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1030er
- 1030: Baubeginn des Domes in Speyer
- 1032: Benedikt IX. wird Papst
- 1033: letzte große Hungersnot
- 1033: Konrad II. wird burgundischer König
- 1037: die Erblichkeit der Lehen wird per Gesetz von Konrad II. festgelegt
- 1037: Avicenna stirbt
- 1039: Konrad II. stirbt; Heinrich III. wird zum König gekrönt
ko:1030년대
Kategorie:1030er
Speyer
Speyer ist eine kreisfreie Stadt in Rheinland-Pfalz, gelegen an der Mündung des Speyerbachs in den Rhein, 25 km südlich von Ludwigshafen/Mannheim.
Geschichte
Mannheim
- 10 v.Chr. Anlage des ersten römischen Militärlagers "Noviomagus" und Ansiedlung der Nemeter auf dem linken Rheinufer in der "Civitas Nemetum" (Archäologische Spuren weisen auf keltische Siedlungstätigkeit in der 2. Hälfte des vorchristlichen Jahrtausends hin).
- 346 Für Speyer wird ein Bischof erwähnt.
- 496/506 Früheste Nennung des Namens "Spira".
- 11. Jahrhundert. Eine Silbermünze aus Speyer gelangt bis auf die Färöer, wie der Münzfund von Sandur belegt.
- 1030 Der salische Kaiser Konrad II. legt den Grundstein zum Speyerer Dom.
- 4. Mai 1047 Kaiser Heinrich III. überführt den Leichnam des Heiligen Guido von Pomposa nach Speyer
- 1076 Kaiser Heinrich IV. bricht von Speyer, seiner Lieblingsstadt, zum Bußgang nach Canossa auf.
- 1294 Der Bischof verliert die meisten seiner früheren Rechte und die Stadt Speyer ist von nun an Freie Reichsstadt.
- 1527-1689 Sitz des Reichskammergerichts in Speyer.
- 1529 Auf dem Reichstag zu Speyer "protestieren" am 19. April die evangelischen Reichsstände gegen die reformationsfeindlichen Beschlüsse, heute spricht man von der Speyerer Protestation (das heißt gegen die Aufhebung des "Abschieds" von 1526).
- 1689 Die Stadt wird im Pfälzischen Erbfolgekrieg von französischen Truppen unter General Mélac fast ganz zerstört (Großer Brand in Speyer, erst 1698 beginnt der Wiederaufbau).
- 1792 Speyer wird von französischen Revolutionstruppen erobert und bleibt bis 1814 unter französischer Herrschaft. Es wird Sitz einer Unterpräfektur im Departement Donnersberg.
- 1816 Die Stadt wird Kreishauptstadt der Pfalz und ist Sitz der Regierung des Bayerischen Rheinkreises später Bayerische Pfalz (bis zum Ende des 2. Weltkrieges).
- 1893-1904 Bau der Gedächtniskirche zur Erinnerung an die Speyerer Protestation von 1529.
1529
- 1923 Autonome Regierung der Pfalz
- 1924 Attentat auf deren Präsidenten Franz Josef Heinz
- 1930 Am 27. Mai verlässt die französische Armee, am 24. Juni die Gendarmerie die Hauptstadt der Pfalz. Zum Domjubiläum (900 Jahre Grundsteinlegung) ist erstmals seit 1871 der Domnapf mit 1560 Litern Wein gefüllt. Seitdem wird der Brauch der einst bei Amtsantritt eines Speyerer Bischofs üblich war, zu besonderen Anlässen wiederholt.
- 1933 Bau der ersten festen Speyerer Rheinbrücke.
- 1938 Pogromnacht: Nationalsozialisten setzen die 1837 erbaute Synagoge in Brand. 1940 folgt die Deportation von über 50 Speyerer Juden; nur wenige überleben den Holocaust.
- 1945 Rheinbrücke durch deutsche Truppenteile gesprengt. Amerikanische Truppen besetzen die Stadt, kurz darauf von französischer Armee abgelöst. Im Zweiten Weltkrieg sind mindestens 1464 Speyerer gefallen, 263 bleiben vermisst.
- 1947 Gründung der Staatlichen Akademie für Verwaltungswissenschaften (heute: Deutsche Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer).
- 1956 Neue Rheinbrücke; Partnerschaft mit Spalding (Großbritannien), 1959 mit Chartres.
- 1957 Beginn der Domrestaurierung im Hinblick auf die 900-Jahrfeier seiner Weihe 1961; eine neue große Restaurierung läuft 1996 an.
- 1981 Die Unesco zeichnet den Speyerer Dom als Weltkulturerbe aus.
- 1987 Papst Johannes Paul II. besucht die Domstadt.
- 1989 Aufnahme der Städtepartnerschaften mit Ravenna (Italien) und Kursk (Russland).
- 1990 Speyer feiert sein 2.000jähriges Bestehen mit zahlreichen Ausstellungen, Konzerten und Aktionen. Die Präsidenten Bush (USA) und Gorbatschow (Sowjetunion) besuchen, wie andere Prominente vorher und nachher, Stadt und Dom auf Einladung von Kanzler Kohl.
- 2001Trauergottesdienst um Hannelore Kohl, die Ehefrau des Deutschen Bundeskanzlers a.D. Helmut Kohl, im Speyrer Dom.
Speyer heute
Mehr als 2000 Jahre verpflichten. Der Stadt Speyer ist es gelungen, die unverwechselbare Identität der Dom- und Kaiserstadt und des kulturellen Erbes zu bewahren. Weltoffenheit und geschäftiges Treiben prägen heute das Bild der Domstadt, einem Mittelzentrum im Rhein-Neckar-Dreieck mit rund 50.000 Einwohnern.
Für die einen sind es die atmosphärische Altstadt oder die imposanten Kulturdenkmäler, für die anderen die Lebensqualität von Speyer, das Bummeln über den Wochenmarkt und die Einkaufsmeile in der Maximilianstrasse.
Der hohe Freizeitwert resultiert aus der kulturellen Vielfalt, der kreativen Vitalität der in Speyer wirkenden Künstler und aus einem aktiven Vereinsleben. Allein 70 Sportvereine stehen Profi- wie Amateursportlern zur Auswahl.
Speyer genießt auch als Schul- und Bildungszentrum der Pfalz einen überregionalen Ruf, der aus einem weitgefächerten Bildungsspektrum resultiert. Es reicht von allgemeinbildenden über weiterführende bis zu berufsbildenden Schulen.
Darüber hinaus ist die Domstadt Sitz einer Bildungseinrichtung mit weltweitem Ruf, nämlich der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer, der einzigen post-universitären Ausbildungsstätte für den gesamten höheren Verwaltungsdienst in der Bundesrepublik Deutschland.
Seit eh und je spielen in Speyer Kunst und Kultur eine besondere Rolle. Hervorragende künstlerische Leistungen finden hier immer ein aufgeschlossenes Publikum. Dem Oeuvre zweier bedeutender Söhne der Stadt sind die Dauerausstellungen in ihren jeweiligen Geburtshäusern gewidmet: Anselm Feuerbach (1829 - 1880) und Hans Purrmann (1880 - 1966), dem im übrigen auch ein bundesweit anerkannter Preis der Stadt Speyer für Bildende Kunst gewidmet ist.
(Quelle: http://www.speyer.de/ )
Stadtrat
Sehenswürdigkeiten
1966]
1966]
Zeitgenössische Bildende Kunst in Speyer
- Kunstverein Speyer
- Künstlerbund Speyer
- Städtische Galerie Speyer
- Historisches Museum der Pfalz
Historische Bauwerke
Bedeutendstes Bauwerk ist der Speyerer Dom (1981 ins UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen), das größte romanische Bauwerk Deutschlands. Der Dombau wurde 1030 unter Kaiser Konrad II. begonnen. Die 1041 geweihte Krypta ist die Grablege der Salier.
Direkt gegenüber dem Dom liegt das "Altpörtel", das im Mittelalter das westliche Haupttor der Stadt darstellte. Die unteren Teile des Tores wurden zwischen 1230 und 1250 erbaut, das oberste Geschoß mit der Galerie und dem 20 m hohen Walmdach wurde zwischen 1512 und 1514 hinzugefügt.
Nach dem großen Stadtbrand wurde das Altpörtel 1708 mit einem neuen Schieferdach versehen. Im ersten Stockwerk befindet sich eine Dauerausstellung über die Geschichte der Speyerer Stadtbefestigung.
Speyer besitzt im "Judenhof" die älteste deutsche Mikwe, ein rituelles, jüdisches Bad aus dem 12. Jahrhundert.
Die Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts errichtete Gedächtniskirche erinnert an die Speyerer Protestation im Jahr 1529.
Das Historische Museum der Pfalz verfügt über römische und mittelalterliche Ausstellungsstücke aus der Region, insbesondere Reste der alten Domausstattung und den in Schifferstadt gefundenen Goldenen Hut, einen mit kreisförmigen Ornamenten reich verzierten, aus Gold getriebenen Kultkegel.
Attraktionen
Unweit des Stadtzentrums befindet sich das Technikmuseum Speyer, das eine sehr große Anzahl von technischen Meisterleistungen insbesondere aus dem Fahrzeug- und Flugzeugbau zeigt. Eines der Ausstellungsstücke ist die weit sichtbare Boeing 747-230 "Schleswig-Holstein", die auf einem hohen Gerüst montiert wurde und begehbar ist. Dabei darf man ihr auch auf eine Tragfläche steigen und den schönen Ausblick genießen.
Eine weitere Sehenswürdigkeit ist das vor allem bei Schulklassen beliebte [http://www.sealifeeurope.com/de/speyer/home.htm "Sealife Center"] im Hafengebiet.
Musik und Unterhaltung
Das Musik- und Kulturzentrum Halle 101, Träger ist der Rockmusikerverein Speyer e.V.
gegründet 1992
Für den Besucher der Stadt empfielt es sich, dass er die ehrenamtlich geführte Kultureinrichtung, die Halle 101 (www.halle-101.de), in sein Besuchsprogramm aufnimmt. Mit dem Ehrenamtspreis des Landes Rheinland-Pfalz 2003 ausgezeichnet, ist die Halle 101 der Gegenpol zu den klassischen Touristenadressen in Speyer. Konzerte,Partys, aber besonders Förderung des Musikernachwuchses bestimmen das Programm. Größen wie Saga, Manfred Mann, Nazareth, Sven Väth, Jadakiss, gaben sich dort die Ehre. Das Projekt Halle 101 gilt als eines der größten ehrenamtlichen Institutionen in ganz Deutschland.
Wirtschaft
Technikmuseum Speyer
- Elektroindustrie
- Flugzeugbau
- Maschinenbau
- Chemie
- Isolierstoffe
- Druckereien
- Tourismus
Zahlreiche Verwaltungseinrichtungen, regional und überregional wichtige Behörden und Institutionen wie Landesrechnungshof, Landesbibliothek, Landesarchiv, evangelische Landeskirchenverwaltung, katholische Diözesanverwaltung, Deutsche Rentenversicherung Rheinland-Pfalz und die Landwirtschaftliche Sozialversicherung Rheinland-Pfalz haben in Speyer ihren Sitz.
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
- 1832 - Joseph von Stichaner, Regierungspräsident
- 1837 - Carl Albert Leopold Freiherr von Stengel, Regierungspräsident der Pfalz
- 1841 - Carl Theodor Fürst von Wrede, Regierungspräsident der Pfalz
- 1842 - Georg von Jäger, Pädagoge
- 1853 - Johann von Schraudolph, Künstler
- 1853 - Joseph Schwarzmann, Künstler
- 1864 - Anton Nickel, Jurist
- 1871 - Sigmund Heinrich Freiherr von Pfeufer, Regierungspräsident der Pfalz
- 1871 - Jakob Freiherr von Hartmann, General
- 1895 - Otto von Bismarck, Reichskanzler
- 1895 - Heinrich Hilgard, Mäzen
- 1909 - Adolf Ritter von Neuffer, Regierungspräsident der Pfalz
- 1909 - Dr. Ludwig Freiherr von Welser, Regierungspräsident der Pfalz
- 1909 - Dr.-Ing. Gabriel von Seidl, Architekt
- 1923 - Dr. William Scharsmith, amerikanischer Arzt
- 1933 - Adolf Hitler (aberkannt 1946)
- 1933 - Paul von Hindenburg, Generalfeldmarschall, Reichspräsident
- 1933 - Georg Ludwig Siebert (aberkannt 1946)
- 1947 - Prof. Dr. med. Friedrich Voelcker, Arzt
- 1950 - Hans Marsilius Purrmann, Künstler
- 2002 - Dr. Bernhard Vogel, Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz und Thüringen
- 2003 - Luise Herklotz, Politikerin (SPD), MdB, MdEP, MdL (Rheinland-Pfalz)
Söhne und Töchter der Stadt
Die folgende Übersicht enthält bedeutende in Speyer geborene Persönlichkeiten, chronologisch aufgelistet nach dem Geburtsjahr. Ob die Personen ihren späteren Wirkungskreis in Speyer hatten oder nicht, ist dabei unerheblich. Viele sind nach ihrer Geburt oder später von Speyer weggezogen und sind andernorts bekannt geworden. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
- 1808 - Georg Friedrich Kolb, Publizist und Politiker
- 1809 - Georg Friedrich Blaul, Pfarrer und Dichter
- 1829 - Anselm Feuerbach, Maler
- 1880 - Hans Purrmann, Maler
- 1953 - Eberhard Bosslet, Bildender Künstler
- 1954 - Dieter Mack, Komponist
- 1977 - Ralf Schmitt, Fußballprofi
Verkehr
Ralf Schmitt
18px Speyer ist hervorragend an das Autobahnnetz angeschlossen. Ludwigshafen, Mannheim und Karlsruhe sind in ca. 20 Minuten zu erreichen. Die Stadt liegt direkt südlich der Autobahn A 61 und östlich der autobahnähnlich ausgebauten B 9 nach Karlsruhe. Außerdem verläuft die B 39 nach Neustadt durch die Stadt.
18px Ab Speyer Hbf fahren Regionalbahnen halbstündlich über Germersheim in Richtung Karlsruhe und stündlich über Germersheim nach Bruchsal. Der alle zwei Stunden verkehrende Regionalexpress erreicht Karlsruhe in 45 und Mainz in 60 Minuten.
18px Seit der Einführung der S-Bahn RheinNeckar fahren die Linien S 3/4 ab Hauptbahnhof und über den im Bau befindlichen Haltepunkt Speyer-Nord/West in einem gemeinsamen Halbstundentakt in Richtung Mannheim, das in 25 Minuten erreicht wird. In Schifferstadt besteht Anschluss an die Linien S 1/2 nach Neustadt. Für 2006 ist die Verlängerung der S-Bahn über Speyer hinaus bis Germersheim geplant, dabei entsteht der neue S-Bahn-Halt Speyer-Süd.
Speyer liegt am Rhein und besitzt einen Hafen für Mineralölprodukte und Anlegestellen für Passagierschiffe. Der klassische Hafen ist geschlossen und in einen Yachthafen umgewandelt worden.
Der Flugplatz Speyer ist der größte der Region.
Städtepartnerschaften
- 25px Kursk, Russische Föderation
- 25px Spalding, Großbritannien
- 25px Chartres, Frankreich
- 25px Ravenna, Italien
- 25px Gnesen, Polen
- 25px Yavne, Israel
Weblinks
- http://www.speyer.de Speyer.de: Das Internet-Portal für Speyer
- http://www.museum.speyer.de Historisches Museum der Pfalz in Speyer
- [http://www.zum.de/Faecher/G/BW/Landeskunde/rhein/staedte/speyer/dom/domauss1.htm Landeskunde online: Dom zu Speyer]
- http://www.dhv-speyer.de Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer
- http://www.archaeologie-speyer.de Landesamt für Denkmalpflege Speyer
- http://www.feuerwehr-speyer.org Feuerwehr Speyer
- http://www.thw-speyer.de Techniches Hilfswerkt Ortsverband Speyer
- http://www.speyer.dlrg.de Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft Ortsgruppe Speyer
- http://www.speyer.de/de/kultur/kunst/kunstverein Kunstverein Speyer
- http://www.kuenstlerbund-speyer.de Künstlerhaus und Künstlerbund Speyer
- http://www.speyer.de/de/kultur/kunst/stadtgalerie Städtische Galerie
- http://museum.speyer.de/de/histmus Historisches Museum der Pfalz
Kategorie:Ort in Rheinland-Pfalz
Kategorie:Vorderpfalz
Kategorie:Reichsstadt
1032
Politik und Weltgeschehen
- Benedikt IX. wird zum Papst gewählt
- Basel wird Bestandteil des Heiligen Römischen Reichs
-
- 6. September - Rudolf III., König von Burgund ( - um 970)
- Papst Johannes XIX. ( - um 975)
ko:1032년
Benedikt IX. (Papst)Benedikt IX. (eigentlich Theophylakt III. von Tusculum) war (mit Unterbrechungen) Papst von 1032 bis 1048. Sein Name bedeutet: der Gesegnete (latein.).
Er war Graf von Tusculum und ein Neffe von Benedikt VIII. und Johannes XIX. Nach dem Tod des letzteren wurde er 1032 im Alter von nur 18 Jahren Papst. Dem Mönch Rodulfus Glaber zufolge war er sogar erst 11 Jahre alt. Desiderius von Montecassino berichtete, "daß manches im Leben dieses Papstes für den Chronisten unaussprechlich sei."
Wegen seines ausschweifenden Lebens und seiner Gewalttaten überaus verhasst, wurde er bereits 1033 aus Rom vertrieben, nach seiner Rückkehr überlebte er mehrere Mordversuche und wurde 1044 wegen Mord und Unterdrückung wiederum vertrieben. Während seiner Abwesenheit wählten die Römer als neuen Papst Silvester III., dieser wurde jedoch 1045 ebenso vertrieben, und Benedikt kehrte wieder zurück. Noch im selben Jahr verkaufte Benedikt die Papstwürde mit Tiara an seinen Taufpaten Johannes Gratianus Pierleoni, der als Gregor VI. das Amt antrat. Der Grund für diesen Verkauf der Papstwürde war, dass Benedikt seine Cousine heiraten wollte, deshalb trat er, unter großem Jubel der Bevölkerung, zurück und hob auch gleich selbst seinen Zölibat auf. Inzwischen hatte die Cousine jedoch das Interesse an einer Heirat verloren, Benedikt erklärte deshalb seinen Rücktritt für ungültig und hielt, obwohl inzwischen Gregor VI. Papst war, an seiner Papstwürde fest, so dass zeitweise drei Päpste das Amt für sich beanspruchten. Gregor VI. wurde stark kritisiert, da er seinem Vorgänger die Papstwürde "abgekauft" hatte. Beinahe als normal wurde der Kauf eines Amtes, auch des Papsttums, gesehen, dies war jedoch etwas anderes, noch nie dagewesenes. Einem amtierenden Papst seine Würde abzukaufen, galt selbst in einer von Simonie und Gewalt beherrschten Zeit als unerhört. Allerdings war Johannes Gratianus Pierleoni ein Gegner der Simonie, der mit diesem Zug die Papstwürde vor Schlimmerem bewahren wollte.
1046 erklärte die Synode von Sutri auf Wunsch Heinrichs III. alle drei Päpste offiziell für abgesetzt und es wurde Clemens II. als neuer Papst gewählt. Als dieser bereits 1047 starb, möglicherweise von Benedikt vergiftet, kehrte Benedikt erneut nach Rom zurück, wo er aber schon 8 Monate später von Damasus II. besiegt wurde. Er betrachtete sich aber weiterhin als rechtmäßiger Papst und arbeitete weiter gegen Damasus und dessen Nachfolger Leo IX., worauf er schließlich 1049 durch eine Synode im Lateran exkommuniziert wurde. Benedikt zog sich schließlich in das Kloster in Grottaferrata zurück, wo er etwa 1055 starb.
Weblinks
-
- [http://www.genealogie-mittelalter.de/paepste/benedikt_9_papst_+_1055.html genealogie-mittelalter.de]
Benedikt WIX.
Benedikt WIX.
ko:교황 베네딕토 9세
1033
Politik und Weltgeschehen
- Das Königreich Burgund bzw. Arelat wird Teil des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation; der deutsche König Konrad II. wird zum König von Burgund gekrönt
- 27. Juni - Sonnenfinsternis über Europa
- um 1033 - Anselm von Canterbury, Benediktinermönch, Philosoph und Kirchenlehrer († 1109)
- 3. März - Kunigunde (HRR), war die Gemahlin Kaiser Heinrichs II. ( - 980)
ko:1033년
Burgund
Das Burgund (französisch Bourgogne []) ist eine Region im Zentrum Frankreichs. Es hat eine Fläche von 31.741km2 und ca. 1,61 Mio. Einwohner. Regionalhauptstadt ist Dijon. Das Territorium der Region entspricht etwa dem des früheren Herzogtums Burgund.
Geographie
Im Osten grenzt Burgund an die Region Franche-Comté, im Norden an Champagne-Ardenne und Île-de-France. Westlich liegt die Region Centre, während im Süden die Regionen Auvergne und Rhône-Alpes angrenzen.
Politische Gliederung
Die Region Burgund ist gegliedert in vier Départements, Côte-d'Or, Saône-et-Loire, Nièvre und Yonne.
Wirtschaft und Infrastruktur
Das Burgund ist eine vorwiegend landwirtschaftlich geprägte Region, die vor allem für ihre Rotweine aus den Lagen an der Côte de Nuits und der Côte de Beaune sowie für die Weißweine von der Côte-d'Or und aus dem Chablis weltbekannt ist. Vertieft wird dieses Thema im Artikel Burgund (Weinanbaugebiet). Daneben wird in Burgund auch extensive Viehzucht betrieben, vor allem die Zucht der regionstypischen Charolais-Rinder.
Die Industrie Burgunds ist trotz seiner günstigen Lage nur gering ausgeprägt und konzentriert sich vor allem im Gebiet um Dijon.
Hauptverkehrsrouten:
- Autobahn Paris-Burgund-Provence
- Bahnstrecke Paris-Dijon-Lyon
- über 1000 km schiffbare Wasserwege
Geschichte
Frühgeschichte
Die heutige Region Burgund war schon im Neolithikum von Menschen besiedelt. Funde am Felsen von Solutré weisen schon für die Zeit um 15000 v. Chr. eine dichte Besiedelung nach.
Vom 6. Jahrhundert v. Chr. bis zur Ankunft der Römer ist die keltische Kultur der Gallier vorherrschend.
Römische Zeit
Um 59 v. Chr. besiegten die Römer unter Gaius Julius Cäsar die Helvetier und andere gallische Stämme bei Bibracte (dem heutigen Mont Beuvrai zwischen Autun und Le Creusot). Im Jahr 52 v. Chr. besiegten die Römer (wiederum unter Caesar) den gallischen Aufstand unter Vercingetorix bei Alesia (dem heutigen Alise-Sainte-Reine).
Um 43 v. Chr. wurde Augustodunum (Autun) gegründet.
Um 280 wurde erstmals der Weinbau in der Region eingeführt.
Besiedelung durch die Burgunder
Bis ungefähr ins Jahr 400 wurde Gallien mehr und mehr durch die Römer besiedelt. Seit dem 4. Jahrhundert wanderten von der Völkerwanderung vertriebene germanische Stämme des Volkes der Burgunder über den Rhein nach Frankreich.
Im Laufe des 5. Jahrhunderts wurde die römische Verwaltung vollständig durch das Königreich der Burgunder verdrängt und um 507 tauchte erstmals der Name Burgundia auf, um dieses Reich zu bezeichnen.
Fränkisches Teilreich Burgund
Im Jahr 534 unterwarfen die ebenfalls germanischen Franken die Burgunder. Im 6. und 7. Jahrhundert entstand zweimal ein fränkisches Teilreich Burgund, welches aber zunächst wieder mit dem Gesamtreich vereint wurde.
Siehe: [http://www.euratlas.com/big/big0600.htm Farbkarte mit den Grenzen der Teilkönigreiche um 600]
843 wurde das Fränkische Reich erneut aufgeteilt und die östlich der Saône liegenden Teile wurden als Freigrafschaft Burgund dem Reich Lothars zugeteilt, die westlich liegenden Teile (die etwa dem Gebiet der heutigen Region entsprechen) als Herzogtum Burgund dem westfränkischen Reich angegliedert.
Hoch- und Spätmittelalter
- 910 Gründung des Benediktinerklosters Cluny
- 1016 Der französische König siegt über die Erben des Herzogs Henri le Vénérable.
- 1031 Burgund wird Erbherzogtum Roberts, des zweiten Sohnes des französischen Königs.
- 1031-1361 Regierung der Kapetinger-Herzöge
- 1131 Weihung der großen Klosterkirche von Cluny
Nachdem das Herzogtum Burgund an Frankreich zurückgefallen war, gab König Johann der Gute von Frankreich das Herzogtum an seinen jüngsten Sohn Philipp. Philipp verheiratete sich mit der Erbtochter des Grafen von Flandern und brachte damit große Gebiete der Niederlande in seinen Besitz. Er wurde so der Begründer des Hauses Burgund, einer der mächtigsten Dynastien des Spätmittelalters, die im französischen Grenzraum einen mächtigen Länderkomplex aufbaute, von dem die heutigen Benelux-Länder abstammen. Obgleich es sich um eine Nebenlinie des französischen Königshauses, der Valois handelte, trieben sie im Hundertjährigen Krieg eine eigenständige Politik, indem sie sich mit den Engländern verbündeten.
- 1364-1404 Regierung Philipps des Kühnen. Er erwirbt die Freigrafschaft Burgund, Brabant, Flandern, den Hennegau, Limburg und Luxemburg.
- 1404-1474 Regierungszeit der Herzöge Johann Ohnefurcht und Philipp der Gute
- 1465-1477 Regierungszeit Herzog Karls des Kühnen
- 1474-1477 Burgunderkriege mit der Schweizer Eidgenossenschaft
- 1475 Karl der Kühne besetzt das Herzogtum Lothringen
- 1477 die burgundischen Truppen werden in Nancy von den verbündeten Schweizern und Lothringern geschlagen, Karl der Kühne fällt in der Schlacht
- 1477 Karls Tochter Maria von Burgund heiratet Maximilian von Habsburg. Ludwig XI. erklärt daraufhin das Herzogtum Burgund, das Mâconnais, das Auxerrois und Charolais als heimgefallene Lehen zu französischem Kronland.
- 1513 Belagerung Dijons durch die Truppen des Kaisers
Neuzeit
1513
- 1789 Französische Revolution
- 1790 Aufteilung Frankreichs in Départements; damit wird das Herzogtum Burgund als politische Einheit aufgelöst und durch die heutigen vier Départements ersetzt
- 1794 Eröffnung des Canal du Centre zwischen Saône und Loire
- 1956 Bildung der Programmregion Burgund (Bourgogne), die die vier Départements umfasst
- 1986 erste Direktwahl des Regionalrates der Region Burgund
Literatur
Burgund wird mit zahlreichen, teils historisch inspirierten Figuren im Nibelungenlied erwähnt. Dort ist jedoch nicht die hier beschriebene Region Burgund gemeint, sondern das Burgunderreich.
Siehe auch
- Liste der Herrscher von Burgund
- Liste der Präsidenten des Regionalrates von Burgund seit 1986
Weblinks
- [http://seurre-21.site.voila.fr/index2.htm Seurre und der Saone, Burgund - Tourismus und lokale Leben - Französisch und Deutsch]
- [http://www.burgund-tourismus.com Seite des regionalen Tourismusverbandes BURGUND CRT]
- [http://www.burgundforum.de Deutschsprachiges Burgundforum]
Kategorie:Burgund
Kategorie:Historisches Territorium
Kategorie:Historische Landschaft
Kategorie:Fränkisches Reich
ja:ブルゴーニュ地域圏
simple:Burgundy
1037
Politik und Weltgeschehen
- Erste urkundliche Erwähnung von Bretzfeld, Niedernhall und Öhringen.
- Mauger wird Erzbischof von Rouen.
- Baubeginn der Kiewer Sophienkathedrale.
-
- Avicenna, persischer Arzt (Vater der modernen Medizin) ( - 980)
ko:1037년
Konrad II. (HRR)
Konrad II. ( - 12. Juli 990; † 4. Juni 1039 in Utrecht), war König des Heiligen Römischen Reiches von 1024 bis 1039, ab 1026 König von Italien, ab 1027 Kaiser, ab 1033 König von Burgund. Er war der erste Kaiser aus dem Geschlecht der fränkischen Salier, wobei ihm selbst diese Bezeichnung mit Sicherheit nicht bekannt gewesen sein dürfte, da diese erst zum Ende der Dynastie aufkam.
Konrad setzte konsequent die Herrschaft seines Vorgängers Heinrichs II. fort und baute die Machtstellung des Reiches weiter aus. Dabei stützte er sich wie dieser auf die Reichskirche, vermied es aber ebenso, in die Verhältnisse des Papstes einzugreifen. Trotz mehrerer Aufstände war seine Herrschaft niemals ernstlich gefährdet. Während Konrad die nördliche und östliche Grenze des Reiches teilweise nur durch Gebietsabtretungen sichern konnte, brachte er dem Reich durch den Erwerb des Königreichs Burgund einen enormen Gebietszuwachs.
Leben
Jugend
Konrad war der Sohn von Heinrich von Speyer und der Gräfin Adelheid von Metz bzw. Egisheim. Bis zu seiner Wahl als König war Konrad wenig einflussreich, obgleich er der Enkel des im Jahre 1004 verstorbenen Herzogs Otto von Kärnten war. Trotzdem besaß er nur einen geringen Teil der Ländereien der Familie und hatte nicht einmal den Titel eines Herzogs, ob zumindest Graf ist zweifelhaft. Dies lag unter anderem daran, dass sein Vater Heinrich vor seinem Großvater Otto von Kärnten in den 990er Jahren gestorben war und er deshalb nach fränkischem Recht keinen Anspruch auf das Erbe Ottos hatte.
Kurz nach seinem Amtsantritt im Jahre 1000 nahm sich der neue Wormser Bischof Burchard des jungen Konrads an und bildete ihn aus. Dies ist daher bemerkenswert, da in Worms Konrads Vorfahren residierten und die Stadtherrschaft über Worms besaßen, die sich auf eine stark befestigte Burg stützte, die dem Bischof als Zufluchtsort von Dieben und Strolchen galt. Nur ein einziger habe sich, so berichtet die Vita Burchardi, von den anderen seines Geschlechtes unterschieden
:weil er friedfertig war und ein unschuldiges Leben liebte
den die väterliche Sippe ausgespieen habe. Burchard habe ihm danach wie einen Adoptivsohn aufgenommen und Gottesfurcht und Liebe zu Gott gelehrt. Trotz des gespannten Verhältnisses zwischen dem Kärntner Herzog und dem Bischof, kann aber davon ausgegangen werden, dass Konrad durch Otto in die Obhut des Bischofs gegeben wurde. Es war zu dieser Zeit allgemein üblich, dass die Söhne und Töchter des Adels durch Domschulen und Bischofskirchen erzogen wurden. Unter der Obhut des Bischofs wurde Konrad hauptsächlich weltlich erzogen. Dazu gehörten Sport, Jagd, Waffenübungen und der Umgang mit Gleichgestellten und Untergebenen, sowie Verwaltungsaufgaben und Rechtspflege.
Inwiefern Konrad trotz dieser Ausbildung sein ganzes Leben lang ungebildet blieb, wenn auch wohl kein Analphabet, und das Latein seiner eigenen Diplome nicht verstand, wie von Wipo angedeutet wird, ist zumindest fraglich. Der Historiker Werner Trillmich bezeichnet dies sogar als Märchen .
Ehe mit Gisela von Schwaben
Ende des Jahres 1016 oder Anfang 1017 heiratete Konrad die bereits zweimal verwitwete Tochter des Herzog Hermann II. von Schwaben, die Konradinerin Gisela von Schwaben. Gisela war damit die zukünftige Erbin des Herzogtums Schwabens und besaß auch einen wohl ernst zu nehmenden Anspruch auf das Königreich Burgund. Angeblich hatte Konrad Gisela zur Heirat entführt. Eine Entführung Giselas vor der Heirat ist zwar nicht unmöglich, wird von Historikern aber als sehr unwahrscheinlich angesehen, da es dafür nur sehr wenige und unzuverlässige Quellen gibt. Diese Ehe galt als unkanonisch, da Gisela eine enge Verwandte, die Tante, von Konrad war. So berichtet Thietmar von Merseburg (Chronik, VII. 63) über die Ehe und ihre Unrechtmäßigkeit, auf Grund zu großer verwandtschaftlicher Nähe, erwähnt eine eventuelle Entführung aber nicht.
Historiker vermuten für diese Verbindung, dass Gisela damit ihre Rechtsansprüche auf das Herzogtum und das Königreich am ehesten wahren konnte. Sie war zum Zeitpunkt der Heirat, wie Konrad, 26 oder 27 Jahre alt und hatte bereits drei Söhne und eventuell eine Tochter geboren. Bereits im ersten Ehejahr wurde der gemeinsame Sohn Heinrich, der vierte und letzte Sohn Giselas, am 28. Oktober 1017 geboren. Dieser Sohn wurde als Heinrich III. der Nachfolger seines Vaters als Kaiser des Reiches. Die zwei jüngeren Schwestern Heinrichs Beatrix und Mathilde starben im Alter von 16 bzw. 9 Jahren - Beatrix unverheiratet und kinderlos am 26. September 1036, Mathilde 1034 als Ehefrau des französischen Königs Heinrich I. König von Frankreich, natürlich ebenfalls kinderlos.
Zwischen 1017 und 1019 war Konrad zweimal in Auseinandersetzungen zwischen seinen Verwandten und Anhängern des damaligen Kaisers Heinrich II. verwickelt. Genauere Ursachen für diese Auseinandersetzungen sind nicht bekannt. Dabei wurde Konrad im Jahre 1017 verwundet. Konrads Biograf Wipo betonte seine ständige Bereitschaft, sich für die Sache seiner Verwandten und Freunde einzusetzen, was als große Tugend eines Kriegers galt.
Daraufhin verlor Konrad die kaiserliche Huld und wurde wahrscheinlich verbannt. Wenn, dann war dies jedoch nur von kurzer Dauer, da bereits ein dreiviertel Jahr später Konrad im April oder Mai 1020 als Zeuge des Paktums Heinrichs II. mit der römischen Kirche erscheint.
Wahl zum König
Als Heinrich II. am 13. Juli 1024 in Grona bei Göttingen starb, gab es keinen Thronfolger des letzten Herrschers der Ottonen. Wer von allen mehr oder minder Berechtigten Ansprüche auf den Thron erhob, wird von keiner Quelle erwähnt. Es ist nur bekannt, dass sich Konrad, genannt der Ältere und sein jüngerer Vetter Konrad sich letztendlich zur Wahl stellten.
Während der Zeit der Thronvakanz führte Heinrichs Witwe Kunigunde unangefochten mit Hilfe ihrer Brüder Dietrich II., dem Bischof von Metz, und dem bayerischen Herzog Heinrich V. von Bayern die Reichsgeschäfte. Ebenso behielt sie die Reichskleinodien in ihrer Gewalt, um diese dem Gewählten zu übergeben und diesen damit als König zu legitimieren.
Konrad stand mit seinem kriegerische Einsatz für seine Verwandten im Kontrast zu seinem Vorgänger Heinrich II., der den Klerus bevorzugte und seine Machtansprüche auch gegen Verwandte seiner Gattin durchsetzte und allgemein als fromm und von der Sakralität seines Amtes beseelt galt. Konrad hingegen verkörperte wohl eher die Mentalität des weltlichen Adels. Weshalb Konrad sich trotz seiner geringen Macht und seines geringen Einflusses durchsetzen konnte, ist nicht genau bekannt. In Frage kommen wohl geblütsrechtliche Vorstellungen, Konrad wurde immerhin mit dem Geschlecht der Karolinger in Verbindung gebracht, aber auch sein Einsatz für die Rechte und Ansprüche seiner Verwandten und Freunde, könnten einen Einfluss ausgeübt haben. Dass er zudem eine ehrgeizige Gattin, die Erbin eines Herzogtums und eines Königreichs war, und einen siebenjährigen Thronfolger besaß, dürfte der von vielen Fürsten gewünschten Kontinuität auf dem Königsthron zugute gekommen sein.
Eine Designation durch Heinrich II. findet sich zwar bei einigen Chronisten, jedoch stehen diese den Ereignissen räumlich und zeitlich fern und werden von den zeitgenössischen Quellen nicht bestätigt.
Die beste Darstellung der Wahl verdanken wir der Chronik von Wipo, jedoch hat dieser teilweise seine eigenen Vorstellungen in die Darstellung einfließen lassen. So lässt er beispielsweise die sächsischen Adeligen mit ihren slawischen Nachbarn bei der Wahl anwesend sein, obwohl diese wohl nicht teilnahmen. Zudem gesteht er den, ebenfalls nicht angereisten, italienischen Fürsten das Wahlrecht zu, was wohl eher für seine Vorstellungen über die Einheit des Reiches spricht, denn mit den damaligen Gegebenheiten einer Königswahl im Reich zu tun hat.
Nach der zweimonatigen Vakanz fand die Wahl des neuen Königs am 4. September in Kamba, einem mittlerweile untergegangenen Ort gegenüber Oppenheim auf der weiten Rheinebene zwischen Worms und Mainz statt. Von den Vorgängen und Beratungen während der Wahlversammlung sind nur wenige Quellen erhalten, die den Prozess der Entscheidung nicht erkennen lassen. Die Entscheidung für den älteren Konrad dürfte aber schon im Vorfeld gefallen sein.
Der Erzbischof von Mainz Aribo amtierte als Wahlleiter und machte sich für Konrad stark und gab als erster seine Stimme für Konrad ab. Da der andere Kandidat für den Königsthron Konrad der Jüngere verzichtete und auch als erster der weltlichen Fürsten für den älteren Konrad stimmte, wurde Konrad daraufhin einhellig gewählt. Die lothringische Verwandtschaft von Konrad dem Jüngeren und der Kölner Bischof hatten nach dem Rückzug des jüngeren Konrads nicht an der Wahl teilgenommen und reisten ohne Abschied ab. Die Wahl wurde durch die Übergabe der Reichskleinodien durch die Kaiserwitwe Kunigunde bestätigt.
Wenige Tage später, am 8. September 1024, wurde Konrad im Mainzer Dom durch Aribo gesalbt und zum König gekrönt. Da Aribo aus nicht mehr sicher erkennbaren Gründen Konrads Gattin die Krönung verweigerte, büßte er daraufhin das Mainzer Krönungsrecht ein. Warum dies geschah ist umso unverständlicher, da Aribo seinen Kandidaten durchgesetzt hatte und er vom neuen König wahrscheinlich direkt nach der Wahl zum Erzkanzler für Italien ernannt wurde. Damit unterstanden, neben der für die nördlichen Reichsteile, auch die italienische Abteilung der Kanzlei dem Mainzer Bischof.
Auf jeden Fall nutzte der unterlegener Rivale Aribos, der Kölner Bischof Pilgrim, die Chance das ihm bereits vom Papst verliehene Krönungsrecht auszuüben und endgültig für sich zu beanspruchen und krönte Gisela 13 Tage später am 21. September 1024 in Köln zu Beginn des sich anschließenden Königsumrittes.
Herrschaftsantritt und Königsumritt
Nach seiner Wahl wurde ein Königsumritt notwendig, da nicht alle Reichsteile, wie Sachsen und Lothringer, aber auch der Kölner Erzbischof dem neuen König nach seiner Wahl gehuldigt hatten. Dies entweder, weil die Fürsten nicht anreisten oder aber vor der Wahl abreisten, da ihr Kandidat nicht die erhoffte Zustimmung fand. Auf diesem Umritt sollten mit Hilfe von Verhandlungen, Versprechungen, Privilegien und notfalls auch mit Waffengewalt die noch abseits stehenden Fürsten zu einer Huldigung bewegt werden, bevor sich eine starke Opposition bildete.
Krönung Giselas und Huldigung der Lothringer
Bereits wenige Tage nach seiner Krönung am 11. September brach Konrad deshalb zu seinem Königsumritt auf, nachdem erste Regierungsgeschäfte getätigt waren und die Organisation des Umrittes abgeschlossen war. Nach der bereits erwähnten Krönung von Gisela in Köln am 21. September reiste Konrad bereits am nächsten Tag weiter nach Aachen. Bis zum Eintreffen in Köln sind keine Quellen erhalten, es kann jedoch angenommen werden, dass in dieser Zeit intensive Verhandlungen geführt wurden, da sich die lothringische Opposition faktisch auflöste. Dies geschah obwohl der niederlothringische Herzog Gozelo und der oberlothringische Herzog Dietrich ihre Anhängerschaft verpflichtet hatten, ohne ihre Zustimmung dem neuen König nicht zu huldigen. Dennoch kam es auf einem Hoftag zur Huldigung der lothringischen Adeligen. Zuvor hatte Konrad auf dem Thron Karl des Großen Platz genommen und sich damit bewusst in die karolingische Tradition gestellt. Wipo berichtete, dass er auf Grund seiner Anordnungen und seiner Tüchtigkeit sehr schnell auch direkt mit dem großen Kaiser verglichen wurde, woraus das Sprichwort An Konrads Sattel hängen Karls [Steig]Bügel entstanden sei.
Verhandlungen und Huldigung der Sachsen
Über Lüttich und Nimwegen reiste Konrad Anfang November weiter nach Sachsen. Bis dahin wurden von Lothringen aus Verhandlungen mit den Großen Sachsens geführt, um die Bedingungen für deren Anerkennung der Wahl und anschließende Huldigung zu ermitteln. Über Vreden reiste der König nach Dortmund, wo er Anfang Dezember eintraf und in dessen Pfalz einen gut besuchten Hoftag abhielt. Weihnachten wurde in Minden gefeiert und auf einem Landtag, an dem nordsächsische und ostsächsische Bischöfe, sowie der sächsische Herzog Bernhard und weitere Adlige teilnahmen, verpflichtete sich Konrad zur Wahrung des überlieferten Stammesrechtes und konnte daraufhin die Huldigung entgegennehmen.
Die weiteren Stationen des Umrittes waren Paderborn (um Neujahr), Hildesheim (Anfang Januar 1025), Hildesheim (Mitte Januar), Goslar, wo ein Königsgericht tagte, Gandersheim, erneut Goslar, Halberstadt und Quedlinburg. Ende Januar 1025 erreichte Konrad die Elbe und nahm am 2. Februar in Magdeburg weitere Huldigungen entgegen. Am 8. Februar weilte der Hof in Merseburg und am 2. März ist ein Aufenthalt in der Pfalz Wallhausen nachweisbar.
Beziehungen zu Polen
Etwa einen Monat hielt sich Konrad in der Nähe der Grenzgebiete zu Polen auf. Den mit Heinrich II. geschlossenen Frieden von Bautzen hatte der polnische Herzog Bolesław I. bis zum Tode Heinrichs eingehalten. Jedoch ließ sich Bolesław Ende 1024 oder Anfang 1025 zum König von Polen krönen. Durch diese Erhöhung aus dem Rang eines Herzogs zum König zeigte Bolesław, dass er den römisch-deutschen König nicht mehr als Lehnsherrn anerkannte und de facto den Frieden von Bautzen auflöste.
Da der neue polnische König jedoch schon sehr alt war und bereits im Juni 1025 verstarb, unternahm Konrad keine Schritte gegen ihn, da zu erwarten war, dass sich nach seinem Tod Spannungen, Aufstände und Kriege ereignen würden. Zudem musste er bedacht vorgehen, da er noch nicht überall im Reich anerkannt war. Um seine Kräfte nicht zu zersplittern, setzte er sich dafür ein, den Frieden an der slawischen Grenze nicht zu gefährden. Wohl auch deshalb wird er die Huldigung der heidnischen Liutizen, die sein Vorgänger als Bündnispartner gewinnen konnte, entgegengenommen haben.
Umritt durch Franken, Bayern und Schwaben
Nach einer Zwischenstation in Grone, wo versucht wurde ein Streit um das Damenstift Gandersheim zu schlichten, war das nächste Ziel Ostfranken. Hier begleiteten Konrad die dortigen Bischöfe, die längst gehuldigt hatten, auf seinem Weg durch das Fuldatal zum Kloster Fulda. Anschließend ist ein Aufenthalt Konrads vom 18. bis zum 23. April über Ostern in Augsburg nachweisbar, wo ihm die schwäbischen Fürsten und Geistlichen ebenfalls huldigten.
In Richtung Osten reiste Konrad weiter nach Bayern und nahm in Regensburg die Huldigungen der bayrischen Adligen entgegen. Der Aufenthalt in Bayern hat wohl nur wenige Tage gedauert. Über das königliche Gut Beratzhausen und Bamberg ging es weiter an den Bodensee, wo in der Pfalz in Konstanz am 6. Juni Pfingsten gefeiert wurde. Auf diesem Landtag war auch der Mailänder Erzbischof Aribert, sowie eine Abordnung der Bürger Paduas, anwesend. Der Erzbischof huldigte dem König und versprach Konrad zum italienischen König zu krönen:
:sobald er mit seinem Heere komme, um Italien in Besitz zu nehmen
Die Abordnung Paduas versuchte Konrads Gunst zu gewinnen, da, wie später ausführlich dargelegt, in dieser Stadt nach dem Tod Heinrichs II. Unruhen ausbrachen.
Während all dieser Wochen war die königliche Kanzlei stark mit dem Aufsetzen von Urkunden beschäftigt, die zuvor ausgehandelte Rechtsgeschäfte bestätigten.
Mitte Juni ging es über Zürich und Basel, wo schwere Unruhen befriedet werden konnten, rheinabwärts nach Straßburg und Rheinfranken. Hier endete der Umritt Mitte Juli.
Konrad wird Rex Langobardorum und erlangt die Kaiserwürde
Im Gegensatz zum Regnum nördlich der Alpen gab es in Reichsitalien nach dem Tode Heinrichs verschiedenen Aufruhr und den Versuch italienischer Adliger das langobardische Königreich aus dem Reich zu lösen.
Unruhen in Pavia
Direkt nach Bekanntwerden des Todes Heinrichs erhoben sich die Bürger Pavias und zerstörten die in der Stadt gelegene unverteidigte kaiserliche Pfalz, die seit der Zeit des Ostgotenkönigs Theoderichs des Großen dort als Zeichen königlicher Macht gestanden hatte. Diese Pfalz war die bedeutendste Feste des Kaisers in dieser Region sowie Gerichtsort, Arsenal für Waffen, Vorräte und Steuereinkünfte. Etwa im August 1024 gingen alle Gebäude der unverteidigten Burg in Flammen auf und wurden dem Erdboden gleich gemacht. Dieses Vorgehen der städtischen Bevölkerung gegen eine kaiserliche Einrichtung löste erhebliches Aufsehen aus.
Die Stadt hatte sich durch die Schifffahrt auf dem Po zu einem bedeutenden Handelsstützpunkt und Markt entwickelt, von dem aus Handelslinien nach Burgund und Frankreich führten. Die politisch und juristisch gebildete Oberschicht der Kaufleute, denen sich Angehörige des niederen Adels anschlossen hatten, erstrebten hauptsächlich aus handelspolitischen Erwägungen eine weitgehende Autonomie gegenüber den Grundherren. Deshalb empfand die Kommune das bloße Vorhandensein der kaiserlichen Burg innerhalb der Stadtmauern als unerträglich. Die Bürgerschaft wäre wohl aber in ähnlicher Weise gegen Gebäude jedes Herrschers vorgegangen.
Auf dem bereits erwähnten Landtag in Konstanz brachten die Abgesandten aus Pavia dem König wertvolle Geschenke und versuchten sich damit zu rechtfertigen, dass nach dem Tod Kaiser Heinrichs, dem sie immer die Treue gehalten hätten, doch die Königsgewalt erloschen gewesen wäre. Konrad ließ diese Ausflüchte nicht zu und antwortete ihnen mit der berühmt gewordenen Schiffsmetapher:
:Ich weiß, daß ihr nicht eures Königs Haus zerstört habt, denn damals hattet ihr ja keinen. Aber ihr könnt nicht leugnen, daß ihr einen Königspalast zerstört habt. Ist der König tot, so bleibt doch das Reich bestehen, ebenso wie ein Schiff bleibt, dessen Steuermann gefallen ist.
Weiter argumentiert Konrad, dass damit nicht Eigentum des Königs sondern staatliches Eigentum zerstört wurde und dementsprechend sei der neue König berechtigt, diese Tat zu bestrafen.
Das langobardische Königreich soll aus dem Reich gelöst werden
Während Konrads Umritt im nördlichen Reichsteil gab es den Versuch einiger oberitalienischer Fürsten, Wilhelm III.(V.), den Herzog von Aquitanien, zum König von Italien zu krönen.
Anfang des Jahres 1026 ging Konrad nach Mailand, wo ihn der Erzbischof Aribert im März zum König von Italien krönte. Nachdem er die Opposition einiger Städte überwunden hatte, erreichte er Rom, wo er und seine Ehefrau zu Ostern, am 26. März 1027 von Papst Johannes XIX. zu Kaiser und Kaiserin gekrönt wurden. Während dieser Zeit stirbt auch Heinrich V. von Bayern und Konrad wird als Konrad I. von Bayern für ein Jahr Herzog dieses Landes, bevor er dies an seinen Sohn Heinrich, der dann als Heinrich VI. von Bayern regiert, weitergibt.
Konrad gab neue Konstitutionen für die Lombardei heraus und bestätigte die populären legalen Traditionen Sachsens. Im Jahre 1028 ließ er seinen Sohn Heinrich III. in Aachen zum deutschen König weihen. Heinrich heiratete Kunigunde (auch Gunhilda), die Tochter des Königs Knuts des Großen von England, Dänemark, Schweden und Norwegen. Dieses Heiratsabkommen war schon zehn Jahre zuvor zustande gekommen, als Konrad Knut Teile von Norddeutschland zur Administration gab. Das Gebiet zwischen Eider und Schlei fiel wieder an Dänemark. Sein Sohn Heinrich wurde der oberste Berater seines Vaters.
Konrad musste im Jahre 1028 gegen Polen antreten und zwang dessen Herzog Mieszko II. (Sohn von Bolesław I.), Frieden zu schließen und das Land, das Mieszkos Vater Bolesław I. erobert hatte, wieder herauszugeben. Nach dem Tode Kaiser Heinrich II. hatte der herausfordernde und rebellische Herzog von Polen, Mieszko II. versucht, die Vasallenschaft abzustreifen, aber gab dann nach und schwor den Eid als Kaiser Konrads treuer Vasall. Er verzichtete damit auf den Titel eines Königs von Polen.
König Rudolf III. von Burgund starb am 2. Februar 1032 und vererbte aufgrund eines Vertrages, den er bereits mit Konrads Vorgänger Heinrich II. geschlossen hatte, sein Königreich dem römisch-deutschen Kaiser. Zunächst jedoch erhob sich Widerstand: Graf Odo II. von der Champagne, einer der mächtigsten nordfranzösischen Adligen und gleichzeitig ein Neffe Rudolfs, erhob Ansprüche auf den Thron. Konrad begann im Winter 1033 mit militärischen Aktionen, die jedoch kaum Erfolg hatten. Daraufhin ging Konrad ein Bündnis mit dem französischen König Heinrich I. ein, dem an einem Machtgewinn seines ehrgeizigen Vasallen Odo nicht gelegen war. 1034 fiel Konrad mit starken Kräften von Norden und Süden gleichzeitig in das Königreich Burgund ein. Odo musste weichen und Konrad gewann rasch die Kontrolle über das Regnum. Dessen Fürsten huldigten Konrad II. in Genf, wo er am 1. August 1034 auch zum König von Burgund gekrönt wurde (zwar hatte er sich bereits am 2. Februar 1033 in Peterlingen (Payerne) krönen lassen, doch war erst mit dem Huldigungsakt in Genf der Erhebungsakt abgeschlossen). Damit war das Imperium zu einer Trias geworden, bestehend aus den Regna Deutschland, Italien und Burgund. Der Erwerb Burgunds sicherte gleichzeitig die wichtigen westlichen Alpenrouten nach Italien und war somit auch von militärischer Bedeutung, wobei der König freilich nur mit unterschiedlicher Intensität die Reichsgewalt ausüben konnte: In der Provence beispielsweise war dies kaum möglich, anders hingegen im Norden des Königreichs Burgunds, welches sich von der heutigen Freigrafschaft Burgund und der Westschweiz über das Rhonetal bis zur Provence erstreckte. Das Herzogtum Burgund, die heutige Bourgogne, gehörte bereits zuvor, seit 843, zum westfränkischen Reich.
Konrad hielt die Rechte der Ritter und Bürger der Städte Italiens gegen dessen Fürsten und Erzbischof Aribert von Mailand aufrecht. Die Fürsten und der Bischof hatten konspiriert, um den Bürgern ihre Rechte abzunehmen. Mit geschickter Diplomatie und Glück konnte Konrad wieder Ordnung schaffen. Er ging weiter bis Salerno und Anversa und setzte Richer aus Deutschland als Abt von Monte Cassino ein.
Auf dem Rückweg nach Deutschland brach eine Epidemie unter den Truppen aus.
Konrads Schwiegertochter und Stiefsohn starben. Konrad selbst kam heil zurück und hielt noch weitere wichtige Tagungen in Solothurn, Straßburg und Goslar. Sein Sohn Heinrich wurde mit dem Königreich Burgund investiziert.
Tod
westfränkischen Reich]
Am 4. Juni 1039 verstarb Konrad in Utrecht an den Folgen eines Gichtanfalls, der ihn bereits auf den Pfingstfeierlichkeiten einen Tag vorher an der Festtafel ereilte. Seine Eingeweide wurden in Utrecht beigesetzt, sein restlicher Leichnam aber in einem prächtigen Trauerkondukt über Köln, Mainz und Worms nach Speyer überführt. In Speyer wurde dieser im noch unvollendeten Mariendom beigesetzt.
In allen Kirchen in denen der Trauerzug Station machte, wurde die Bahre Konrads durch seinen Sohn und Nachfolger Heinrich III. mitgetragen und damit, wie Wipo bemerkt
:nicht nur alle Pflichten echter Kindesliebe, sondern auch die fromme Ehrfurcht des Dieners gegenüber dem Herrn
erfüllt.
Politik Konrads
Konrad schloss sich in seiner Herrschaft eng an die Ordnung an, die unter Heinrich II. bestanden hatte. Nur eine wichtige Änderung, zwar nicht in der Ordnung des Reiches aber im Personalbestand, wurde von ihm am Anfang vorgenommen. Er übertrug dem Mainzer Erzbischof Aribo die Erzkanzlerschaft über Italien, die zuvor von Heinrich II. an den Bamberger Bischof übertragen worden war, wohl weil er diesem für seine Königswahl zu Dank verpflichtet war. Diese Ernennung wird wohl kurz nach seiner Wahl erfolgt sein, auch wenn diese erst etwa ein Jahr später nachweisbar ist.
Kirchenpolitik
Kirchenpolitisch trat Konrad in die Tradition seines Vorgängers Heinrich II. ein, der die Kirche im Reich als Bestandteil seiner Herrschaft sah und dementsprechend über Ämter und Besitz der Kirche verfügte. So wurden beispielsweise Bischofswahlen reine Formsache. Der Wille des Herrschers war entscheidend. Außerdem zog Heinrich die Kirche stärker zu materiellen Abgaben heran.
Konrad stand genauso wie Heinrich den Reformen in den Klöstern des Reiches positiv gegenüber, die eine Verweltlichung der Klöster entgegensteuern sollte.
Literatur
Quellen
- Wipo: Taten Kaiser Konrads des Zweiten, neu übertragen von Werner Trillmich in Quellen des 9. und 11. Jahrhunderts zur Geschichte der Hamburgischen Kirche und des Reiches. ISBN 3-534-00602-X
Sekundärliteratur
- Egon Boshof: Die Salier, 4. Aufl., Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart u.a. 2000, S. 32-91. Gute Überblicksdarstellung.
- Hagen Keller: Zwischen regionaler Begrenzung und universalem Horizont. Deutschland im Imperium der Salier und Staufer 1024-1250 (Propyläen Geschichte Deutschlands 2), Berlin 1986, besonders S. 89ff.
- Hans K. Schulze: Hegemoniales Kaisertum. Ottonen und Salier (Siedler Deutsche Geschichte), Taschenbuchausgabe, Berlin 1998, S. 328ff. ISBN 3442905656 Reich bebilderte Überblicksdarstellung.
- Herwig Wolfram: Konrad II. 990 - 1039; Kaiser dreier Reiche. München, 2000. ISBN 3406460542
- Franz-Reiner Erkens: Konrad II. (um 990-1039); Herrschaft und Reich des ersten Salierkaisers. Regensburg 1998. ISBN 3791716042
- Herwig Wolfram: Konrad II., in: Bernd Schneidmüller/Stefan Weinfurter (Hrsg.): Die deutschen Herrscher des Mittelalters, Historische Porträts von Heinrich I. bis Maximilian I., Verlag C.H. Beck, München 2003, S. 119-135 und 571f. (Bibliografie). ISBN 3406509584 Informative biografische Skizze.
- Werner Trillmich, hrsg. aus dem Nachlass des Verfassers von Otto Bardong: Kaiser Konrad II. und seine Zeit, Bonn 1991.
Weblinks
- [http://mdz1.bib-bvb.de/~db/bsb00000448/images/index.html?id=00000448&seite=16 Die Urkunden Konrads II. im DMGH]
-
- [http://www.genealogie-mittelalter.de/deutschland_koenige_2/konrad_2_deutscher_koenig_1039_salier/konrad_2_deutscher_koenig_+_1039.html Materialsammlung in genealogie-mittelalter.de]
Kategorie:Mann
Kategorie:Salier
Kategorie:Herzog (Bayern)
Kategorie:Herzog (Franken)
Kategorie:Kaiser (HRR)
Kategorie:König (Burgund)
Kategorie:Geboren 990
Kategorie:Gestorben 1039
ja:コンラート2世
1037
Politik und Weltgeschehen
- Erste urkundliche Erwähnung von Bretzfeld, Niedernhall und Öhringen.
- Mauger wird Erzbischof von Rouen.
- Baubeginn der Kiewer Sophienkathedrale.
-
- Avicenna, persischer Arzt (Vater der modernen Medizin) ( - 980)
ko:1037년
Avicenna
Abu Ali al-Husain ibn Sina-e Balkhi (latinisiert Avicenna, persisch: ابن سينا, Ibn Sina; - 980; † 1037) war ein persischer Arzt, Physiker, Philosoph und Wissenschaftler. Er zählte zu den berühmtesten Persönlichkeiten seiner Zeit und wird aufgrund seiner philosophischen Arbeit auch von einigen Mystikern dem Sufismus zugerechnet.
Jugend und Ausbildung
Ibn Sina wurde 980 in Afshana bei Buchara (damals Persien, heute Usbekistan) als Sohn eines aus Balkh (heute Afghanistan) stammenden ismailitischen Gelehrten geboren und starb in Hamadan, damals Persien (heute Iran), am Hofe der persischen Bujiden. Er gilt als "Vater der modernen Medizin" und wird in eine Reihe mit den bekanntesten Ärzte aller Zeiten gestellt.
Als Kind zeigte er früh eine überdurchschnittliche Intelligenz. Mit 10 Jahren konnte er bereits den Koran auswendig. Während der nächsten sechs Jahre studierte er Justiz, Philosophie, Logik, Werke von Euklid und den Almagest. Er wandte sich der Medizin im Alter von 17 Jahren zu und beschrieb sie in eigenen Worten als "nicht schwierig". Er vertiefte sich jedoch auch in metaphysische Probleme, besonders in die Werke des Aristoteles.
Die Wanderjahre
Im Alter von 18 hatte er sich einen Ruf als Medicus gemacht und wurde aufgefordert dem samanidischen Herrscher Nuh ibn Mansur (regierte 976-997) zu dienen, der, als Dank für Ibn Sinas Dienste ihm erlaubte die königliche Bibliothek zu benutzen, die sehr seltene und einzigartige Bücher enthielt. Ausgestattet mit der Kraft, Wissen zu bewahren und es sich im Gedächtnis zu behalten, nutzte er die Bestände der Bibliothek und war im Alter von 21 in der Lage sein erstes Buch zu schreiben.
Ungefähr in derselben Zeit verlor er seinen Vater, verließ bald danach Bukhara und wanderte westwärts. Er diente einige Zeit Ali Ibn Ma'mun, dem Herrscher von Khiva, floh aber schnell, um nicht von Sultan Mahmud von Ghazna entführt zu werden. Nach vielen Wanderungen kam er nach Jurjan, nahe des Kaspischen Meeres, angezogen vom Ruhm seines Herrscher, Qabus, als Förderer der Wissenschaft. Der Fürst wurde jedoch nach Ibn Sinas Ankunft abgesetzt und ermordet. In Jurjan hielt Ibn Sina Vorlesungen in Logik und Astronomie und schrieb den ersten Teil des al - Qanun.
Danach ging er nach Ray, in der Nähe des heutigen Teheran und gründete eine beschäftigte medizinische Praxis. Als Ray belagert wurde, floh Ibn Sina nach Hamadan, wo er Amir Shamsud-Dawala, der an einer Kolik litt, behandelte und zum Großwesir gemacht wurde. Eine Reihe von Soldaten waren gegen ihn und verursachten seine Absetzung und Einsperrung, aber er wurde, als Amir wieder an einer Kolik litt, freigelassen und mit Entschuldigungen in sein altes Amt zurückversetzt. Sein Leben in dieser Zeit war äußerst anstrengend: Während des Tages war er mit den Diensten für Amir beschäftigt, während er einen großen Teil der Nächte mit Vorlesungen und Diktieren von Notizen für seine Bücher verbrachte. Studenten sammelten sich in seinem Haus um Ausschnitte seiner zwei größten Bücher, die Shifa und der Qanun, zu lesen, gleich nachdem sie geschrieben worden waren.
Nach dem Tod Amirs brach er einige Gesetze und saß für einige Zeit im Gefängnis. Schließlich floh Ibn Sina nach Isfahan. Er verbrachte seine letzten Jahre in den Diensten der Herren der Stadt Ala Al-Daula, den er in wissenschaftlichen und literarischen Problemen beriet und ihn bei militärischen Projekten unterstützte.
Freunde rieten ihm, weniger zu tun und ein gemäßigtes Leben zu führen, aber dies war nicht sein Charakter. „Ich habe lieber ein kurzes Leben in Fülle als ein karges langes Leben“ antwortete er. Erschöpft durch seine harte Arbeit und sein hartes Leben starb Ibn Sina 1036 im Alter von 58 Jahren an der Ruhr. Er wurde in Hamadan begraben, wo auch heute noch sein Grab gezeigt wird.
Die wichtigsten Daten
- 980: Avicenna wird in Afschana im heutigen Usbekistan geboren
- 981 – 989: Ibn Sinas Familie zieht nach Bukhara
- 990: Mit 10 Jahren kann er den Koran auswendig
- 990 - 996: Ibn Sina wird von verschiedenen Lehrern unterrichtet und beginnt Medizin zu studieren
- 997: Er wird zum Leibarzt von Nuh Ibn Mansur
- 1002: Ibn Sina verliert seinen Vater Abdullah
- 1004: Die samanidische Dynastie stirbt aus – Ibn Sina ist arbeitslos
- 1005 - 1024: Avicenna dient verschiedenen Fürsten und beginnt seine berühmtesten Werke den „Kanon“ und die „Heilung“
- 1025 - 1036: Ibn Sina arbeitet als Leibarzt des Herrschers von Isfahan
- 1037: Der große Arzt stirbt in Hamadan im Alter von 57 Jahren an der Ruhr
- 12. Jhdt: Gerhard von Cremona übersetzt den Kanon der Medizin ins Lateinische – damit gilt er bis ins 17. Jhdt. als wichtigstes Lehrbuch der abendländischen Medizin
- 1470: Im gesamten Abendland gibt es 15 – 30 lateinische Ausgaben des Kanons
- 1490: Ein Teil der al-Shifa erscheint in Pavia
- 1493: In Neapel erscheint eine hebräische Fassung des Kanons
- 1493, 1495, 1546: In Venedig werden drei lateinische Fassungen der Metaphysica gedruckt
- 1593: Als eines der ersten arabischen Werke wird der Kanon der Medizin in Rom gedruckt
- 1650: Der Kanon wird zum letzten Mal in den Universitäten von Luven und Montpellier benutzt
Werke
Manche glauben, dass Ibn Sina 21 Haupt- und 24 Nebenwerke in Philosophie, Medizin, Theologie, Geometrie, Astronomie usw. vollendet hat. Andere Autoren schreiben Ibn Sina 99 Bücher zu: 16 über Medizin, 68 über Theologie und Metaphysik, 11 über Astronomie und 4 über das Drama. Die meisten von ihnen waren arabisch; aber auch in seiner Muttersprache Persisch schrieb er eine große Auswahl an philosophischer Lehre, genannt Danish-naama-i-Alai und eine kurze Abhandlung über den Puls.
Sein am meisten gefeiertes arabisches Gedicht beschreibt den Abstieg der Seele in den Körper von der höheren Sphäre. Unter seinen wissenschaftlichen Arbeiten sind die führenden das Kitab al-Shifa (Buch des Heilens), ein philosophisches Wörterbuch, das auf den aristotelischen Traditionen basiert und der al- Qanun al- Tibb, dem Canon Medicinae, der die endgültige Verfeinerung der griechischen, römischen und arabischen Gedanken über die Medizin darstellt.
Von den 16 medizinischen Werken Ibn Sinas sind acht in Versen geschrieben und behandeln die 25 Zeichen der endgültigen Erkennung von Krankheiten, hygienischen Regeln, nachgewiesenen Arzneien, anatomischen Notizen etc. Unter seinen anderen Prosa-Werken, nach dem großartigen Qanun, ist die Abhandlung über Herzmedikamente, wahrscheinlich das Wichtigste.
Der Qanun ist das bei weitem größte, berühmteste und wichtigste von Ibn Sinas Werken. Das Werk beinhaltet ungefähr eine Millionen Wörter und ist wie die meisten arabischen Bücher mehrfach unterteilt. Die Haupt – Unterteilung sind die fünf Bücher:
# Allgemeine Prinzipien (Theorie der Medizin)
# Alphabetische Auflistung von Medikamenten (Arzneimittel und ihre Wirkungsweise)
# Krankheiten, die nur spezielle Organe betreffen (Pathologie und Therapie)
# Krankheiten, die sich im ganzen Körper ausbreiten (Chirurgie und Allgemeinkrankheiten)
# Produktion von Heilmitteln (Antidotarium)
Im Qanun wird beschrieben, dass Tuberkulose ansteckend ist und dass Krankheiten von Wasser und Erde übertragen werden können. Er gibt eine wissenschaftliche Diagnose von Ankylostomiasis und beschreibt die Bedingungen von Darmwürmern. Der Qanun zeigt die Wichtigkeit von Diäten, den Einfluss des Klimas und der Umwelt auf die Gesundheit und der chirurgische Gebrauch von oraler Anästhesie. Ibn Sina rät Chirurgen Krebs in seinen frühesten Stadien zu behandeln und dem Sicherstellen, dass alles kranke Gewebe entfernt worden ist. Die Materia Medica (Medizinische Materialien) des Qanun enthalten 760 Medikamente, mit Kommentaren zu deren Anwendung und Effektivität. Er empfahl das Testen eines neuen Medikaments an Tieren und Menschen vor dem allgemeinen Gebrauch.
Ibn Sina bemerkte die enge Beziehung zwischen Gefühlen und dem Körper und spürte, dass Musik einen positiven physischen und psychischen Effekt auf Patienten hat. Von den vielen psychischen Störungen, die er im Qanun beschreibt, ist einer von besonderen Interesse: Liebeskrankheit! Wie es heißt, hat Ibn Sina die Krankheit des Prinzen von Jurjan diagnostiziert, der krank da lag und dessen Leiden die örtlichen Ärzte verwirrte. Ibn Sina bemerkte ein Flattern im Puls des Prinzen, als er die Adresse und den Namen seiner Geliebten erwähnte. Der große Arzt hatte ein einfaches Heilmittel: Der Kranke sollte mit seiner Geliebten vereint werden.
Bedeutung und Nachruhm
Ibn Sina kann mit den bedeutendsten Ärzten seiner Zeit wie Abu Bakr Mohammad Ibn Zakariya al-Razi verglichen werden.
Im persischen Sprach- und Kulturkreis wird er vom Volk zum Teil als Held verehrt. Er gilt dort als einer der größten Perser überhaupt. Die islamische Orthodoxie lehnt seine theologischen und philosophischen Werke aber strikt ab.
Auch in Europa wird Avicenna noch heute sehr geschätzt. Der Kanon wurde im 12. Jahrhundert von Gerhard von Cremona ins Lateinische übersetzt und war bis ins 17. Jahrhundert das Hauptwerk der medizinischen Wissenschaft. Sein Porträt befindet sich in der Halle der medizinischen Fakultät der Universität von Paris. Außerdem führt er ein literarisches Nachleben. So trifft in Noah Gordons Bestseller Der Medicus der Protagonist des Romans auf Ibn Sina und wird von diesem sehr beeinflusst. Im historischen Roman "Die Straße nach Isfahan" von Gilbert Sinoué ist Avicenna sogar die Hauptfigur, das Buch beschreibt seinen Lebensweg von seiner Jugend bis zu seinem Tod.
--81.223.64.225 14:45, 25. Nov 2005 (CET)
Siehe auch
- Liste bedeutender Mediziner und Ärzte
- Portal:Medizin
Weblinks
- [http://www.farhangsara.com/ibn_sina.htm Biographie Avicennas (Engl.)]
- [http://www.formalontology.it/avicenna.htm The Ontology of Ibn Sina (Avicenna) Engl.)]
Kategorie:Mann
Kategorie:Arzt
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Kategorie:Islamischer Theologe (11. Jh.)
Kategorie:Physiker (11. Jh.)
Kategorie:Universalgelehrter
Kategorie:Mystiker
Kategorie:Perser
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Kategorie:Medizingeschichte
als:Ibn Sina
ja:イブン=スィーナー
ms:Abu Ali Al-Hussain Ibn Abdallah Ibn Sina
Konrad II. (HRR)
Konrad II. ( - 12. Juli 990; † 4. Juni 1039 in Utrecht), war König des Heiligen Römischen Reiches von 1024 bis 1039, ab 1026 König von Italien, ab 1027 Kaiser, ab 1033 König von Burgund. Er war der erste Kaiser aus dem Geschlecht der fränkischen Salier, wobei ihm selbst diese Bezeichnung mit Sicherheit nicht bekannt gewesen sein dürfte, da diese erst zum Ende der Dynastie aufkam.
Konrad setzte konsequent die Herrschaft seines Vorgängers Heinrichs II. fort und baute die Machtstellung des Reiches weiter aus. Dabei stützte er sich wie dieser auf die Reichskirche, vermied es aber ebenso, in die Verhältnisse des Papstes einzugreifen. Trotz mehrerer Aufstände war seine Herrschaft niemals ernstlich gefährdet. Während Konrad die nördliche und östliche Grenze des Reiches teilweise nur durch Gebietsabtretungen sichern konnte, brachte er dem Reich durch den Erwerb des Königreichs Burgund einen enormen Gebietszuwachs.
Leben
Jugend
Konrad war der Sohn von Heinrich von Speyer und der Gräfin Adelheid von Metz bzw. Egisheim. Bis zu seiner Wahl als König war Konrad wenig einflussreich, obgleich er der Enkel des im Jahre 1004 verstorbenen Herzogs Otto von Kärnten war. Trotzdem besaß er nur einen geringen Teil der Ländereien der Familie und hatte nicht einmal den Titel eines Herzogs, ob zumindest Graf ist zweifelhaft. Dies lag unter anderem daran, dass sein Vater Heinrich vor seinem Großvater Otto von Kärnten in den 990er Jahren gestorben war und er deshalb nach fränkischem Recht keinen Anspruch auf das Erbe Ottos hatte.
Kurz nach seinem Amtsantritt im Jahre 1000 nahm sich der neue Wormser Bischof Burchard des jungen Konrads an und bildete ihn aus. Dies ist daher bemerkenswert, da in Worms Konrads Vorfahren residierten und die Stadtherrschaft über Worms besaßen, die sich auf eine stark befestigte Burg stützte, die dem Bischof als Zufluchtsort von Dieben und Strolchen galt. Nur ein einziger habe sich, so berichtet die Vita Burchardi, von den anderen seines Geschlechtes unterschieden
:weil er friedfertig war und ein unschuldiges Leben liebte
den die väterliche Sippe ausgespieen habe. Burchard habe ihm danach wie einen Adoptivsohn aufgenommen und Gottesfurcht und Liebe zu Gott gelehrt. Trotz des gespannten Verhältnisses zwischen dem Kärntner Herzog und dem Bischof, kann aber davon ausgegangen werden, dass Konrad durch Otto in die Obhut des Bischofs gegeben wurde. Es war zu dieser Zeit allgemein üblich, dass die Söhne und Töchter des Adels durch Domschulen und Bischofskirchen erzogen wurden. Unter der Obhut des Bischofs wurde Konrad hauptsächlich weltlich erzogen. Dazu gehörten Sport, Jagd, Waffenübungen und der Umgang mit Gleichgestellten und Untergebenen, sowie Verwaltungsaufgaben und Rechtspflege.
Inwiefern Konrad trotz dieser Ausbildung sein ganzes Leben lang ungebildet blieb, wenn auch wohl kein Analphabet, und das Latein seiner eigenen Diplome nicht verstand, wie von Wipo angedeutet wird, ist zumindest fraglich. Der Historiker Werner Trillmich bezeichnet dies sogar als Märchen .
Ehe mit Gisela von Schwaben
Ende des Jahres 1016 oder Anfang 1017 heiratete Konrad die bereits zweimal verwitwete Tochter des Herzog Hermann II. von Schwaben, die Konradinerin Gisela von Schwaben. Gisela war damit die zukünftige Erbin des Herzogtums Schwabens und besaß auch einen wohl ernst zu nehmenden Anspruch auf das Königreich Burgund. Angeblich hatte Konrad Gisela zur Heirat entführt. Eine Entführung Giselas vor der Heirat ist zwar nicht unmöglich, wird von Historikern aber als sehr unwahrscheinlich angesehen, da es dafür nur sehr wenige und unzuverlässige Quellen gibt. Diese Ehe galt als unkanonisch, da Gisela eine enge Verwandte, die Tante, von Konrad war. So berichtet Thietmar von Merseburg (Chronik, VII. 63) über die Ehe und ihre Unrechtmäßigkeit, auf Grund zu großer verwandtschaftlicher Nähe, erwähnt eine eventuelle Entführung aber nicht.
Historiker vermuten für diese Verbindung, dass Gisela damit ihre Rechtsansprüche auf das Herzogtum und das Königreich am ehesten wahren konnte. Sie war zum Zeitpunkt der Heirat, wie Konrad, 26 oder 27 Jahre alt und hatte bereits drei Söhne und eventuell eine Tochter geboren. Bereits im ersten Ehejahr wurde der gemeinsame Sohn Heinrich, der vierte und letzte Sohn Giselas, am 28. Oktober 1017 geboren. Dieser Sohn wurde als Heinrich III. der Nachfolger seines Vaters als Kaiser des Reiches. Die zwei jüngeren Schwestern Heinrichs Beatrix und Mathilde starben im Alter von 16 bzw. 9 Jahren - Beatrix unverheiratet und kinderlos am 26. September 1036, Mathilde 1034 als Ehefrau des französischen Königs Heinrich I. König von Frankreich, natürlich ebenfalls kinderlos.
Zwischen 1017 und 1019 war Konrad zweimal in Auseinandersetzungen zwischen seinen Verwandten und Anhängern des damaligen Kaisers Heinrich II. verwickelt. Genauere Ursachen für diese Auseinandersetzungen sind nicht bekannt. Dabei wurde Konrad im Jahre 1017 verwundet. Konrads Biograf Wipo betonte seine ständige Bereitschaft, sich für die Sache seiner Verwandten und Freunde einzusetzen, was als große Tugend eines Kriegers galt.
Daraufhin verlor Konrad die kaiserliche Huld und wurde wahrscheinlich verbannt. Wenn, dann war dies jedoch nur von kurzer Dauer, da bereits ein dreiviertel Jahr später Konrad im April oder Mai 1020 als Zeuge des Paktums Heinrichs II. mit der römischen Kirche erscheint.
Wahl zum König
Als Heinrich II. am 13. Juli 1024 in Grona bei Göttingen starb, gab es keinen Thronfolger des letzten Herrschers der Ottonen. Wer von allen mehr oder minder Berechtigten Ansprüche auf den Thron erhob, wird von keiner Quelle erwähnt. Es ist nur bekannt, dass sich Konrad, genannt der Ältere und sein jüngerer Vetter Konrad sich letztendlich zur Wahl stellten.
Während der Zeit der Thronvakanz führte Heinrichs Witwe Kunigunde unangefochten mit Hilfe ihrer Brüder Dietrich II., dem Bischof von Metz, und dem bayerischen Herzog Heinrich V. von Bayern die Reichsgeschäfte. Ebenso behielt sie die Reichskleinodien in ihrer Gewalt, um diese dem Gewählten zu übergeben und diesen damit als König zu legitimieren.
Konrad stand mit seinem kriegerische Einsatz für seine Verwandten im Kontrast zu seinem Vorgänger Heinrich II., der den Klerus bevorzugte und seine Machtansprüche auch gegen Verwandte seiner Gattin durchsetzte und allgemein als fromm und von der Sakralität seines Amtes beseelt galt. Konrad hingegen verkörperte wohl eher die Mentalität des weltlichen Adels. Weshalb Konrad sich trotz seiner geringen Macht und seines geringen Einflusses durchsetzen konnte, ist nicht genau bekannt. In Frage kommen wohl geblütsrechtliche Vorstellungen, Konrad wurde immerhin mit dem Geschlecht der Karolinger in Verbindung gebracht, aber auch sein Einsatz für die Rechte und Ansprüche seiner Verwandten und Freunde, könnten einen Einfluss ausgeübt haben. Dass er zudem eine ehrgeizige Gattin, die Erbin eines Herzogtums und eines Königreichs war, und einen siebenjährigen Thronfolger besaß, dürfte der von vielen Fürsten gewünschten Kontinuität auf dem Königsthron zugute gekommen sein.
Eine Designation durch Heinrich II. findet sich zwar bei einigen Chronisten, jedoch stehen diese den Ereignissen räumlich und zeitlich fern und werden von den zeitgenössischen Quellen nicht bestätigt.
Die beste Darstellung der Wahl verdanken wir der Chronik von Wipo, jedoch hat dieser teilweise seine eigenen Vorstellungen in die Darstellung einfließen lassen. So lässt er beispielsweise die sächsischen Adeligen mit ihren slawischen Nachbarn bei der Wahl anwesend sein, obwohl diese wohl nicht teilnahmen. Zudem gesteht er den, ebenfalls nicht angereisten, italienischen Fürsten das Wahlrecht zu, was wohl eher für seine Vorstellungen über die Einheit des Reiches spricht, denn mit den damaligen Gegebenheiten einer Königswahl im Reich zu tun hat.
Nach der zweimonatigen Vakanz fand die Wahl des neuen Königs am 4. September in Kamba, einem mittlerweile untergegangenen Ort gegenüber Oppenheim auf der weiten Rheinebene zwischen Worms und Mainz statt. Von den Vorgängen und Beratungen während der Wahlversammlung sind nur wenige Quellen erhalten, die den Prozess der Entscheidung nicht erkennen lassen. Die Entscheidung für den älteren Konrad dürfte aber schon im Vorfeld gefallen sein.
Der Erzbischof von Mainz Aribo amtierte als Wahlleiter und machte sich für Konrad stark und gab als erster seine Stimme für Konrad ab. Da der andere Kandidat für den Königsthron Konrad der Jüngere verzichtete und auch als erster der weltlichen Fürsten für den älteren Konrad stimmte, wurde Konrad daraufhin einhellig gewählt. Die lothringische Verwandtschaft von Konrad dem Jüngeren und der Kölner Bischof hatten nach dem Rückzug des jüngeren Konrads nicht an der Wahl teilgenommen und reisten ohne Abschied ab. Die Wahl wurde durch die Übergabe der Reichskleinodien durch die Kaiserwitwe Kunigunde bestätigt.
Wenige Tage später, am 8. September 1024, wurde Konrad im Mainzer Dom durch Aribo gesalbt und zum König gekrönt. Da Aribo aus nicht mehr sicher erkennbaren Gründen Konrads Gattin die Krönung verweigerte, büßte er daraufhin das Mainzer Krönungsrecht ein. Warum dies geschah ist umso unverständlicher, da Aribo seinen Kandidaten durchgesetzt hatte und er vom neuen König wahrscheinlich direkt nach der Wahl zum Erzkanzler für Italien ernannt wurde. Damit unterstanden, neben der für die nördlichen Reichsteile, auch die italienische Abteilung der Kanzlei dem Mainzer Bischof.
Auf jeden Fall nutzte der unterlegener Rivale Aribos, der Kölner Bischof Pilgrim, die Chance das ihm bereits vom Papst verliehene Krönungsrecht auszuüben und endgültig für sich zu beanspruchen und krönte Gisela 13 Tage später am 21. September 1024 in Köln zu Beginn des sich anschließenden Königsumrittes.
Herrschaftsantritt und Königsumritt
Nach seiner Wahl wurde ein Königsumritt notwendig, da nicht alle Reichsteile, wie Sachsen und Lothringer, aber auch der Kölner Erzbischof dem neuen König nach seiner Wahl gehuldigt hatten. Dies entweder, weil die Fürsten nicht anreisten oder aber vor der Wahl abreisten, da ihr Kandidat nicht die erhoffte Zustimmung fand. Auf diesem Umritt sollten mit Hilfe von Verhandlungen, Versprechungen, Privilegien und notfalls auch mit Waffengewalt die noch abseits stehenden Fürsten zu einer Huldigung bewegt werden, bevor sich eine starke Opposition bildete.
Krönung Giselas und Huldigung der Lothringer
Bereits wenige Tage nach seiner Krönung am 11. September brach Konrad deshalb zu seinem Königsumritt auf, nachdem erste Regierungsgeschäfte getätigt waren und die Organisation des Umrittes abgeschlossen war. Nach der bereits erwähnten Krönung von Gisela in Köln am 21. September reiste Konrad bereits am nächsten Tag weiter nach Aachen. Bis zum Eintreffen in Köln sind keine Quellen erhalten, es kann jedoch angenommen werden, dass in dieser Zeit intensive Verhandlungen geführt wurden, da sich die lothringische Opposition faktisch auflöste. Dies geschah obwohl der niederlothringische Herzog Gozelo und der oberlothringische Herzog Dietrich ihre Anhängerschaft verpflichtet hatten, ohne ihre Zustimmung dem neuen König nicht zu huldigen. Dennoch kam es auf einem Hoftag zur Huldigung der lothringischen Adeligen. Zuvor hatte Konrad auf dem Thron Karl des Großen Platz genommen und sich damit bewusst in die karolingische Tradition gestellt. Wipo berichtete, dass er auf Grund seiner Anordnungen und seiner Tüchtigkeit sehr schnell auch direkt mit dem großen Kaiser verglichen wurde, woraus das Sprichwort An Konrads Sattel hängen Karls [Steig]Bügel entstanden sei.
Verhandlungen und Huldigung der Sachsen
Über Lüttich und Nimwegen reiste Konrad Anfang November weiter nach Sachsen. Bis dahin wurden von Lothringen aus Verhandlungen mit den Großen Sachsens geführt, um die Bedingungen für deren Anerkennung der Wahl und anschließende Huldigung zu ermitteln. Über Vreden reiste der König nach Dortmund, wo er Anfang Dezember eintraf und in dessen Pfalz einen gut besuchten Hoftag abhielt. Weihnachten wurde in Minden gefeiert und auf einem Landtag, an dem nordsächsische und ostsächsische Bischöfe, sowie der sächsische Herzog Bernhard und weitere Adlige teilnahmen, verpflichtete sich Konrad zur Wahrung des überlieferten Stammesrechtes und konnte daraufhin die Huldigung entgegennehmen.
Die weiteren Stationen des Umrittes waren Paderborn (um Neujahr), Hildesheim (Anfang Januar 1025), Hildesheim (Mitte Januar), Goslar, wo ein Königsgericht tagte, Gandersheim, erneut Goslar, Halberstadt und Quedlinburg. Ende Januar 1025 erreichte Konrad die Elbe und nahm am 2. Februar in Magdeburg weitere Huldigungen entgegen. Am 8. Februar weilte der Hof in Merseburg und am 2. März ist ein Aufenthalt in der Pfalz Wallhausen nachweisbar.
Beziehungen zu Polen
Etwa einen Monat hielt sich Konrad in der Nähe der Grenzgebiete zu Polen auf. Den mit Heinrich II. geschlossenen Frieden von Bautzen hatte der polnische Herzog Bolesław I. bis zum Tode Heinrichs eingehalten. Jedoch ließ sich Bolesław Ende 1024 oder Anfang 1025 zum König von Polen krönen. Durch diese Erhöhung aus dem Rang eines Herzogs zum König zeigte Bolesław, dass er den römisch-deutschen König nicht mehr als Lehnsherrn anerkannte und de facto den Frieden von Bautzen auflöste.
Da der neue polnische König jedoch schon sehr alt war und bereits im Juni 1025 verstarb, unternahm Konrad keine Schritte gegen ihn, da zu erwarten war, dass sich nach seinem Tod Spannungen, Aufstände und Kriege ereignen würden. Zudem musste er bedacht vorgehen, da er noch nicht überall im Reich anerkannt war. Um seine Kräfte nicht zu zersplittern, setzte er sich dafür ein, den Frieden an der slawischen Grenze nicht zu gefährden. Wohl auch deshalb wird er die Huldigung der heidnischen Liutizen, die sein Vorgänger als Bündnispartner gewinnen konnte, entgegengenommen haben.
Umritt durch Franken, Bayern und Schwaben
Nach einer Zwischenstation in Grone, wo versucht wurde ein Streit um das Damenstift Gandersheim zu schlichten, war das nächste Ziel Ostfranken. Hier begleiteten Konrad die dortigen Bischöfe, die längst gehuldigt hatten, auf seinem Weg durch das Fuldatal zum Kloster Fulda. Anschließend ist ein Aufenthalt Konrads vom 18. bis zum 23. April über Ostern in Augsburg nachweisbar, wo ihm die schwäbischen Fürsten und Geistlichen ebenfalls huldigten.
In Richtung Osten reiste Konrad weiter nach Bayern und nahm in Regensburg die Huldigungen der bayrischen Adligen entgegen. Der Aufenthalt in Bayern hat wohl nur wenige Tage gedauert. Über das königliche Gut Beratzhausen und Bamberg ging es weiter an den Bodensee, wo in der Pfalz in Konstanz am 6. Juni Pfingsten gefeiert wurde. Auf diesem Landtag war auch der Mailänder Erzbischof Aribert, sowie eine Abordnung der Bürger Paduas, anwesend. Der Erzbischof huldigte dem König und versprach Konrad zum italienischen König zu krönen:
:sobald er mit seinem Heere komme, um Italien in Besitz zu nehmen
Die Abordnung Paduas versuchte Konrads Gunst zu gewinnen, da, wie später ausführlich dargelegt, in dieser Stadt nach dem Tod Heinrichs II. Unruhen ausbrachen.
Während all dieser Wochen war die königliche Kanzlei stark mit dem Aufsetzen von Urkunden beschäftigt, die zuvor ausgehandelte Rechtsgeschäfte bestätigten.
Mitte Juni ging es über Zürich und Basel, wo schwere Unruhen befriedet werden konnten, rheinabwärts nach Straßburg und Rheinfranken. Hier endete der Umritt Mitte Juli.
Konrad wird Rex Langobardorum und erlangt die Kaiserwürde
Im Gegensatz zum Regnum nördlich der Alpen gab es in Reichsitalien nach dem Tode Heinrichs verschiedenen Aufruhr und den Versuch italienischer Adliger das langobardische Königreich aus dem Reich zu lösen.
Unruhen in Pavia
Direkt nach Bekanntwerden des Todes Heinrichs erhoben sich die Bürger Pavias und zerstörten die in der Stadt gelegene unverteidigte kaiserliche Pfalz, die seit der Zeit des Ostgotenkönigs Theoderichs des Großen dort als Zeichen königlicher Macht gestanden hatte. Diese Pfalz war die bedeutendste Feste des Kaisers in dieser Region sowie Gerichtsort, Arsenal für Waffen, Vorräte und Steuereinkünfte. Etwa im August 1024 gingen alle Gebäude der unverteidigten Burg in Flammen auf und wurden dem Erdboden gleich gemacht. Dieses Vorgehen der städtischen Bevölkerung gegen eine kaiserliche Einrichtung löste erhebliches Aufsehen aus.
Die Stadt hatte sich durch die Schifffahrt auf dem Po zu einem bedeutenden Handelsstützpunkt und Markt entwickelt, von dem aus Handelslinien nach Burgund und Frankreich führten. Die politisch und juristisch gebildete Oberschicht der Kaufleute, denen sich Angehörige des niederen Adels anschlossen hatten, erstrebten hauptsächlich aus handelspolitischen Erwägungen eine weitgehende Autonomie gegenüber den Grundherren. Deshalb empfand die Kommune das bloße Vorhandensein der kaiserlichen Burg innerhalb der Stadtmauern als unerträglich. Die Bürgerschaft wäre wohl aber in ähnlicher Weise gegen Gebäude jedes Herrschers vorgegangen.
Auf dem bereits erwähnten Landtag in Konstanz brachten die Abgesandten aus Pavia dem König wertvolle Geschenke und versuchten sich damit zu rechtfertigen, dass nach dem Tod Kaiser Heinrichs, dem sie immer die Treue gehalten hätten, doch die Königsgewalt erloschen gewesen wäre. Konrad ließ diese Ausflüchte nicht zu und antwortete ihnen mit der berühmt gewordenen Schiffsmetapher:
:Ich weiß, daß ihr nicht eures Königs Haus zerstört habt, denn damals hattet ihr ja keinen. Aber ihr könnt nicht leugnen, daß ihr einen Königspalast zerstört habt. Ist der König tot, so bleibt doch das Reich bestehen, ebenso wie ein Schiff bleibt, dessen Steuermann gefallen ist.
Weiter argumentiert Konrad, dass damit nicht Eigentum des Königs sondern staatliches Eigentum zerstört wurde und dementsprechend sei der neue König berechtigt, diese Tat zu bestrafen.
Das langobardische Königreich soll aus dem Reich gelöst werden
Während Konrads Umritt im nördlichen Reichsteil gab es den Versuch einiger oberitalienischer Fürsten, Wilhelm III.(V.), den Herzog von Aquitanien, zum König von Italien zu krönen.
Anfang des Jahres | | |