierungsweise angedeihen und immer für ein gutes Verhältnis zu den Bauern suchen. Bei Snorri erobert Olav seine Macht nicht militärisch, sondern durch die allgemeine Zustimmung bei der Königswahl. So wird Olav der moralisch Überlegene, und seine Kämpfe richten sich gegen gesetzesbrecherische und aufrührerische Kleinkönige, die ihn vorher ja gewählt haben sollen. Damit erhält Olav die Rechtfertigung zur gewaltsamen Niederschlagung des Widerstandes. Auch die Unterstützung der Abtrünnigen für den dänischen König Knut wird damit unrechtmäßig. Eine zuverlässigere Sicht auf Olav bieten die zeitgenössischen Skaldenlieder. Diese sind in den Sagas in vielen Strophen zitiert. In Olavs Gefolge befanden sich eine Reihe isländischer Skalden. Drei von ihnen, Gissur Gullbráskald, Torfinn Munn und Tormod Kolbrunarskald begleiteten ihn auf seiner Flucht nach Kiew. Alle drei fielen in der Schlacht bei Stiklestad. Von ihnen ist nicht viel erhalten, dagegen viel von Ottar Svarte und und Sigvat Tordsson.

Die Nachwirkungen

Es ist erstaunlich, welche Bedeutung Olav in Anbetracht seiner kurzen Regierungszeit in der Nachwelt erhalten hat. Es ist also fraglich, ob seine Bedeutung zu Lebzeiten seiner Bedeutung nach seinem Tode entspricht. Zunächst ist festzustellen, dass seine Regierungszeit gegen Ende des Prozesses zur Reichseinigung, den man von 995 bis ca 1050 ansetzen kann, liegt. Unter ihm wurde die norwegische Kirche als Institution gestaltet. Das Land erhielt ein Königtum, das schon entwickelter war als zu Zeiten Harald Hårfagres. Dazu haben aber sicher auch Olav Tryggvason und Knut d. Gr. beigetragen. Vieles, was er in Gang setzte, kam erst unter Magnus den Guten und Harald Hardråde zur Vollendung. Aber selbst beim Kirchenaufbau stellt sich die Frage, ob seine Initiative so epochal war, wie die Quellen sie darstellen, oder ob er nicht vielmehr nur einen Schritt zu den Schritten seiner Vorgänger hinzugefügt hat. Immerhin ist festzuhalten, dass sein Untergang nichts mit der Einführung des Christentums zu tun hatte, er historisch kein Märtyrer war. Vielmehr war das Land im Wesentlichen bereits christianisiert. Er konnte daher leicht bereits in den ersten Regierungsjahren die Reste des Heidentums ausmerzen. Sein Widersacher Erling war selbst Christ und das vollständige Ausbleiben jeglicher heidnischer Reaktion nach seinem Tode belegt hinreichend, dass es keine Konfrontation zwischen Heidentum und Christentum mehr gab. Das Bedürfnis der Kirche, einen königlichen Märtyrer als Landesheiligen aufzubauen, hat zu dieser nachträglichen Darstellung geführt. Auch die Darstellung des milden und gerechten Königs dürfte übertrieben sein, wenn Olav auch bereits zum wikingen Menschenbild des kämpfenden Manes auf Distanz gegangen sein mag, als er bei seinem Aufenthalt in der Normandie sah, wie Kirche und Herzog Hand in Hand die Zersplitterung und Auflösung des Landes erfolgreich bekämpft hatten. Aber der räuberische Einfall in Dänemark in Abwesenheit Knuts zeigt, dass er in der Praxis sich von der Vergangenheit noch nicht vollständig gelöst hatte. Er hat entgegen vieler Darstellungen das Lehnswesen nicht eingeführt. Es ist überhaupt zweifelhaft, ob er überhaupt Lehnsleute hatte. Die Skalden verwenden den Ausdruck lendrmaðr so gut wie nicht. Sie sprechen durchweg von Hersen. Sigvat wendet ihn auf Erling Skjaldsson an, den mächtigsten Mann nach dem König und sein Widersacher. Die endgültige Mediatisierung der Adelsgeschlechter und ihre Einbindung in Reichshierarchie geschah erst später. Bereits unter seinem Nachfolger Magnus wurde die Vorstellung entwickelt, dass Olav sowohl mit der Dynastie als auch mit dem Land aufs engste verknüpft bleiben müsse. Bald werden Gedichte verfasst, nach denen die späteren Könige ihre Macht von Olav d. Heiligen erhalten. Stein Herdisson dichtete 1070 für den König Olav Kyrre und seinen Widersacher, den dänischen König Sven Estridsson: : An Sven will nicht : der kampfstarke Fürst sein Erbland geben : solange er sitzt in Kaupang : wo der heilige König weilt. : Seinem Geschlecht will Olav gönnen : die Macht in ganz Norwegen. : Hier darf Ulvs Sohn (= Sven) nicht : sich Erbe nennen. Mitte des 12. Jh. wurde daraus ein staatsrechtlicher Grundsatz mit dem heiligen König als rex perpetuus Norvegiae. Auf den Färöern wird sein Todestag als Nationalfeiertag begangen, siehe Ólavsøka. Haraldsson, Olav II. Haraldsson, Olav II. Haraldsson, Olav II.

Norwegen

Das Königreich Norwegen (norwegisch: Kongeriket Norge/Noreg) ist ein Land in Nordeuropa. Das skandinavische Land grenzt im Osten an Schweden und im Nordosten an Finnland und Russland. Die Wirtschaftszone Norwegens in der Nordsee grenzt im Süden an die Dänemarks und im Westen an jene Schottlands. Norwegens Staatsform entspricht einer parlamentarischen Monarchie (Königreich mit parlamentarischer Legislative) und ist als Zentralstaat organisiert.

Geographie

Zentralstaat Hauptartikel: Geographie Norwegens Die Geographie Norwegens ist von Gebirgsketten und kargen Hochebenen, den Fjells geprägt. Das "Land der Trolle und Fjorde" macht seinem Namen alle Ehre: Die etwa 20.000 km lange Atlantikküste wird unzählige Male von den schmalen und tiefen Buchten unterbrochen, die Meerwasser bis weit ins Landesinnere bringen. Die charaktervolle Landschaft lädt Naturliebhaber und Romantiker ein, ebenfalls an die kleinen Fabelwesen zu glauben, die jeder Norweger als Trolle kennt. Im Landesinneren gestalten hohe Wasserfälle und fischreiche Flüsse die Oberflächenstruktur. Die Bevölkerung ist nicht nur in den größten Städten konzentriert, sondern über das Land ausgebreitet - von Süd nach Nord nimmt die Bevölkerungsdichte allerdings ab. Außer Oslo hat Norwegen drei Städte mit über 100.000 Einwohnern, nämlich Bergen, Trondheim und Stavanger. Norwegen besitzt fünf überseeische Regionen:
- Svalbard (Spitzbergen und Bäreninsel) im Nordatlantik und Nordpolarmeer
- Jan Mayen im Nordatlantik
- Bouvetinsel im Südpolarmeer
- Peter-I.-Insel im Südpolarmeer
- Königin-Maud-Land in der Antarktis Siehe auch: Liste der Städte in Norwegen, Nationalparks in Norwegen

Bevölkerung

Nationalparks in Norwegen

Einwohnerzahl

Im Herbst 2004 ist die Zahl der Norweger auf über 4,6 Mio. gestiegen und sie steigt um ca. 30.000 Menschen jedes Jahr. Viele davon sind zugewanderte Flüchtlinge oder Einwanderer. Norwegen hat außerdem eine höhere Geburtenrate als andere Länder Europas.

Zusammensetzung

92,1 % der Bevölkerung sind Norweger, dazu zählen auch die Minderheiten der ca. 40.000 Saami (Lappen) und ca. 10.000 Finnen (Kvener). Am 1. Januar 2005 wohnten 364.981 Ausländer in Norwegen; ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung betrug 7,9%. Die nicht-norwegische Bevölkerung verteilt sich nach den folgenden Herkunftsländern: Pakistan (26.950), 0,6 %; Schweden (22.859), 0,5 %; Dänemark (19.197), 0,4 %; Irak (18.369), 0,4 %; Vietnam (17.864), 0,4 %; Somalia (16.765), 0,4 %; Bosnien (14.641), 0,3 %; Iran (13.983), 0,3 %; Türkei (13.504), 0,3 %; Serbien (12.455), 0,3 %. (Stand jeweils: 1. Januar 2005) 75 % der Norweger leben in Städten.

Größte Kommunen

Religion

Es gibt eine amtlich Evangelisch-lutherische Staatskirche: die protestantische, basierend auf der evangelisch-lutherischen Religion. Oberhaupt der protestantischen Staatskirche ist der König. Alle Einwohner Norwegens haben das Recht, ihre Religion frei auszuüben. Rund 10% nehmen regelmäßig an Gottesdiensten oder anderen religiösen Veranstaltungen teil. Verteilung nach Religionen:
- Mitglieder der lutherischen Staatskirche: 85,7 %
- andere Protestanten: 3,5 %
- Katholiken: 1,0  %
- Moslems: 1,7 %
- Buddhisten: 0,2 %
- ohne Religion: 5,6 % Stand: 1. Januar 2004

Gesundheit, Soziales und Bildung

Sprachen

Norwegisch ist eine nordgermanische Sprache, z. T. stark geprägt vom Niederdeutschen. Die Schriftsprache teilt sich in zwei Varianten: Etwa 85-90 % der Einheimischen schreiben Bokmål (wörtlich: 'Buch-Sprache'). Das Bokmål ist sowohl vom Dänischen als auch von den verschiedenen Mundarten beeinflusst. Etwa 10-15 % schreiben Nynorsk ('Neu-Norwegisch'). Das Nynorsk, das bis 1929 als Landsmål bekannt war und 1885 als zweite offizielle Schriftsprache anerkannt wurde, ist eine künstliche, von Ivar Aasen aus den Dialekten des westlichen Teils des Landes geformte Sprache und wird heute vor allem an der Westküste, in der Fjordregion und in Telemark verwendet. Als gesprochene Sprache spielen heute Dialekte immer noch eine große Rolle.In der Schule müssen norwegische Schüler sowohl Bokmål als auch Nynorsk lernen. Zu den verschiedenen Sprachen siehe ausführlich Norwegische Sprache. Neben Norwegisch werden vor allem im Norden des Landes von den nationalen Minderheiten noch Samisch und Finnisch gesprochen. Norweger lernen wahlfrei Deutsch oder Französisch (die Mehrheit Deutsch) und obligatorisch Englisch als Fremdsprachen in der Schule. Deutsch war traditionell (bis etwa 1950) die erste Fremdsprache in Norwegen (wie auch im restlichen Skandinavien). Heute ist Englisch der Verbreitung nach die erste Fremdsprache, vor Deutsch als zweiter Fremdsprache und Französisch als dritter Fremdsprache. Englisch, Deutsch und Französisch haben einen offiziellen Status als Primärfremdsprachen.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Norwegens Die menschliche Besiedlung Norwegens begann nach der letzten Eiszeit etwa im 8. Jahrtausend v. Chr., als Jäger und Sammler dem schmelzenden Eis nach Norden folgten. Die bisher ältesten Funde menschlicher Besiedlung sind rund 10.300 Jahre alt. Sie wurden bei Tunnelarbeiten unweit des Nordkaps gefunden. Der steinzeitlichen Megalithkultur Skandinaviens folgten in der Bronze- und Eisenzeit germanische Einflüsse. In der Zeit der Wikinger (800-1050) wurde Norwegen durch König Harald Hårfagre um das Jahr 900 geeint. In dieser Zeit erfolgte von Norwegen aus die Besiedlung Islands, der Färöer und Grönlands. Einige erreichten sogar Neufundland im heutigen Amerika. Aber auch die Normandie in Frankreich wurde von den 'Nordmännern' besiedelt. Normandie Ab 1380 in Personalunion mit Dänemark, trat Norwegen 1397 der Kalmarer Union bei und wurde darin ein relativ unbedeutendes Mitglied. Das Kalmarer Reich hielt formell bis 1523 (Ausscheiden Schwedens), mit Dänemark jedoch bis 1814. Wegen politischer Unterstützung Frankreichs musste Dänemark Norwegen nach den Napoleonischen Kriegen im Frieden von Kiel an den König von Schweden abtreten. Die Übergabe geschah allerdings nicht direkt, weshalb Norwegen für kurze Zeit unabhängig war und sich am 17. Mai 1814 in Eidsvoll seine Verfassung gab, die mit leichten Änderungen bis heute gültig ist. Der 17. Mai ist seitdem Nationalfeiertag. Es folgten 91 Jahre einer Personalunion mit Schweden, bevor sie nach einer Volksabstimmung am 13. August 1905, in der sich eine überwältigende Mehrheit der männlichen Norweger für die Beendigung der Zwangs-Union aussprachen, aufgelöst wurde. Neuer König wurde Prinz Carl aus dem Hause Glücksburg als Haakon VII. Im Ersten Weltkrieg erklärte Norwegen zusammen mit Dänemark und Schweden seine Neutralität. 1920 trat das Land dem Völkerbund bei. Im Zweiten Weltkrieg, im April 1940, wurde das neutrale Norwegen von Deutschland im Rahmen der Operation Weserübung besetzt. Als Reichskommissar für das besetzte Norwegen wurde Josef Terboven ernannt. Militärisch wurde die Okkupation mit den strategisch wichtigen Häfen an der norwegischen Küste und besonders auch mit dem Hafen Narvik zum Nachschub von Eisenerz aus dem schwedischen Kiruna und einer bevorstehenden englischen Landung begründet. Die Bedeutung Narviks für die deutsche Kriegswirtschaft ist jedoch umstritten, denn das Dritte Reich war weniger auf die schwedischen Eisenerzlieferungen angewiesen als gemeinhin angenommen. Vielmehr galt es, durch die Besetzung des Hafens England von seinen schwedischen Erzzufuhren abzuschneiden. Dies findet seine Bestätigung in der Anweisung Hitlers, die Hafenanlagen für den Gegner und damit zwangsläufig auch für Deutschland unbrauchbar zu machen. Von größerer Bedeutung waren die norwegischen Rohstoffe für die deutsche Kriegswirtschaft, was die Besetzung des Landes vor dem Hintergrund der Schaffung eines "Europäischen Großwirtschaftsraumes" unter deutscher Hegemonie erforderlich machte. Als Hauptrohstoffe seien Eisenerz, Schwefelkies, Molybdän und Aluminium genannt. Gerade der Ausbau der Aluminiumindustrie wurde im "Leichtmetallausbau Norwegen" besonders gefördert. Es handelte sich hierbei um ein gigantisches Investitionsprojekt, durch das die Aluminiumproduktion verachtfacht werden sollte ("Koppenberg-Plan") und an dem auch die deutsche Großindustrie (IG-Farben) aktiv beteiligt war. Letztendlich führte der Kriegsverlauf bereits 1943 zu einer weitgehenden Einstellung der Vorhaben. Norwegen leistete zwar sechs Wochen lang militärischen Widerstand, war aber der deutschen Marine unterlegen. Außerdem gab es auch norwegische Nationalsozialisten (unter ihnen Vidkun Quisling), die sich mit den Deutschen verbündeten und dadurch schließlich an die Macht kamen. Da der größte Teil der norwegischen Bevölkerung ihnen aber ablehnend gegenüberstand, erlangten Widerstandsorganisationen einen hohen Stellenwert. In der Folge kam es immer wieder zu Gefechten der deutschen Truppen mit Großbritannien. Beim Rückzug der deutschen Truppen wandten diese die Politik der verbrannten Erde an. Viele Orte und Anlagen in Nord-Norwegen wurden vollständig niedergebrannt. Die moderne Geschichte seit 1969 ist geprägt von Wachstum und Reichtum durch das Erdöl. Siehe auch: Norwegische Kolonien

Politik

Verfassung

Norwegische Kolonien Das norwegische Grundgesetz vom 17. Mai 1814 ist von der französischen Verfassung Ende des 18. Jahrhunderts inspiriert. Das Prinzip der Gewaltenteilung von Montesquieu war wesentliches Vorbild. Trotz dieses liberalen Einflusses waren Juden und Jesuiten im Reich bis in die 1850er Jahre illegale Minderheiten. Die in der Verfassung festgeschriebene Gewaltenteilung führte zu mehreren Machtproben zwischen der Regierungsbürokratie (Exekutive), die wesentlich vom schwedischen Königshaus kontrolliert wurde, und dem Storting (der norwegischen Nationalversammlung; Legislative). Die Krone versuchte, ihre Privilegien als Exekutivmacht auszubauen und das Storting unter Berufung auf die Verfassung weitgehend von den Regierungsgeschäften auszuschließen. Der Konflikt spitzte sich weiter zu, als sich im Zuge der Industrialisierung die Klassenunterschiede zwischen der beamteten Machtelite und dem aufsteigenden Bürgertum auch in Norwegen verschärften. In der Gesellschaft wuchs die Ablehnung des königlichen Beamtenstaates. In der Kommunalpolitik war der nationale Regierungsapparat bereits 1837 durch die Einführung der lokalen Selbstverwaltung praktisch entmachtet. Entsprechend energisch bemühte sich der schwedische Adel um die Wahrung seines Einflusses auf nationaler Ebene. Die Spannungen eskalierten bis 1884, dem Jahr, das in Norwegen die Einführung des Parlamentarismus markiert. Der bürgerlich-liberale Stortings-Abgeordnete Johan Sverdrup setzte gegen den Widerstand des Königs Oskar II. von Norwegen das staatsrechtliche Prinzip durch, dass eine Regierung für den eigenen Machterhalt die Unterstützung des Storting benötigt. Durch diese Abhängigkeit war die durch die Gewaltenteilung festgeschriebene politische Souveränität der Monarchie zugunsten einer Stärkung des Parlaments faktisch aufgehoben. Der König musste Sverdrup als neuen Ministerpräsidenten mit der Regierungsbildung beauftragen. In Norwegen gilt das Prinzip des Parlamentarismus. Das Parlament, das aus 165 Abgeordneten besteht, besitzt die Macht. Alle vier Jahre werden neue Repräsentanten gewählt (bis 1936 jedes dritte). Das Parlament (Stortinget, buchstäblich übersetzt "Das große Thing") besteht aus zwei Teilen, Odelstinget und Lagtinget. Der Unterschied ist aber nicht sehr deutlich, so dass man es als Einkammer-System bezeichnen kann. Zudem gibt es die gemeindliche Selbstverwaltung. Die 437 norwegischen Kommunen wählen auch jedes vierte Jahr ihre Repräsentanten für die lokale Verwaltung. Norwegen ist jedoch ein Zentralstaat, in dem die lokalen Behörden immer mehr an Einfluss verloren haben. Traditionell ist aber das Prinzip von lokaler Macht wichtig. In Norwegen haben Große Koalitionen keine Tradition. Minderheiten mit Unterstützung des Parlamentes sind häufiger. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es nur zweimal eine Mehrheitsregierung. Die Sammlungsregierung von Einar Gerhardsen gleich nach dem Krieg, und die Arbeiterpartei-Regierung (Sozial-Demokraten) von 1959. In den letzten Jahren haben die Minderheitsregierungen zu "Stortingsregjering" (Parlamentsregierung) geführt und sind unter Druck geraten. Bei den Wahlen am 12. September 2005 konnte die "Arbeiderpartiet" (Sozialdemokratische Arbeiterpartei) mit 32,8 % die meisten Stimmen erlangen, so dass zusammen mit der Senterpartiet (grüne Zentrumspartei) und der Sosialistisk Venstreparti (Sozialistischen Linkspartei) die bei den Wahlen angestrebte rot-grüne Regierungsalternative gebildet werden konnte. Neuer Premierminister wurde Jens Stoltenberg. Das Staatsoberhaupt ist König Harald V.. In Norwegen gab es bisher 6 Volksabstimmungen:
- 1905 über die Auflösung der Union mit Schweden. (Ergebnis: Ja)
- 1905 über die Einsetzung Prinz Carls von Dänemark als König Haakon VII. (Ergebnis: Ja)
- 1916 über das Verbot von Alkohol. (Ergebnis: Ja)
- 1927 über die Aufhebung dieses Verbots. (Ergebnis: Ja)
- 1972 über den Beitritt in die Europäische Gemeinschaft. (Ergebnis: Nein)
- 1994 über den Beitritt in die Europäische Union. (Ergebnis: Nein) Siehe auch: Liste von norwegischen Regierungen, Liste der norwegischen Könige

Parteien

im Storting sind zur Zeit vertreten:
- Arbeiderpartiet (Arbeiterpartei / Sozialdemokratische Partei)
- Høyre (Rechte / Konservative)
- Fremskrittspartiet (Fortschrittspartei / Rechte Protestpartei)
- Sosialistisk Venstreparti (Sozialistische Linkspartei)
- Kristelig Folkeparti (Christliche Volkspartei)
- Senterpartiet (Zentrumspartei / Interessenvertretung der Bauern)
- Venstre (Linke / Liberale) andere kleine Parteien:
- Kystpartiet (Küstenpartei / Partei für Menschen an der Küste in Nord-Norwegen)
- Arbeidernes Kommunistparti (Kommunistische Partei der Arbeiter / kommunistisch)
- Norges Kommunistiske Parti (Kommunistische Partei Norwegen / kommunistisch)
- Rød Valgallianse (Rotes Wahlbündnis / Norwegens größte kommunistische Partei)
- Kristent Samlingsparti (Christliche Sammlungspartei / christlich, extrem-konservativ)
- Demokratene (Die Demokraten / extrem konservativ)
- Det Liberale Folkepartiet (Die liberale Volkspartei / liberal)
- Pensjonistpartiet (Rentner-Partei / Partei für alte Menschen)
- Miljøpartiet De Grønne (Umweltpartei die Grünen" / Umweltpartei)

Verwaltungsgliederung

Kystpartiet Das Land ist in 19 Verwaltungsprovinzen (Fylker) eingeteilt. Die kleinste Provinz nach Fläche ist die Hauptstadt Oslo.

Wirtschaft

Die gültige Währung Norwegens ist die Norwegische Krone. Norwegen besitzt laut HDI-Rang 2005 den höchsten Lebensstandard der Welt. Das Pro-Kopf-Einkommen ist eines der höchsten.

Erdöl

Norwegen ist der siebtgrößte Erdölförderer der Welt. 2003 wurden 151,7 Mio. Tonnen Erdöl gefördert. Die Reserven betrugen 2003 noch 10,1 Mrd. Barrel.

Tourismus


- Tourismus in Norwegen
- Skigebiete in Norwegen Bild:Hammerfest Meridiandenkmal 1975.jpg|Hammerfest Meridianmonument Bild:AK2 ubt.JPEG|Häuserzeile in Kristiansand. Bild:Lofoten_Hamnoy.jpg|Hafen von Hamnøy auf den Lofoten. Bild:Karl johan statue_1.jpg|Kgl. Schloss in Oslo. Bild:Gudbransdalen Bahnhof 1975.jpg|Bahnhof im Gudbrandsdalen. Bild:Fjord in Norway.jpg|Nærøyfjord Bild:Preikestolen_platform2.png|Preikestolen am Lysefjord Bild:Trondheim Laden 1975.jpg|Laden in Trondheim Bild:Hanseviertel Bergen.jpg|Hanseviertel Bergen Bild:Oslofjord.jpg|Oslofjord Bild:Oslo Skyline.jpg|Skyline von Oslo Bild:Oslo Hafen.jpg|Gorch Fock im Osloer Hafen

Kultur

Bibliothekswesen

Das Bibliothekswesen Norwegens wird von der bibliothekarischen Fachwelt als vorbildlich angesehen. Es gibt 892 kommunale öffentliche Bibliotheken, 336 wissenschaftliche Bibliotheken und 19 Landesbibliotheken sowie die Norwegische Nationalbibliothek. Das seit 1947 bestehende Bibliotheksgesetz schreibt den kostenlosen Zugang zu Bibliotheken vor. Norwegen hat eines der umfassendsten Systeme für Pflichtexemplarabgabe weltweit.

Literatur

Norwegen erlebte in der letzten Hälfte des 19. Jahrhunderts einen kulturellen Aufschwung, an dem Autoren wie Henrik Ibsen, Bjørnstjerne Bjørnson, Alexander Kielland, Jonas Lie, Amalie Skram, Arne Garborg, Hans E. Kinck und Knut Hamsun einen maßgeblichen Anteil hatten. Drei Norweger erhielten den Nobelpreis für Literatur: Bjørnstjerne Bjørnson (1903), Knut Hamsun (1920) und Sigrid Undset (1928). Der Friedensnobelpreis wird nach Beschluss des norwegischen Nobelkomitees in Oslo verliehen.
Siehe auch: Liste norwegischsprachiger Schriftsteller

Musik, Theater, bildende Kunst

Die wichtigsten Theaterbühnen sind
Den Norske Opera (Oper, die auch das Nationalballett beherbergt), das Nationaltheatret in Oslo, Den Nationale Scene in Bergen und das Nynorsk-Theater Det Norske Teatret in Oslo. Der bekannteste norwegische Komponist ist Edvard Grieg. Zu den bekannteren Rock-/Metalbands Norwegens gehören z. B. Dimmu Borgir, Burzum, Gorgoroth, Immortal, Turbonegro, Gluecifer und Kaizers Orchestra. Der bekannteste Maler ist Edvard Munch, seine Werke sind größtenteils im Munch-Museum in Oslo zu sehen. Siehe auch: Liste der norwegischen Beiträge beim Eurovision Song Contest

Sport

Siehe auch: Liste norwegischer Sportler

Weblinks

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995

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- 31. März - Die Stadt Gera wird in einer Grenzbeschreibung erstmalig erwähnt.
- Otto III. tritt seine Regentschaft an

Geboren


-

Gestorben


- 27. August - Gebhard von Konstanz, Bischof von Konstanz, Heiliger (
- 949)
- 28. August - Heinrich II., Herzog von Bayern (
- 951) ko:995년

1993 Pacific hurricane season

The 1993 Pacific hurricane season officially started May 15, 1993 in the eastern Pacific, and June 1, 1993 in the central Pacific, and lasted until November 30, 1993. These dates conventionally delimit the period of each year when most tropical cyclones form in the northeastern Pacific Ocean.

Activity

There were 14 named storms this year, of which ten were hurricanes and eight were major by reaching Category 3 or higher on the Saffir-Simpson Hurricane Scale. In the central Pacific, a major hurricane developed and eventually became a typhoon after crossing the dateline.

Tropical Storm Beatriz

Beatriz was a short-lived tropical storm. An area of disturbed weather south of the Gulf of Tehuantepac absorbed two tropical waves and organized into a depression on June 18. It strengthened into a tropical storm that same day. Beatriz made landfall just west of Puerto Escondido on June 19 and dissipated late the next day. Cloudiness associated with the remnants of the cyclone eventually spread over the western Gulf of Mexico. Beatriz brought very heavy rainfall. Six people in Veracruz and Morelos were killed by flooding and falling trees. The monetary cost of damage is not available.

Hurricane Calvin

An area of disturbed weather developed into a tropical depression on July 4. It steadily intensified and reached tropical storm strength July 5 and hurricane intensity later that day. It headed in a westerly direction and slowed down. Calvin then accellerated northward and increased in size. As it neared the coast of Mexico, it reached Category 2 strength and started paralleling the coastline. Calvin briefly made landfall near Manzanillo. The mountainous terrain weakened the hurricane to a large, disorganized tropical storm. It weakened to a depression and made landfall near the southern tip of the Baja California Peninsula. It crossed over the peninsula and dissipated over the cooler Pacific waters on July 9. Calvin caused localized flooding and mudslides. There were a total of 31 direct and indirect deaths. Most of the casualties were due to flooding or car accidents on wet roads. Two of the fatalities were offshore when a trimaran capsized. At least 1600 people were left homeless. Damage occured to boats and shoreline structures from Acapulco to Manzanillo. Heavy seas near Lazaro Cardenas caused 4000 tons of sulfuric acid to leak from a beached tanker. The total level of damage amounted to 100 million new pesos, or 32 million dollars.

Hurricane Eugene

Tropical depression Eugene made landfall on the Big Island of Hawaii. As of 2005, it is the most recent tropical cyclone to make landfall in Hawaii, although there have been a few near-misses since then. Effects were minimal.

Hurricane Greg

Greg was a continuation of Atlantic Tropical Storm Bret. Though it travelled a rather long distance, Greg had no effects on any land.

Hurricane Hilary

Hurricane Hilary made landfall in Baja California as a tropical storm. There were heavy rains, but no damage or deaths.

Tropical Storm Irwin

Irwin came close to western Mexico, but didn't make landfall. It brought rain, but there effects were minimal.

Hurricane Lidia

Lidia was the strongest storm of the season. It made landfall close to Mazatlan. A tropical wave organized into a depression on September 8. It became a tropical depression early on the next day. Convection became well developed, and Lidia peaked as a Category 4 on September 11. A trough and an upper-level low recurved Lidia towards mainland Mexico. For unknown reasons, Lidia weakened considerably before making landfall in Sinaloa as a Category 1. Lidia then accelerated northeastward and then east-northeastward. It weakened to a depression just after crossing the international border with Texas. Tropical Depression Lidia dissipated near Austin on September 14. The cyclone's remnants were absorbed by a cold front. Two deaths and at least one injury were reported. One person in Sinaloa was electrocuted, and another person died in Durango during the collapse of a dwelling. More than 10000 people were "displaced", and damage was widespread in Sinaloa and Durango. Hundreds of shanty-houses near Mazatlan were toppled, and 100 houses were destroyed in La Cruz. In Durango, 16 homes were destroyed and 4000 were damaged. In some areas on Nayarit, flooding destroyed several areas of agriculture, and 1200 head of cattle were killed near Culiacan. A 150-foot television tower was blown over in Culiacan.

1993 storm names

The following names were used for named storms that formed in the eastern Pacific in 1993. No names were retired, so it was used again in the 1999 season. This is the same list used for the 1987 season except for Knut, which was replaced with Kenneth. A storm was named Kenneth for the first time in 1993. Names that were not assigned are marked in gray. One name from the Central Pacific list was used - Keoni, which was the first time a storm had been named that.

See also


- 1993 Atlantic hurricane season

External links


- [ftp://ftp.nhc.noaa.gov/pub/storm_archives/pacific/prelimep/ep1993/ NHC 1993 Pacific hurricane season archive]
- [http://www.prh.noaa.gov/cphc/pages/hurrclimate.php#1993 Central Pacific Hurricane Center archive]

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